Neue Variante auch in Deutschland

Erste Astra-Impfdosis bietet kaum Schutz: Lauterbach schlägt wegen Delta-Mutante Alarm

  • Christina Denk
    VonChristina Denk
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Die Delta-Variante sorgte in Indien für massiv steigende Corona-Zahlen. Lauterbach sieht die Gefahr auch für Deutschland. Vor allem die Impfquote scheint ihm Sorgen zu machen.

Berlin - Die Coronavirus-Inzidenzen sinken, die Impfquote steigt. Grund zur Hoffnung? Karl Lauterbach warnt zur Vorsicht. Vor allem die Delta-Variante, die sich zunächst in Indien ausbreitete, scheint ihm Sorgen zu machen. Deutschland hätte noch eine zu geringe Impfquote, um die Mutante verkraften zu können.

Karl Lauterbach sieht Probleme bei Astrazeneca-Erstimpfung: Kaum Schutz vor Mutante

„Was wir in England sehen ist sehr beunruhigend“, äußerte sich Karl Lauterbach in einem Interview mit RTL. Die Fallzahlen würden in Bereichen wieder steigen, in denen bereits eine hohe Impfquote vorherrsche. Doch gerade bei einem Impfstoff sieht Lauterbach ein Problem. „Man sieht, dass der Astrazeneca-Impfstoff zum Beispiel nach der ersten Impfung sehr wenig Schutz gibt gegen die indische Variante“, so der Politiker.

Erst nach der zweiten Impfung, also nach 12 Wochen, wäre der Schutz hoch genug. In einem Twitter-Post betont er jedoch, dass das Risiko eines Krankenhausaufenthalts dennoch deutlich gesenkt wäre. Lauterbach, der bereits bei „Lanz“ erste Bedenken äußerte, betont im Interview zudem, dass Deutschland eine deutlich geringere Impfquote habe als Großbritannien. Die Delta-Mutante müsse uns zu denken geben. „Tatsächlich wenn wir die indische Variante in Deutschland bekämen, dann wäre das für uns natürlich sehr gravierend“, so Lauterbach.

Karl Lauterbach sieht im Interview eine Gefahr in der indischen Variante.

Karl Lauterbach ist sich sicher: Delta-Mutante wird auch nach Deutschland kommen

Doch wie stehen die Chancen, dass auch Deutschland mit der B.1.617 Mutante konfrontiert wird? Relativ hoch, wenn es nach Lauterbach geht: „Wir werden die indische Variante in Deutschland auch bekommen, von dem, was wir jetzt sehen, ist davon auszugehen, dass die englische Variante verdrängt wird durch die indische Variante.“ Die Ausbreitung der Mutante könne man kaum verhindern. Jedoch sei es wichtig die Ausbreitung in Deutschland hinauszuzögern.

Je schneller die Variante in Deutschland ankomme, desto gefährlicher wäre es aufgrund der aktuell noch niedrigeren Zweitimpfungen. Eine Einstufung in Varianten-Gebiete, wie es aktuell mit Großbritannien der Fall ist, wäre daher essenziell, so Lauterbach. Aktuell hat das RKI in Sachen Delta-Mutante jedoch gute Nachrichten. Die Variante spielte laut einem Bericht mit 2,1 Prozent Ende Mai weiterhin eine untergeordnete Rolle. B.1.1.7, die auch als britische Mutante bekannt ist, hat dabei einen Anteil von 93 Prozent. (chd)

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