Krankenhaus
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Ein Patient liegt auf einer Intensivstation in einem Zimmer.

Weniger Krankenhausaufenthalte

Corona: Studie kommt zu verblüffendem Ergebnis – Antidepressivum als neue Hoffnung?

  • VonClara Marie Tietze
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Die Corona-Pandemie beeinflusst das Weltgeschehen bereits seit mehr als eineinhalb Jahren. Nun soll laut einer neuen Studie ein bekanntes Medikament helfen.

Brasilia - Eine neue Studie gibt Hoffnung auf kürzere Krankenhausaufenthalte von bereits infizierten Covid-Patienten. In Brasilien haben 1.500 mit dem Coronavirus Infizierte an einer Studie mit dem Wirkstoff Fluvoxamin teilgenommen, welches auch als Antidepressivum bekannt ist. Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass dieses Mittel vor allem in Ländern eingesetzt werden könnte, in denen noch nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht.

Antidepressivum gegen Corona: Studie belegt Wirkung

Die Ergebnisse der Forschung wurden am Mittwoch in der Fachzeitschrift „The Lancet Global Health“ veröffentlicht. Laut diesen konnte Fluvoxamin das Risiko auf einen längeren stationären Aufenthalt um rund ein Drittel senken. Genauer gesagt: Lediglich zehn Prozent der 741 Patienten, die das Mittel verabreicht bekommen haben, mussten länger in stationärer Behandlung bleiben. Dies sei unter anderem auf die entzündungshemmende Wirkung des Arzneimittels zurückzuführen.

Bei der Vergleichsgruppe, der das Antidepressivum nicht verabreicht wurde, mussten fast 16 Prozent länger stationär behandelt werden. Bei den Todesfällen stellten die Forschenden noch schwerwiegendere Unterschiede zwischen der Gruppe mit Fluvoxamin und der ohne fest. In der Versuchsgruppe, die das Mittel verabreicht bekommen hat, starb nur einer der Patienten. In der Vergleichsgruppe starben hingegen zwölf Menschen.

Corona-Hoffnung in Antidepressivum: Mehr Forschung nötig

Die Wissenschaftler gingen mit ihrer Studie dem Ansatz nach, bereits bestehende und zugelassene Medikamente auf ihre Tauglichkeit in Bezug auf Covid-19 zu testen. Gerade, wenn es sich dabei um preiswerte Arzneimittel handelt, wie etwa das getestete Antidepressivum. Ein abschließendes Ergebnis sei die Studie aber laut den Forschenden nicht. Im Gegenteil: Man müsse weiterführende Ergebnisse abwarten. Denn Fluvoxamin könne abhängig machen.

Wie wichtig die Forschung in Bezug auf die Linderung von Corona-Symptomen und vor allem Krankenhausaufenthalten hat, zeigt aktuell die dramatische Situation in Großbritannien.

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