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Corona-Infektion: Wie viele Erkrankte bilden wirklich Antikörper? Studie enthüllt jetzt Zahlen

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Von: Martina Lippl

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UK Biobank: Fast 90 Prozent der Corona-Infizierten haben Antikörper im Blut.
UK Biobank: Fast 90 Prozent der Corona-Infizierten haben Antikörper (Symbolfoto). © Andreas Arnold/dpa

Wer eine Corona-Infektion überstanden hat, hofft dagegen immun zu sein. Britische Forscher haben jetzt aktuelle Daten dazu ausgewertet. Ein weiteres Puzzleteil zur Frage der Corona-Immunität.

London - Ist der Mensch nach einer Corona-Infektion immun? Und wie lange bleibt eine Immunität nach einer Infektion bestehen? Weltweit suchen Forscher nach einer Antwort auf diese Fragen.

Corona-Infektion: Antikörper eine Form der Immunabwehr des Körpers

Das Immunsystem des Menschen ist sehr komplex. Bei einer Infektion versucht das Immunsystem Antikörper gegen das Virus zu bilden. Es sind spezielle Abwehrstoffe - Eiweißmoleküle - gegen das Virus. Menschen überstehen eine Virusinfektion, weil ihr Immunsystem neutralisierende Antikörper gegen die Erreger gebildet hat. Diese sind dann im Blut des Menschen nachweisbar. Die Antikörper geben demnach einen Hinweis auf die Immunität.

Neben Antikörpern kämpft das Immunsystem allerdings auch mit spezifischen Immunzellen, darunter sind auch die sogenannten T-Zellen, wie die Berliner Universität Charité erklärt. Diese T-Zellen sind weiße Blutkörperchen. Sie werden T-Zellen genannt, weil sie im Thymus reifen. So gibt es T-Zellen, die Körperzellen, die von einem Virus infiziert wurden, erkennen und abtöten können. Andere aktivieren sogenannte B-Zellen, die Abwehrstoffe, Antikörper, bilden. Sie scheinen auch für den unterschiedlichen Verlauf einer Covid-19-Erkrankung verantwortlich zu sein.

Immun nach einer Corona-Infektion?

Nach einer Coronavirus-Infektion ist aktuell noch unklar, ob und wie lang Genesene nach einer Erkrankung immun sind. Auch wie lange Antikörper im Blut vorhanden sind und ob ihre Konzentration für eine effektive Abwehr ausreichend sind. Bei Personen mit einer milden oder gar asymptotischen Corona-Infektion nimmt diese sogar relativ schnell ab, schreibt das Robert-Koch-Institut (RKI) unter dem Stichwort „Immunität“ beim Steckbrief zum „neuartigen Coronavirus“.

Bisher seien nur wenige Fälle von Reinfektionen beschrieben worden, so das RKI. Hier hätten eine „Veränderungen im viralen Genom der Viren“ vorgelegen, die in den verschiedenen Infektionsepisoden nachweisbar gewesen wären. Das RKI schließt in seiner Bewertung eine Reinfektion abschließend nicht aus. Das bedeutet: Zumindest nicht alle Menschen sind nach einer Infektion lebenslang immun.

Sicher ist, dass Menschen, die eine Corona-Infektion hinter sich haben - also genesen sind - zumindest vorübergehend vor einer Neuansteckung geschützt sind. Das Risiko erneut an Covid-19 zu erkranken ist zwar gering, aber dennoch möglich. Ein entscheidendes Kriterium der Immunität scheint generell die Anzahl der Antikörper zu sein.

Video: Monoklonale Antikörper - Rettung im Kampf gegen Covid-19?

Britische Studie - Corona-Antikörper bei Infizierten

Eine Studie der größten biomedizinischen Datenbank UK Biobank liefert nun ein weiteres Puzzleteil im Wissen um Immunität nach einer Corona-Infektion. Fast 90 Prozent der Corona-Infizierten haben sechs Monate nach ihrer Infektion Antikörper gegen das Coronavirus im Körper. Das ist das zentrale Ergebnis der UK Biobank-Studie. Bei 88 Prozent der untersuchten Probanden hätten nach den vollen sechs Monaten der Untersuchung Antikörper nachgewiesen werden können, nach drei Monaten war dies sogar bei 99 Prozent der Patienten der Fall.

„Obwohl wir nicht sicher sein können, inwieweit dies mit einer Immunität einhergeht, legen die Befunde nahe, dass Menschen für mindestens sechs Monate vor einer erneuten Ansteckung geschützt sein könnten“, sagte Chef-Forscherin Naomi Allen.

UK Biobank: Corona-Antikörper-Studie

Ob Antikörper noch länger als sechs Monate im Körper der Probanden zu finden sind? Das wollen die Forscher in weiteren Untersuchungen herausfinden. (ml) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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