Leere Coca-Cola-Flaschen stehen in einer Kiste
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Dieser Kasten Cola hatte sicher nie Corona.

10„Gezielte Gefährdung des Lebens“

Corona in Coca-Cola-Probe: Apotheker macht den Test - und steckt jetzt schwer in der Bredouille

  • Franziska Schwarz
    vonFranziska Schwarz
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Auch ein FPÖ-Mann hat schon einen Corona-Test und einen Softdrink zusammengebracht - das war allerdings politisch motiviert.

  • Ein Corona-Test hat für einen Pharmazeuten ein juristisches Nachspiel.
  • Das von ihm publizierte Testergebnis ging viral.
  • Der Hersteller der Tests hat jetzt Anzeige erstattet.

Nanterre - Dieser Prank ging so richtig nach hinten los: Ein Apotheker hat eine Coca-Cola-Probe angeblich positiv auf auf Corona getestet - jetzt hat der Schnelltest-Hersteller Anzeige erstattet. Das Pariser Unternehmen AAZ sieht darin „eine gezielte Gefährdung des Lebens anderer“. Das Video des französischen Pharmazeuten war alleine auf Facebook mehr als 40.000 Mal geteilt worden.

„Wir haben uns mit Freunden einen Scherz erlaubt“, sagte er nun der Nachrichtenagentur AFP und will dabei anonym bleiben. Er habe nicht mit einer so großen Wirkung gerechnet. „Sogar Verschwörungstheoretiker haben mein Video geteilt“, sagte er zerknirscht. „Dabei bekämpfe ich sie, und nun bin ich ihr Kronzeuge, das ist grauenhaft.“

Corona-Tests an Lebensmitteln und Getränken: „Fake News“ und nicht sinnvoll

Zudem klagt AZZ wegen der „Verbreitung von Fake News“. Die Staatsanwaltschaft des Pariser Vororts Nanterre prüft die Klage nach eigenen Angaben noch. Die Corona-Test-Hersteller weisen darauf hin, dass sie nicht für Nahrungsmittel ausgelegt sind und falsche positive Ergebnisse deshalb keinerlei Aussagekraft haben.

In Europa verbreiten sich seit Wochen ähnliche Videos, in denen Getränke oder Lebensmittel „positiv“ auf Corona getestet werden. Prominentes Beispiel in Österreich: FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz. Er vollführte während einer Rede einen Corona-Schnelltest an einem Glas Cola, berichtete die Welt. Das angeblich positive Ergebnis war für ihn der Beweis, dass die damals geplanten Massentests nicht bringen würden.

Eiscreme verantwortlich für Covid-19-Erkrankungen? Faktenchecker rollen mit den Augen

Allerdings: Später habe sich herausgestellt, dass er den Test schlicht falsch angewendet hatte. Das Faktenchecker-Portal Full Fact warnt überdies: „Es gab nie eine Kiwi, die positiv auf Corona getestet wurde.“ Diese Frucht wurde in den sozialen Netzwerken mit einem entsprechenden Video aus Italien debattiert:

Die Frucht, oder auch Cola, seien viel zu säurehaltig. Ebenfalls im Gespräch gewesen: Eine Süßigkeit. Selbst der renommierte The Independent aus Großbritannien brachte damals die Schlagzeile: „Eiscreme aus China positiv auf Corona getestet“ - auch wenn die Redaktion sofort einschränkte, dies „sei kein Grund zur Panik“. Das Milcherzeugnis hat ja schließlich nicht so viel Ähnlichkeit mit menschlichen Körperflüssigkeiten. Eine Übersicht der Arten an Corona-Tests finden Sie hier. (frs mit Material der AFP)

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