Im Münchner Klinikum Schwabing wird der erste Coronavirus-Patient Deutschlands behandelt.
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Im Münchner Klinikum Schwabing wird der erste Coronavirus-Patient Deutschlands behandelt.

Erster Infizierter in Deutschland

Coronavirus in München: Darum wurde er in Klinik Schwabing behandelt 

  • Sonja Plagmann
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Als Erstes hatte sich deutschlandweit ein 33-jähriger Bayer mit dem Coronavirus infiziert. Er wurde im Münchner Klinikum Schwabing behandelt. Wieso dort? 

  • Nach über 100 Todesfällen in China, kam das Coronavirus auch in Deutschland an.
  • Im Landkreis Starnberg infizierte sich ein Mitarbeiter der Firma Webasto.
  • Der Mann wurde anschließend im Münchner Klinikum Schwabing behandelt und ist inzwischen genesen.

München - Der erste bestätigte Coronavirus-Patient in Deutschland kam aus Bayern. Er hatte sich bei einer Frau aus China in seiner Firma angesteckt. Die Frau war zu einer Fortbildung bei dem deutschen Automobilzulieferer Webasto im Landkreis Starnberg gewesen. Der Infizierte wurde im Münchner Klinikum Schwabing behandelt. 

Coronavirus: Was wir bisher über das Virus aus China wissen

Das Virus kann eine Lungenkrankheit auslösen, an dem in China zu diesem Zeitpunkt mehr als 100 Menschen gestorben waren. Die meisten davon waren ältere Patienten mit schweren Vorerkrankungen. Schon vor der ersten Erkrankung in Deutschland hatte ein Experte eine Warnung für Deutschland ausgesprochen.

Lesen Sie auch: Weitere Coronavirus-Fälle in Oberbayern? BRK-Einsatzkräfte holen Familie in Schutzanzügen ab

Symptome und Behandlung des Coronavirus

Die Symptome des Coronavirus ähneln teilweise denen einer Grippe: Fieber, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Atemprobleme sowie eine Lungenentzündung können Anzeichen sein. Auch wenn Forscher in Australien bereits einen Durchbruch erzielt haben und das Coronavirus erfolgreich nachgezüchtet haben, gibt es noch keine Impfung oder eine spezielle Therapie zur Behandlung der Erkrankung. Die Symptome können aber mit Medikamenten abgemildert werden.

Video: Coronavirus - Wie können Sie sich schützen?

Coronavirus-Patient in Klinikum München Schwabing behandelt

Am Wochenende vom 25. auf den 26. Januar 2020 entwickelte auch der 33-Jährige aus Landsberg am Lech Symptome, ging aber trotzdem am Montag darauf wieder zur Arbeit in der Firma Webasto in Stockdorf im Landkreis Starnberg. Dort erfuhr er von der Coronavirus-Erkrankung der Mitarbeiterin aus China und wendete sich an das Tropeninstitut, wo er positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Der erste deutsche Coronavirus-Patient wurde daraufhin in das Münchner Klinikum Schwabing gebracht.

Coronavirus-Behandlung: Was zeichnet das Klinikum Schwabing aus? 

Dass er nach Schwabing gebracht wurde, hat einen guten Grund: Das Klinikum ist Bayerns erste Adresse für hochansteckende und lebensbedrohliche Infektionen.

In dem Krankenhaus in der Nähe des Luitpoldparks in München wurden auch schon an dem als gefährlich geltenden Sars-Erreger erkrankte Patienten behandelt. Auch Ebola-Patienten könnten dort aufgenommen und behandelt werden. 

Im Jahr 2013 wurde im Klinikum Schwabing bereits ein 73-jähriger Mann aus Abu Dhabi behandelt, der an dem Coronavirus HCoV-EMC erkrankt war, wie damals die Augsburger Allgemeine berichtete. Er verstarb an Multi-Organversagen. 

Lesen Sie dazu: Sind Corona-Infizierte schon ansteckend, bevor sie selbst etwas merken? Wie schnell man sich das Virus einfangen kann, zeigt eine Studie zu den ersten Fällen bei Webasto in Starnberg - mit ernüchterndem Fazit.

So wird der erste Coronavirus-Patient Deutschlands im Münchner Klinikum Schwabing behandelt

Der 33-Jährige aus Landsberg wurde auf der Infektnormalstation behandelt. Für den Erreger reicht laut Chefarzt Clemens Wendtner zum Schutz von anderen Patienten und Mitarbeitern ein über eine Schleuse zu erreichendes normales Isolationszimmer aus - die Sonderisolierstation musste nicht aktiviert werden.

Chefarzt Clemens Wendtner zieht vorläufige Bilanz

Der Chefarzt der Klinik Clemens Wendtner zog aus den ersten Wochen eine vorläufige Bilanz. Zunächst: "Ruhe bewahren." Das war in den ersten Tagen nicht einfach, als noch scharenweise Menschen in die Notaufnahme kamen, weil sie glaubten, sich irgendwo mit dem Erreger infiziert zu haben. Dazu kamen Reporter, die durch die Gänge streiften, auf der Suche nach den isolierten Patienten. Der Sicherheitsdienst musste Bereiche der Klinik abriegeln.

Aber auch wissenschaftlich gesehen, waren diese Wochen sehr lehrreich. Wendtner und Kollegen konnten zeigen, dass Patienten infektiös sind, auch wenn sie nur milde Symptome spüren.

"Außerdem konnten wir beobachten, dass das neue Coronavirus nicht wie der verwandte Sars-Erreger im tiefen Atemtrakt zu Hause ist, sondern oben im Rachenraum und später einen Etagenwechsel in die Lunge vollziehen kann", sagt der Arzt.

Neue Krankheitsbilder: Bislang galten vor allem trockener Husten und Fieber als Coronavirus-Symptome. Ärzte wurden nun weltweit auf andere Merkmale aufmerksam - die besonders bei jüngeren Patienten auftreten.

spl mit dpa und AFP

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