Mit Sinopharm hat nun auch in China erstmals ein Pharmahersteller eine Zulassung für die breite Anwendung eines Corona-Impfstoffes erhalten.
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Mit Sinopharm hat nun auch in China erstmals ein Pharmahersteller eine Zulassung für die breite Anwendung eines Corona-Impfstoffes erhalten.

23-Jährige reiste von Großbritannien ein

Coronavirus in China: Englische Mutation in Shanghai - Behörden lassen Impfstoff zu

  • Luisa Billmayer
    vonLuisa Billmayer
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In China brach die Corona-Pandemie einst aus. Jetzt wurde die mutierte Variante aus England in Shanghai festgestellt.

  • Die Corona-Mutation aus England wurde in Shanghai entdeckt.
  • Eine junge Frau reiste von Großbritannien nach China.
  • Unterdessen ließen die Behörden erstmals offiziell einen Impfstoff zu.

Peking - Die neue und ersten Vermutung nach deutlich ansteckendere Variante des Coronavirus* wurde erstmals auch in China nachgewiesen. Das mutierte Virus sei bei einer 23-Jährigen in Shanghai nachgewiesen worden. Auch sie soll sich in Großbritannien angesteckt haben. Am 14. Dezember reiste sie von dort nach China ein, wie die chinesischen Gesundheitsbehörden am Mittwoch (30. Dezember) mitteilten.

China meldet erste Corona-Infektion mit Mutation aus Großbritannien

Die neue Mutation war in Großbritannien* entdeckt worden. Über 50 Länder haben daher strengere Reisebeschränkungen verhängt. China setzte am 24. Dezember Direktflüge von und nach Großbritannien auf unbestimmte Zeit aus. Auch in Deutschland war die Mutation aufgetreten. Experten befürchten, dass die Variante deutlich ansteckender sein könnte als die Ursprungsform des Coronavirus. Es gibt hingegen keine Hinweise, dass die Virus-Variante für den Einzelnen gefährlicher wäre.

Unterdessen hat China den ersten Corona-Impfstoff offiziell zugelassen. Es handelt sich um das Vakzin des Herstellers Sinopharm. Die Daten hätten gezeigt, dass das Präparat die einschlägigen Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Nationalen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde erfülle, hieß es am Donnerstag (31. Dezember) in einer offiziellen Mitteilung.

Coronavirus: China lässt ersten Impfstoff offiziell zu

Ein erster Schritt ist damit geschafft, es handle sich jedoch nur um eine „bedingte Zulassung“, hieß es in der Mitteilung. In Zukunft müssten die Haltbarkeit und die Schutzwirkung der Impfimmunität kontinuierlich beobachtet werden. Sinopharm hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass sein Impfstoff einen mehr als 79-prozentigen Schutz vor Covid-19 (79,34 Prozent) bieten soll. Diese Angabe wurde von den Behörden bestätigt. Der in Deutschland eingesetzte Biontech-Impfstoff* verspricht hingegen 95 Prozent Wirksamkeit.

Video: Ein Jahr Corona: Wie die Pandemie begann

Drei weitere chinesische Firmen sollen sich in der Endphase der Impfstoffentwicklung* befinden. China hatte sich das Ziel
gesetzt, bis Ende des Jahres 600 Millionen Dosen auf den Markt bringen zu können. Zuletzt war in Staatsmedien auch davon die Rede, bis Mitte Februar 50 Millionen Chinesen impfen zu wollen. Das Land hat rund 1,4 Milliarden Einwohner.

Obwohl es bislang keine Zulassung für die breite Öffentlichkeit gab, laufen in China bereits seit dem Sommer Impfungen. Nach Schätzungen wurden über Notfallzulassungen bereits weit mehr als eine Million Menschen ein Impfstoff verabreicht. Die Corona-Pandemie war in China ausgebrochen. Weil eine Bloggerin kritisch über den Umgang mit dem Virus berichtet hatte, wurde sie zu vier Jahren Haft verurteilt. (lb mit dpa/AFP) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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