Coronavirus in München: Zahl der Infizierten steigt rasant an - neuer Sprung am Mittwoch

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Virologen entwickeln Impfstoff

Coronavirus breitet sich aus: Deutschland dank Forschung vorbereitet

Das Coronavirus breitet sich auch in Deutschland aus. Die Forschung ist auch dank Testverfahren vorbereitet. Ein Impfstoff wird entwickelt und steht möglicherweise vor dem Durchbruch

  • Das Coronavirus breitet sich aus und hat mittlerweile auch Deutschland erreicht. 
  • Einer der ersten Schnelltests wurde in einem Labor in Berlin entwickelt. 
  • Die Forschung ist wesentlich weiter als seinerzeit beim Sars-Virus. 

München - Das neuartige Coronavirus hat auch Deutschland erreicht. Während im Hauptverbreitungsland China bereits viele Menschen gestorben sind, sieht sich die Bundesrepublik nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gut aufgestellt. Wohl auch, weil sich direkt nach der Entschlüsselung des Erbguts des Virus mit dem vorläufigen Namen 2019-nCoV weltweit Labore und Forscher daran machten, entsprechende Tests zu entwickeln.

Das Labor des Virologen Christian Drosten in Berlin gehörte zu den ersten, die solch einen Schnelltest binnen kürzester Zeit anboten. Solch ein Test sei eigentlich gar nichts Besonderes, wie der Direktor des Instituts für Virologie an der Charité der Nachrichtenagentur dpa erklärte. „Das ist ein Standardverfahren im Labor, eine Polymerasekettenreaktion.“ 

Das Ziel dieses Tests: Verdachtsfälle in Deutschland zu prüfen, ob die Patienten tatsächlich das neuartige Virus in sich tragen. Ohnehin seien laut Drosten viele Labore heutzutage in der Lage, derartige Tests zu entwickeln, sagte der Virologe. 

Coronavirus: In Deutschland entwickelter Schnelltest steht weltweit zur Verfügung

Das Labor von Drosten war bereits im Zuge der Sars-Pandemie 2002/2003 an der Beschreibung des Erregers beteiligt und hatte damals ebenfalls einen ersten Test entwickelt. Dazu passend: Das Sars-Virus ähnelt dem neuen Erreger sehr stark. Zudem werde, so Drosten, in seinem Institut an anderen verwandten Viren gearbeitet. Aus dieser Erfahrung heraus sei es rasch gelungen, einen treffsicheren Test für das von Mensch zu Mensch übertragbaren Coronavirus herzustellen.

Dieser entwickelte und ausgeforschte Test stehe nun Laboren weltweit zur Verfügung. Und zwar, wie Drosten erläuterte, „nicht nur in Form eines, sagen wir, Kochrezepts fürs Labor, also nur der Information, wie man es macht, sondern es gibt ein entscheidendes Molekül“. Diese sei nicht einfach nachzumachen, erläuterte der Virologe: „Das muss man zugeschickt bekommen, und das machen wir. Das heißt, wir packen Briefumschläge und schicken sie in alle Welt, wo dieses Molekül drin ist.“

Coronavirus: Auch in USA und China entwickelten Forscher Tests

Derzeit sind Forscher in China, wo wegen des Coronavirus Kreuzfahrten abgesagt wurden, und weltweit in der Lage, die Viren von neuen Patienten entsprechend zu untersuchen und aufgrund der genetischen Veränderungen zu bestimmen: Von welchen Viren-Varianten stammen sie ab? Wie schnell mutieren sie? Darüber hinaus lässt sich bedingt auch vorhersagen, wie sich die Viren künftig verhalten könnten. 

In einigen Ländern wie den USA und China seien eigene Tests für die Gesundheitslabore des Landes entwickelt worden. Viele Staaten griffen auf die Tests aus dem Labor des Berliner Virologen Drosten, der Deutschland gegen das Coronavirus insgesamt gut gewappnet sieht, zurück. Hoffnung kommt aus Australien: Dort ist es Forschern bereits gelungen, das Virus nachzuzüchten. Außerdem geben Experten Entwarnung, der Erreger kann sich wohl nicht in einem Paket per Post einschleichen

US-Forscher haben nun ein mobiles Testgerät entwickelt, das sich an Smartphones andocken lässt und Infektionskrankheiten diagnostizieren kann.

Coronavirus: Forschung arbeitet an Impfstoffen

Einen Impfstoff gegen das Coronavirus, auf das verschiedene Symptome hinweisen können, gibt es derweil noch nicht. Allerdings gibt es Fortschritte bei der Entwicklung von entsprechenden Impfstoffen - insbesondere MERS-CoV-Impfstoffe. 

Unter anderem Virologen der Universität Marburg sind an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen den Lungen-Erreger beteiligt. Dafür nutzen die Wissenschaftler eine sogenannte Impfstoffplattform, wie Professor Stephan Becker, der Direktor des Marburger Instituts für Virologie, erläuterte. Mit diesem Verfahren sollen möglichst schnell Gegenmittel für neue Viren gefunden werden - auch für das in Wuhan ausgebrochene Coronavirus

Er betonte aber auch: „Man kann aber nicht erwarten, dass man bereits in der ersten Ausbruch-Phase eines neuen Virus einen Impfstoff zur Verfügung hat.“ Auch seine gegen das neuartige Coronavirus selbst gerichtete Therapie gibt es aktuell nicht. Es werden die Symptome behandelt.  

Rubriklistenbild: © dpa / Arne Dedert

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