+
Das neuartige Coronavirus breitet sich weiter aus. 

Es gibt bereits Alarmpläne 

Asien in Angst vor tödlichem Coronavirus: So hoch ist die Gefahr für Deutschland 

  • schließen

Das neuartige Coronavirus breitet sich aus. Nachbarländer und sogar die USA melden Patienten. Die Weltgesundheitsorganisation will nun beraten.

  • Das neuartige Coronavirus breitet sich weiter aus. 
  • Nun gibt es sogar einen ersten Fall in den USA. 
  • Kliniken und Flughäfen sind in Alarmhaltung. 

München – Es begann im Dezember auf einem Fisch- und Geflügelmarkt in Wuhan, einer Elf-Millionen-Stadt in Zentralchina. Von welchem Tier das Virus auf einen Marktbesucher übersprang, ist unklar. Seitdem aber breitet es sich aus. Inzwischen ist klar, dass es von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Mindestens 15 Krankenhausmitarbeiter haben sich in Wuhan schon angesteckt. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat sich höchstpersönlich im Fernsehen zu Wort gemeldet und angeordnet, alles zu tun, um die Krankheit einzudämmen.

Wie sich die mysteriöse Lungenkrankheit entwickelt und ausbreitet, können Sie in unserem Nachrichten-Ticker zum Coronavirus nachlesen.

Mysteriöses Coronavirus: Zahl der Toten steigt - Erster Fall in den USA 

Das Sars-Virus gehört zur Gruppe der Coronaviren. Bereits 2002/2003 hatte ein Sars-Virus eine weltweite Pandemie mit 8000 Infizierten und rund 800 Toten ausgelöst. Ausgangspunkt war ebenfalls China. Dieses Mal handelt es sich um eine andere Variante, denn Coronaviren sind genetisch hochvariabel. Nicht alle sind gefährlich, dieses schon.

Das Virus löst Symptome einer Lungenentzündung aus. 291 bestätigte Infektionen und sechs Tote gab es bis Dienstag, die Zahl wächst täglich. Ebenso die Nervosität. Denn das Virus hat China verlassen. Die US-Stadt Seattle meldete einen Erkrankten, ebenso Taiwan , Thailand, Japan und Südkorea,in Australien gibt es einen Verdachtsfall. Alle Erkrankten waren zuvor in Wuhan.

Coronavirus in Asien auf dem Vormarsch - Noch kein Fall in Europa 

Die Nervosität ist auch deshalb groß, weil in China am Samstag Neujahrsfest gefeiert wird. Hunderte Millionen Chinesen sind dann unterwegs. Sogar an der Börse ist das Virus angekommen. Die Sorge vor einer weltweiten Ausbreitung belastete gestern die Kurse, vor allem von Fluggesellschaften.

Das neuartige Coronavirus kann von Mensch zu Mensch übertragen werden. 

In Europa ist noch kein Fall aufgetreten. Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin stufte das Risiko für Deutschland als „sehr gering“ ein. Das Auswärtige Amt hat keine Reisewarnung ausgegeben, rät nur, Märkte mit Tierprodukten und den Kontakt zu kranken Menschen und Tieren zu meiden. An der München Klinik Schwabing, die Bayerns einzige spezialisierte Abteilung für hochansteckende Infektionen beherbergt, hält man den Erreger nicht für ein neues Killervirus. Die Sterblichkeit sei sehr gering, sagte Leiter Clemens Wendtnerunserer Zeitung. Natürlich beobachte man die Situation genau. 

Coronavirus in Asien: Akute Gefahr auch für Deutschland? 

Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité mahnte zur Vorsicht. „Wir müssen damit rechnen, dass wir Fälle nach Deutschland bekommen, wir müssen uns im gesamten Gesundheitssystem darauf vorbereiten.“ Die Charité fahre „alle Testsysteme hoch“. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat für heute ein Krisentreffen angekündigt. Sollte die WHO einen internationalen Gesundheitsnotstand ausrufen, könnten Grenzkontrollen und das Einrichten spezialisierter Behandlungszentren die Folgen sein. Auch Flughäfen wären dann wohl betroffen.

Deutschlands größter Flughafen in Frankfurt hatte gestern noch keine Maßnahmen geplant. Man stehe aber in enger Abstimmung mit den Behörden und habe Erfahrungen mit vergangenen Epidemien. Auch Bayerns Gesundheitsministerium teilte am Abend mit, man sei „für den unwahrscheinlichen Fall des Auftretens einer solchen Erkrankung im Flugreiseverkehr gut vorbereitet“. Es gebe Alarmpläne. In Bayern existiere eine 24-Stunden-Rufbereitschaft der „Task Force Infektiologie Flughafen“. Sie sei „jederzeit einsatzbereit und mit eigenen Räumen am Flughafen München vertreten“. Aus München und Frankfurt gibt es keine Direktflüge nach Wuhan.

Coronavirus in Asien: Fieberkontrollen auf Flughäfen eingeführt 

Mehrere asiatische Flughäfen haben Fieberkontrollen für Reisende aus Wuhan eingeführt – was Drosten für ineffektiv hält, denn in der Inkubationszeit trete noch kein Fieber auf. In Italien wurden die Piloten instruiert, Verdachtsfälle sofort zu melden. In Australien sollen als Folge des Verdachtsfalls Passagiere aus Wuhan von einem Expertenteam empfangen und überprüft werden.

Dass ein zuvor unbekanntes Virus auf Menschen übergreife, komme etwa alle zehn Jahre vor, sagte Drosten. Die meisten Viren stammen aus dem Tierreich. Gerade Säugetiere tragen Erreger, die die Artenbarriere überspringen können. Als Quelle neuer Coronaviren gelten unter anderem Fledermäuse und Flughunde, aber auch Nutztiere.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Niedersachsen: Anzahl der Corona-Infektionen übersteigt 6000
Die Anzahl der Corona-Fälle in Niedersachsen steigt auf insgesamt über 6000. Ministerpräsident Weil sieht nach der Krise Veränderungen auf die Menschen zukommen. 
Niedersachsen: Anzahl der Corona-Infektionen übersteigt 6000
Coronavirus in Italien: Zahl der täglichen Todesopfer sinkt zweiten Tag in Folge
In Italien sind bereits 120 Ärzte und Pflegekräfte am Coronavirus gestorben. Die Zahl der Toten liegt bei über 15.000. Doch die Zahl der täglichen Todesopfer sinkt.
Coronavirus in Italien: Zahl der täglichen Todesopfer sinkt zweiten Tag in Folge
Coronavirus bei Tiger in New Yorker Zoo nachgewiesen
In einem Zoo in New York ist das Coronavirus bei einem Tiger festgetellt worden. Offenbar wurde das Tier durch einen seiner Pfleger infiziert.
Coronavirus bei Tiger in New Yorker Zoo nachgewiesen
Peinliches Geständnis auf DHL-Zettel sorgt für Lacher: „Entschuldigung, ich habe ...“
Auch Paketboten unterlaufen Fehler. Ein peinliches Geständnis auf einem DHL-Zettel sorgt nun für Lacher im Netz.
Peinliches Geständnis auf DHL-Zettel sorgt für Lacher: „Entschuldigung, ich habe ...“

Kommentare