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Corona-Demos eskalieren: Schwere Ausschreitungen in Europa - Ministerpräsident spricht von „Idioten“

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Von: Bettina Menzel

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Coronavirus Proteste in den Niederlanden
In mehreren europäischen Städten kam es zu Protesten. Das Bild zeigt Ausschreitungen am Freitag in Rotterdam (Archivbild). © picture alliance/dpa/ANP | Killian Lindenburg

Am Wochenende kam es in Belgien, Österreich und den Niederlanden auf Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen teils zu Ausschreitungen.

Update vom 22. November, 12.14 Uhr: Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte äußerte sich am Montag zu den Ausschreitungen in seinem Land. Er bezeichnete die Randalierer als „Idioten“, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Ausschreitungen seien „reine Gewalt unter dem Deckmantel des Protests“, so der Staatschef weiter. Er merkte zudem an, dass er immer das Demonstrationsrecht verteidigen werde. Doch er werde niemals akzeptieren, dass Idioten unter dem Vorwand, dass sie unzufrieden sind, Gewalt gegen die Sicherheitskräfte anwenden würden.

Ausschreitungen mit Festnahmen bei Demonstrationen in Österreich, Belgien und den Niederlanden

Erstmeldung: Wien/Brüssel/Amsterdam - In mehreren europäischen Städten demonstrierten Menschen am Wochenende gegen die Corona-Maßnahmen. In Wien, Brüssel sowie in mehreren niederländischen Städten kam es zu Ausschreitungen.

Belgien, Österreich und Niederlande: Ausschreitungen bei Demonstrationen

In den Niederlanden kam es in der dritten Nacht in Folge zu Unruhen und Ausschreitungen. Als Grund gelten die Verschärfungen der Corona-Maßnahmen, die eingeführt wurden, um die Fallzahlen einzugrenzen. Die Randalierer zündeten Feierwerkskörper, legten Brände und zerstörten Bushaltestellen. Das geht aus einem Bericht der niederländischen Nachrichtenagentur ANP hervor. Die Polizei nahm mehr als 140 Menschen fest. Die Unruhen begannen am Freitag in Rotterdam, Samstagnacht gab es Ausschreitungen in Den Haag, danach kam es unter anderem in Groningen und Enschede zu gewaltsamen Ausschreitungen.

Auch in Brüssel kam es am Wochenende zu Ausschreitungen bei Kundgebungen gegen Corona-Maßnahmen. Etwa 35.000 Menschen gingen auf die Straße. Bilder der Nachrichtenagentur Belga zeigten brennende Barrikaden, Polizeiautos mit zerbrochenen Scheiben und den Einsatz von Feuerwerkskörpern durch die Demonstranten. Auch Autos und Schaufenster von Privatpersonen wurden zerstört. Die Polizei reagierte mit Tränengas und Wasserwerfern. In Brüssel kam es Polizeiangaben zufolge zu 44 Festnahmen.

In der österreichischen Hauptstadt Wien demonstrierten am Samstag 35.000 Menschen. Die Stimmung war auch dort aufgeheizt, die Sicherheitskräfte wurden teils mit Flaschen oder Feuerwerkskörpern beworfen. Es kam zu mindestens zehn Festnahmen.

Impfgegner in Relation: Kleine aber laute Minderheit

Die Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen dominieren derzeit die Nachrichtenlage. Doch die große Mehrheit der Bevölkerung ist anderer Meinung, geht in dem Lärm aber oft unter. In Österreich beispielsweise demonstrierten am Samstag rund 35.000 Menschen in Wien, gleichzeitig ließen sich allein am Samstag 73.000 Menschen impfen, rund 117.000 Impfungen gab es am Freitag.

Eine Meinungsumfrage von Unique research im Auftrag des Nachrichtenmagazins profil ergab, dass Anfang November jeder dritte Österreicher einen sofortigen Lockdown für Ungeimpfte wünschte, um die Pandemie einzudämmen. Zu einem Zeitpunkt, als die Politik noch haderte. Nur 23 Prozent der Befragten hielten die Stufenplan-Maßnahmen der Politik für ausreichend, der überwiegenden Mehrheit gingen sie nicht weit genug. Vergangene Lockdowns wurden auch in den Niederlanden positiv beurteilt: Eine wissenschaftliche Studie vom April 2021 zeigte, dass die Corona-Maßnahmen im März 2020 das Vertrauen in die Regierung und die Wissenschaft der Niederländer erhöhten.

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