Fünfter Impfstoff?

CureVac Zulassung bereits im Mai? Hersteller macht Hoffnung - doch sieht eindeutiges Problem

CureVac ist die Impfstoff-Hoffnung aus Tübingen. Die Liefer-Prognosen sind vielversprechend. Doch zunächst muss das Unternehmen die Hürde der Zulassung nehmen. Kommt sie schon im Mai?

Tübingen - Der Impfstoff von CureVac wäre das fünfte Vakzin neben den Wirkstoffen von Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson&Johnson, das in der EU zugelassen ist. Nach Aussagen des deutschen Unternehmens könnte das gar nicht mehr so lange dauern. Das Vakzin könnte nach Einschätzungen sogar früher von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassen werden als bisher erwartet.

„Wir sind bereits sehr fortgeschritten in der dritten klinischen Testphase und erwarten die Daten für das finale Zulassungspaket“, sagte Unternehmenssprecher Thorsten Schüller der Augsburger Allgemeinen. Momentan läuft eine bereits fortgeschrittene Studie in Europa und Lateinamerika mit rund 35.000 Teilnehmern zur Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten. CureVac hoffe daher auf eine Zulassung „im Mai oder Juni“. Zuletzt war der Hersteller von einer EMA-Zulassung bis Ende Juni ausgegangen. Dieses Vorhaben ist mittlerweile allerdings gescheitert.  

CureVac: Eine Milliarde Impfdosen im nächsten Jahr? - Neuer Impfstoff hat klare Vorteile

Doch mit wie viel Corona-Impfstoff von CureVac kann gerechnet werden? CureVac plane weiter mit der Produktion von bis zu 300 Millionen Impfdosen in diesem Jahr, sagte Schüller. Im nächsten Jahr werde die Zahl dann noch einmal deutlich steigen. Eine Milliarde Impfstoffdosen wären vorgesehen. Das Unternehmen und seine Produktionspartner könnten deutlich mehr als andere Hersteller in vergleichbar dimensionierten Anlagen erzeugen, sagte Schüller. „Unsere Impfdosis ist mit zwölf Mikrogramm sehr gering.“ Andere mRNA-Impfstoffe bräuchten die zweieinhalb bis achtfache Wirkstoffmenge für einen vergleichbaren Schutz. Ein klarer Vorteil, wenn schnell geimpft werden soll, wie aktuell auch in den Hausarztpraxen.

Kommt der Impfstoff von CureVac früher als erwartet?

Den Grund für das lange Warten auf die EU-Zulassung sieht das Unternehmen klar in Finanzierungsschwierigkeiten beim Entwicklungsstart. Die mangelnden Finanzierungsmöglichkeiten im Frühjahr 2020, zu Beginn der Pandemie, hätten CureVac zurückgeworfen, sagte Vorstandschef Franz-Werner Haas der Stuttgarter Zeitung Anfang April.

„Wir hatten am Anfang nicht die Möglichkeit, Zulieferer vorweg zu bezahlen und erforderliche Geräte sowie Materialien zu reservieren, das heißt große Investitionen zu tätigen.“ Erst mit Verzögerung sei dies durch Finanzierungsrunden, einen dreistelligen Millionen-Zuschuss des Bundesforschungsministeriums und den Börsengang möglich gewesen. Haas betonte, man hätte „schneller sein können, wenn wir die Mittel früher gehabt hätten“. (chd mit dpa und AFP)

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