„Ein weiterer Tritt“

Delta-Variante trifft Australien: Sydney wieder im harten Lockdown

  • Veronika Silberg
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So schnell kann es gehen: Einst Vorbild in der Pandemie-Bekämpfung, muss Australien wegen steigender Corona-Zahlen wieder dicht machen. Sydney ist stillgelegt.

Sydney - Ein bisschen fühlt sich das alles an, wie vor einem Jahr: Die Corona-Zahlen in Australien steigen an. Die Straßen der Metropole Sydney sind wie leergefegt. „Es fühlt sich an, wie ein Déjà-vu - wie letztes Jahr, nachdem das Leben so lange Zeit doch ziemlich normal war“, erzählt eine Australierin im Interview mit der Tagesschau.

Ein großer Teil der fünf-Millionen-Stadt darf bereits seit Mittwoch sein Haus nicht mehr verlassen. Am Samstag 18.00 Uhr Ortszeit riegelte die Regionalregierung nun den gesamten Großraum Sydney, die Bergregion Blue Mountains sowie die nahe gelegenen Küstengemeinden ab. Am Sonntag kam der Großraum Darwin im Norden des Landes dazu. Auch in der Millionenmetropole Perth gibt es erneute Einschränkungen.

Delta-Variante ist Schuld: Erneuter Lockdown frustriert Australien - „ein weiterer Tritt“

Die Corona-Infektionen in Australien steigen: Sydneys Straßen sind wieder leer.

In New South Wales, dem Staat, in dem auch Sydney liegt, stieg die Zahl der örtlich übertragenen Corona-Fälle binnen einer Woche von sieben auf mehr als hundert. Die dortige Regierungschefin Gladys Berejiklian begründete den vorerst zweiwöchigen Lockdown auf einer Pressekonferenz mit der schnellen Ausbreitung der Delta-Variante. „Aufgrund des erhöhten Ansteckungsrisikos rechnen wir damit, dass die Fallzahlen in den nächsten Tagen weit über die aktuellen Zahlen hinaus ansteigen. Wir vermuten, dass Menschen in Quarantäne bereits ihren gesamten Haushalt angesteckt haben.“

Bis Anfang Juli, dürfen Bewohner ihr Haus nur noch für Einkäufe, Arztbesuche oder zur sportlichen Betätigung verlassen, sowie für Berufe, die nicht aus dem Homeoffice erledigt werden können. Viele Australier frustrieren die erneuten Corona-Einschränkungen. „Heute fühlt es sich einfach wie ein weiterer Tritt an, während man langsam wieder aufsteht“, klagt ein 32-jähriger Bäcker aus Sydney gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Einstiges Vorbild Australien verschärft Corona-Maßnahmen - Wird zu langsam geimpft?

Australien hatte die Corona-Infektionen mit Grenzschließungen und strengen Quarantäne-Regeln bereits Anfang des Jahres weitgehend eingedämmt. Insgesamt zählten die Behörden seit Beginn der Pandemie mehr als 30.000 Corona-Fälle, 910 Menschen starben. Kritiker geben auch der langsamen Impf-Geschwindigkeit im Land die Schuld an den steigenden Zahlen. An die 25 Millionen Einwohnern Australiens sind bisher lediglich 7,2 Millionen Dosen gegangen. (vs)

Rubriklistenbild: © Mick Tsikas

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