Coronavirus - Das Hamburger Gesundheitsamt zählt die Todesopfer nicht wie das RKI (Symbolbild).
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Coronavirus - Das Hamburger Gesundheitsamt zählt die Todesopfer nicht wie das RKI (Symbolbild).

Alles nicht so schlimm

Coronavirus: Hamburger Arzt findet alles überzogen - „In keinem Verhältnis zu der Gefahr“

  • Marina Kraut
    vonMarina Kraut
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Alles nicht so dramatisch wie es dargestellt wird. Ein Arzt aus Hamburg zieht seine persönliche Bilanz der Corona-Krise in Hamburg - und findet alles überzogen. 

Hamburg - Die Fallzahlen von Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, steigt täglich an. Ebenso die Zahl der Todesopfer, die an den Folgen der Covid-19 Erkrankung sterben. Über die genaue Berechnung der Todeszahlen gibt es jedoch Unstimmigkeiten. Erst kürzlich meldete die Gesundheitsbehörde der Stadt Hamburg, sie zähle ihre Todesopfer anders als das Robert Koch-Institut.

Während in die Statistik des Institutes alle Todesfälle gehen, die nachweislich das Virus in sich trugen, zählen die Hamburger nur solche, die auch nachweislich daran verstorben sind. In der Hamburger Methode spielt die Rechtsmedizin dabei eine wichtige Rolle. Ein Arzt, der als Rechtsmediziner in Hamburg arbeitet, gab jetzt seine Meinung kund. 

Coronavirus in Hamburg: Rechtsmediziner hält Angst für unverhältnismäßig

Gegenüber der „Hamburger Morgenpost“ sagte der Rechtsmediziner Klaus Püschel, die ganze Situation um die Corona-Krise sei überzogen. Bisher gäbe es in Hamburg kein einziges Todesopfer, das direkt an den Folgen des Sars-CoV-2 gestorben sei - alle Opfer hatten Vorerkrankungen. 

Klaus Püschel hat als Rechtsmediziner wahrhaftig einen Einblick in die Todesfälle. Zusammen mit seinem Team untersucht er die Corona-Opfer der Stadt in Deutschlands Norden. Die Angst rund um die Verbreitung des Virus sei jedoch unverhältnismäßig: „Dieses Virus beeinflusst in einer völlig überzogenen Weise unser Leben. Das steht in keinem Verhältnis zu der Gefahr, die vom Virus ausgeht“, sagt der Arzt. 

Coronavirus: „Dieses Virus beeinflusst in einer völlig überzogenen Weise unser Leben.“

Insbesondere in der Region Hamburg sehe er keinerlei begründeten Zusammenhang zwischen der Ausbreitung der Krankheit und der verbreiteten Todesangst. Im Gegenteil: Püschel ist sich sicher, dass die „Corona-Sterblichkeit nicht mal als Peak in der Jahressterblichkeit“ auftauchen wird. 

Alle von ihm untersuchten Todesopfer haben schlimme Vorerkrankungen* wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, eine schwere Fettleibigkeit oder sie waren Raucher. Das Coronavirus sei in diesen Fällen jeweils der letzte Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen brachte. 

Püschel betont, Deutschland habe keine italienischen Verhältnisse zu befürchten. „Wir haben ein gutes Gesundheitssystem, und ich bin überzeugt, dass wir die Pandemie gut beherrschen können.“ Italien leidet bislang sehr stark unter der Pandemie. Bis gestern (7. April) waren dort rund 17 000 Todesopfer gemeldet. In Deutschland waren es am 8. April rund 1860 Opfer. 

Kurz vor einem entscheidenden Durchbruch in der Corona-Forschung wurde ein Arzt in den USA jetzt erschossen: Die Hintergründe sind noch unklar.

mak

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