Kommentar

Corona-Demos in Berlin: Die Polizei hätte diese Superspreader-Events früher beenden müssen

  • Sebastian Horsch
    vonSebastian Horsch
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Wo endet die Meinungsfreiheit des Einzelnen? Bei der Gesundheit der Mitmenschen, kommentiert Merkur-Redakteur Sebastian Horsch.

München - Es sind ungewöhnliche Allianzen. In Berlin gingen am Wochenende Party-Volk, Verschwörungstheoretiker, Rechtsausleger und verärgerte Bürger gemeinsam gegen den Staat und seine Corona-Regeln auf die Straße. Das kann man für wenig klug halten, es muss aber trotzdem erlaubt sein – so lange dabei niemand gefährdet wird.

Corona-Demos in Berlin: Virus-Leugner und Maskengegner greifen Polizei an

Doch genau das Gegenteil ist geschehen. Denn mal ganz abgesehen davon, dass am Samstag in Berlin etliche Polizeibeamte verletzt wurden: Auch Abstand zueinander hielten tausende Corona-Leugner und Maskengegner ganz bewusst nicht. Stattdessen provozierten sie. Wer einen Mundschutz trug, wurde von ihnen ausgelacht oder beschimpft.

Corona-Demos: Das Virus auf dem Weg von den Prosten in Berlin zum Urlaub in Bayern?

Zwar gibt es – in gewissem Maße – auch ein Recht auf Unvernunft im Umgang mit der eigenen Gesundheit, doch die daraus resultierende Ansteckungsgefahr* trifft ja nicht nur die Demonstranten selbst, sondern uns alle. Wer gerade noch in Berlin mitmarschiert ist, macht morgen vielleicht schon Urlaub in Bayern. Und da er das Virus* nicht ernst nimmt, schützt er dabei weder sich noch andere. Die Polizei hätte dem Schauspiel in Berlin deshalb früher ein Ende bereiten müssen.

Corona-Demos in Berlln: Ein Superspreader-Event kann sich Deutschland nicht leisten

Klar, es ist eine schwierige Abwägung. Doch die Meinungsfreiheit des Einzelnen endet bei der Gesundheit seiner Mitmenschen. Ein Superspreader-Event unter den Augen der Beamten kann sich der Staat nicht bieten lassen. Das gilt übrigens genauso für die „Black Lives Matter“-Demos vor einigen Wochen, bei denen die Corona-Regeln ebenfalls vielfach ignoriert wurden. *Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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