Falsches Gefühl der Sicherheit

Corona in Berlin: Bürgermeister Müller mahnt - „Keine Lockerungen beschließen, die alles kaputt machen“

  • Martina Lippl
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Nach dem Corona-Gipfel hat der Berliner Senat die Beschlüsse „fast eins zu eins“ übernommen. Bürgermeister Müller warnt vor einem falschen Gefühl der Sicherheit.

  • Die Corona-Lage in Berlin ist weiter angespannt.
  • Der Berliner Senat hat die Bund-Länder-Beschlüsse „fast eins zu eins“ übernommen - mit einer Ausnahme. (siehe Update vom 5. März, 15.48 Uhr)
  • Bürgermeister Müller warnt vor einem falschen Gefühl der Sicherheit. (siehe Update vom 5. März, 15.48 Uhr)
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Hier finden Sie alles zur Corona-Lage in Deutschland.

Update vom 5. März, 15.48 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat (SPD) vor einem falschen Gefühl der Sicherheit angesichts der jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse zur Corona-Politik gewarnt. „In den nächsten Wochen wird es nochmal ganz besonders darauf ankommen, durch Impfen und Testen jeden Tag mehr für Entlastung und Sicherheit zu sorgen“, erklärte Müller am Donnerstag nach einer Sondersitzung des Berliner Senats. Wichtig sei dabei, aufgrund der gewonnenen Sicherheit „keine Lockerungen zu beschließen, die alles kaputt machen, was wir erreicht haben“.

Die Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz seien vom Berliner Senat „fast eins zu eins übernommen“ worden, führte Müller aus. Lediglich die Regelung für Sport von Kindern und Jugendlichen unter freiem Himmel weicht von den Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz ab. Bei gemeinschaftlichem Sport gilt in Berlin ab Montag eine Obergrenze von 20 Kindern bei einem maximalen Alter von zwölf Jahren.

„Ich glaube, das ist ganz wichtig“, sagte Müller mit Blick auf das Sportangebot für Kinder und Jugendliche. Nach monatelangen Einschränkungen sei die „emotionale Belastungsgrenze“ für viele Menschen erreicht. Trotzdem befinde sich Berlin aktuell in einer „schwierigen Phase der Pandemiebekämpfung“, so Müller weiter.

Corona in Berlin: „Es liegen nicht Millionen Impfdosen herum“

Update vom 4. März, 9.12 Uhr: Nach dem Corona-Gipfel will der Berliner Senat an diesem Donnerstag über die Beschlüsse beraten, berichtet der Tagesspiegel. Ab 14 Uhr ist demnach eine Sitzung des Senats geplant, die auf mindestens vier Stunden angesetzt ist.

Kurz vor Mitternacht waren Kanzlerin Angela Merkel (CSU), Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller (SPD), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor die Presse getreten.

Müller widersprach deutlich Berichten, es würde in den Ländern weniger geimpft als möglich sei. Das teilt die Nachrichtenagentur AFP mit. „Es ist keinesfalls so, dass Millionen Impfdosen irgendwo rumliegen und nicht verimpft werden“, sagte er. Vielmehr würden die Länder in der Regel Impfstoff als Puffer für eine Woche zurückhalten, um etwa bei verzögerten Lieferungen nahtlos weiter impfen zu können.

Wichtig sei jetzt, weitere Impfkapazitäten aufzubauen, weil die Impfzentren demnächst an ihre Grenzen stießen. Deshalb müssten die niedergelassenen Ärzte in die Impfungen einbezogen werden, sagte Müller. Das Impfen in den Praxen soll demnach zum Monatswechsel starten. Berlin liegt im Ländervergleich beim Impfen weit vorn - auf Platz zwei mit 3,4 Prozent, laut Impfdashboard. Nach Angaben der Berliner Gesundheitsverwaltung haben 5,2 Prozent die erste Dosis erhalten und 3,24 Prozent bereits die zweite.

Berlins Regierender Bürgermeister sieht Deutschland derzeit in der „sensibelsten Phase der Pandemiebekämpfung“. Es gehe nicht mehr um das „Aufmachen oder Zumachen“, sondern darum, „wie besonnen wir damit umgehen, wenn die Zahlen leicht steigen oder bestenfalls stagnieren“, sagte Müller am Mittwoch nach dem Bund-Länder-Spitzengespräch in Berlin.

Die neuen Maßnahmen im Überblick für den Lockerungsplan findend Sie hier im Überblick. Beim Thema Schule werden die Länder voraussichtlich in eigener Verantwortung die Rückkehr in den Präsenzunterricht planen.

„Wir werden dann sehen, wann die nächsten Jahrgangsstufen auch möglich sind“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), am frühen Donnerstagmorgen nach der Bund-Länder-Runde zu Corona in Berlin. Dies würden die Länder aufgrund ihrer jeweiligen Inzidenz-Lage beschließen, teilte die Nachrichtenagentur dpa mit. 

Berlin-Zahlen steigen vor Corona-Gipfel: Lockdown bis Ostern droht - Hoffnung immerhin für Eltern

Update vom 3. März, 12.41 Uhr: Die bisherige 35er-Lockerungsgrenze wackelt. Noch ist nichts entschieden. Doch vor dem Bund-Länder-Corona-Gipfel sind Lockerungen bis zu einer 7-Tage-Inzidenz von 100 im Gespräch.

Nach einem aktualisierten Entwurf von Mittwochmorgen (7.30 Uhr) sind eingeschränkte Öffnungen in Regionen möglich, in denen die 100er-Marke unterschritten wird. Neben Terminshopping-Angeboten könnten dann Museen, Galerien, zoologische und botanische Gärten „für Besucher mit vorheriger Terminbuchung“ geöffnet werden. Ebenso könnte dort „Individualsport alleine oder zu zweit und Sport in Gruppen von bis zu zehn Kindern bis 14 Jahren im Außenbereich“ erlaubt werden.

Außengastronomie, Theatern, Konzert- und Opernhäusern, Kinos sowie kontaktfreiem Sport im Innenbereich und Kontaktsport im Außenbereich - könnte dem neuen Entwurf zufolge schon bei 7-Tage-Inzidenzen bis 100 erfolgen.

In Regionen mit einer stabilen Inzidenz bis 100 soll dann auch der Einzelhandel über Terminshopping-Angebote hinaus geöffnet werden dürfen, mit einer Beschränkung der Kundenzahl je nach Verkaufsfläche.

Die geplante „Notbremse“ soll nach diesem Entwurf ab der 100er-Marke gelten. Überschreitet die Inzidenz in drei Tage in Folge die 100, sollen die Öffnungsschritte wieder zurückgenommen werden, also wieder die derzeitigen Lockdown-Corona-Beschränkungen gelten.

Corona in Berlin - Keine weiteren Lockerungen über Ostern

Bei den Kontaktbeschränkungen sind ab dem 8. März Lockerungen vorgesehen. Das Treffen mit einem weiteren Haushalt - beschränkt auf fünf Personen (Kinder unter 14 Jahren nicht mitgezählt) soll demnach möglich sein. Weitere Lockerungen über Ostern seien bisher nicht vorgesehen.

Berlin-Zahlen steigen vor Corona-Gipfel: Lockdown bis Ostern droht - Kitas öffnen wieder für alle Kinder

Update vom 3. März, 10.14 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) erwartet einen „langen Abend“, wie er im ARD-Morgenmagazin sagt. Vor dem Corona-Gipfel an diesem Mittwoch (3. März) fordert Müller eine klare Ansage von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Er erwarte zum Thema Impfen und Testen „harte Aussagen, an denen wir uns orientieren können“. Unverständlich sei für Berlins regierenden Bürgermeister, dass es nicht schon längst eine Verständigung mit den niedergelassenen Ärzten gebe. „Wir brauchen auch die niedergelassenen Ärzte. Wir brauchen auch die Arztpraxen, die uns in Zukunft unterstützen.“

Corona in Berlin - Anteil der britischen Mutation bei fast 44 Prozent

Die britische Corona-Mutation B.1.1.7 breitet sich in Berlin weiter aus. Der Anteil in den positiven Corona-Tests liegt nach Angaben der Gesundheitsverwaltung bei fast 44 Prozent. Die 7-Tage-Inzidenz liegt in Berlin bei 68,5. Keiner der Berliner Bezirke hat bisher das Bund-Länder-Ziel - einen Wert unter 35 erreicht. In den vergangenen 24 Stunden wurden 482 Neuinfektionen und 25 weitere Todesfälle laut der Gesundheitsverwaltung verzeichnet.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD).

Berlin-Zahlen steigen vor Corona-Gipfel: Kitas öffnen wieder für alle Kinder - folgen nun weitere Lockerungen?

Erstmeldung vom 2. März 2021

Berlin - Der Lockdown soll bis Ende März verlängert werden, aber gleichzeitig soll es Lockerungen bei Kontaktbeschränkungen und Einzelhandel geben. Das sieht zumindest ein Beschlussentwurf für das anstehende Bund-Länder-Treffen vor.

Werden die Corona-Maßnahmen in Berlin gelockert? Im Anschluss an dem Corona-Gipfel am 3. März informieren wir Sie hier im News-Ticker. Kurz nach dem Treffen wird erfahrungsgemäß Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) auf einer Pressekonferenz die Maßnahmen verkünden.

Der Berliner Senat hatte schon im Vorfeld einen Stufenplan für Lockerungen entwickelt. Spürbare Lockerungen waren darin an den Inzidenzwert 35 gekoppelt. Dynamische Faktoren wie der Reproduktionswert - kurz R-Wert, die Auslastung der Intensivbetten mit Corona-Patienten, sowie eine Impfquote spielen dabei auch eine Rolle. Besonders ehrgeizig: Bleiben die Inzidenzwerte 14 Tage am Stück unter 35, greifen im Berliner Stufenplan weitere Öffnungsschritte.

Coronavirus in Berlin - Corona-Lockdown bis zu den Osterferien?

Die sogenannten „4er-Runde“ hat sich in der Vorbereitung auf den Corona-Gipfel am 3. März auf einen Entwurf geeinigt. Der Runde gehören Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Finanzminister Olaf Scholz (SPD), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) an. Das Papier mit den wichtigsten Punkten liegt Merkur.de vor.

Angesichts der Corona-Fallzahlen in Berlin wird es wohl keine größeren Lockerungen geben. In keinem der zwölf Berliner Bezirke liegt die Inzidenz momentan unter 50. Für gesamt Berlin gibt das Robert Koch-Institut (RKI) eine 7-Tage-Inzidenz von 62,7 an (Stand: 2. März 2021). Der Senat dämpft die Hoffnung. Doch alle Grundschüler (vierte bis sechste Klasse) sollen ab dem 9. März zurückkehren, Oberstufenschüler ab dem 17. März.

Corona: Berliner Kitas öffnen - Regelbetrieb ab 9. März

Auch die Kitas starten ab kommenden Dienstag (9. März) wieder in den Regelbetrieb. Für alle Kinder soll es ein „Betreuungsangebot“ von mindestens sieben Stunden pro Tag geben. Außerdem ist vorgesehen, dass jede Kita mindestens eine Gruppe mit einer Betreuungsdauer von bis zu neun Stunden anbietet. Das berichtet die Berliner Morgenpost. Hygienekonzepte und feste Gruppen zur Kontaktvermeidung soll es demnach weiter geben.

Das Vorgehen begründete die Bildungsverwaltung in einer Erklärung, so der Tagesspiegel. Der Schritt erfolge demnach vor dem Hintergrund des „stabilen, sehr geringen Infektionsgeschehens in den Berliner Kitas in den vergangenen Wochen“. Für das Kita-Personal solle zudem zwei Tests pro Person und Woche bereitgestellt werden. Die Beschäftigten würden zudem zeitnah zu einer Corona-Impfung eingeladen.

Mehr zur Corona-Lage in Deutschland finden Sie hier im News-Ticker.

Die aktuelle Corona-Lage in Berlin - Hier gibt es die meisten Neuinfektionen

  • Berlin Pankow 50,1
  • Berlin Reineckendorf - 65,3
  • Berlin Spandau - 64,8
  • Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf -73,1
  • Berlin Steglitz-Zehlendorf - 75,1
  • Berlin Tempelhof-Schöneberg - 64,4
  • Berlin Neukölln - 97,0
  • Berlin Friedrichshain-Kreuzberg - 70,6
  • Berlin Lichtenberg - 67,0
  • Berlin Marzahn-Hellersdorf - 58,2
  • Berlin Mitte - 80,4

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