Die Aufnahme von Forschern des TU Wien-Spin-off Nanographics zeigt Coronaviren
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Die Coronavirus-Variante B.1.351 zeichnet sich unter anderem durch mehrere Mutationen aus, die das Spike-Protein des Virus verändern

Risiken der Mutante B.1.351

Coronavirus B.1.351: Alle Infos zur Südafrika-Mutante – Symptome, Ansteckung, Impfstoff-Wirksamkeit

Die Mutation B.1.351 des Coronavirus gilt als wesentlich infektiöser und wahrscheinlich auch gefährlicher als andere Formen von COVID-19.

Brazzaville – Am 28. Januar 2021 gab die World Health Organisation (WHO) bekannt, dass sich das Coronavirus SARS-CoV-2 auf dem afrikanischen Kontinent in beschleunigter Geschwindigkeit ausbreitet. Der WHO zufolge nahm die Zahl der Infektionen im Zeitraum vom 29. Dezember 2020 bis zum 25. Januar 2021 um mehr als 50 Prozent gegenüber der Ansteckungsrate im vorangegangenen Monat zu. Als Ursache für diese Entwicklung nannte der WHO-Sprecher eine neue Variante des COVID-Erregers. Dabei spielt die Mutation B.1.351 des Coronavirus die Hauptrolle.

Die Mutation B.1.351 des Coronavirus: Die Herkunft

Das Coronavirus mutiert bei seinen Replikationen häufig. Neben unbedeutenden Mutationen entstehen dabei Varianten, die sich gegen andere Stämme besser durchsetzen können. Dazu gehört die Mutation B.1.351. Sie wurde zum ersten Mal Anfang Oktober 2020 festgestellt. Das Virus tauchte in der südafrikanischen Region Nelson-Mandela-Bay auf. Aus diesen Grund bezeichnen die Medien diese Variante des Coronavirus häufig als „Südafrika-Variante“.

Die Mutation B.1.351 des Coronavirus: Wesentliche neue Eigenschaften

Die Mutation B.1.351 des Coronavirus weist folgende Veränderungen des Spike-Proteins auf, die Einfluss auf Ansteckung und Krankheitsverlauf haben:

  • N501Y
  • K417N
  • E484K

Die Mutationen N501Y und K417N erleichtern es dem Virus, an menschliche Zellen anzudocken und auf diese Weise in den Organismus einzudringen, um sich dort auszubreiten. Durch die Veränderung E484K gelingt es dem Virus besser, die Immunabwehr zu umgehen.

Die Mutation B.1.351 des Coronavirus: Die Veränderung der Ansteckung und Krankheitsverläufe

Die Mutationen führen zu einer deutlichen Erhöhung der Ansteckungsfähigkeit dieser Variante des Coronavirus. Forscher vermuten, dass eine geringere Menge an Viren erforderlich ist, um eine Infektion auszulösen. Darüber hinaus existieren deutliche Hinweise darauf, dass sich mehr Menschen in jüngeren Lebensjahren, auch Kinder, anstecken als bei anderen Corona-Varianten. Außerdem kam es zu vereinzelten Reinfektionen. In Bezug auf den Krankheitsverlauf liegen Indizien vor, die Wissenschaftlern Sorge bereiten: Die Mutation B.1.351 des Coronavirus scheint vermehrt zu schweren COVID-Erkrankungen und mehr Todesfällen zu führen. Gegenwärtig laufen mehrere Untersuchungen zu Symptomen und Krankheitsverläufen.

Die Mutation B.1.351 des Coronavirus: Die bisherige Verbreitung

In Südafrika hat sich die Mutation B.1.351 des Coronavirus innerhalb von wenigen Wochen zum dominierenden Virenstamm entwickelt. Zunächst erfolgte die Ausbreitung in den unmittelbaren Nachbarstaaten Südafrikas. Im Einzelnen handelt es sich dabei um:

  • Namibia
  • Botswana
  • Zimbabwe
  • Mozambique

Seit Beginn 2021 hat sich die Mutation weltweit verbreitet und ist in Europa angekommen. Die WHO führt ein laufendes Monitoring der Ausbreitung durch und informiert die Öffentlichkeit dementsprechend. Dabei zeigt insbesondere Tirol eine auffällige Cluster-Bildung mit intensivem Infektionsgeschehen. Aber auch in Deutschland wächst der Anteil der südafrikanischen Variante an der Anzahl der festgestellten Gesamtinfektionen. So gab der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn am 12. März 2021 bekannt, dass die Variante B.1.351 im Saarland bereits 15 Prozent aller Infektionsfälle ausmache. Das Saarland war zu dieser Zeit das mit Abstand am meisten betroffene Bundesland.

Die Mutation B.1.351 des Coronavirus: Die Impfstoff-Wirksamkeit

Viren-Forscher in aller Welt zeigen sich sehr besorgt, dass es durch die Mutation B.1.351 des Coronavirus zu Ansteckungen und Erkrankungen geimpfter Personen kommen kann. Nach gegenwärtigem Stand der Wissenschaft entfaltet das Vakzin von AstraZeneca gegen die südafrikanische Variante nur eine minimale Impfstoff-Wirksamkeit. Aus diesem Grund hat Südafrika die Impfkampagne mit AstraZeneca Mitte Februar 2021 gestoppt. Die Wirksamkeit der Impfstoffe von Moderna sowie Pfizer/Biontech gegen diese Variante wird noch untersucht. Erste Erhebungen ergaben jedoch, dass es auch bei diesen Vakzinen zu massiven Einschränkungen der Impfstoffwirksamkeit kommen kann. Studien zur Wirksamkeit des Vakzins Johnson & Johnson sind noch nicht abgeschlossen (Stand 16. März 2021).

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