Nach Todesfall entdeckt

Corona: Eigentlich galt sie als ausgerottet - Tier-Mutation in Bayern plötzlich erneut aufgetaucht

  • Luisa Billmayer
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Die Corona-Mutation aus Dänemark galt als ausgerottet. In Bayern ist die Nerz-Variante wieder aufgetaucht. Ein Infizierter starb.

  • Mutationen des Coronavirus gelten als großes Risiko.
  • Neben der britischen und der südafrikanischen Variante ist nun auch die Nerz-Variante aus Dänemark in Bayern aufgetaucht.
  • Wie gefährlich die Mutation ist, ist nicht besonders gut erforscht - womöglich, weil die Variante als ausgerottet galt.

München - Je länger die Corona-Pandemie anhält, desto mehr Sorgen bereiten die entstehenden Mutationen. Ende Januar wurden im Landkreis Neu-Ulm Fälle der dänischen Variante Cluster-5 (mink-Variante) festgestellt, wie das Landratsamt in einer Pressemeldung mitteilte. Die Mutation war unter Nerzen aufgetreten und hatte dazu geführt, dass 10,2 Millionen Tiere im Norden Jütlands gekeult wurden. Dann galt die Variante als ausgerottet.

Corona: Dänische Nerz-Variante in Bayern aufgetaucht

Nun ist sie offenbar aber wieder aufgetaucht. Ein Labor hat die Mutante bei einem Corona-Infizierten festgestellt, der zur Kurzzeitpflege in einem Seniorenheim in Senden wohnte. Der Mann starb. Das Landratsamt sprach Ende Januar von zwei weiteren Fälle mit Verdacht auf die Virusvariante im Landkreis Neu-Ulm. Armin Schwarzbach, Geschäftsführer eines Augsburger Labors, erklärte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, dass zehn Fälle der dänischen Variante festgestellt wurden. Dass Mutationen in Bayern festgestellt werden, ist keine Seltenheit mehr. Zahlreiche Infektionen sind bekannt.

Die Nerz-Variante des Coronavirus ist in Bayern aufgetaucht. Ein Infizierter starb.

Weder das Robert Koch-Institut (RKI) noch das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) stuften die Variante als bedenklich ein. Als Variant of Concern (VOC) gelten unterdessen beispielsweise die Britische (B.1.1.7) und die Südafrikanische Mutation (B.1.351).

Corona: Eigentlich galt die Variante als ausgerottet

Virologe Christian Drosten bewertet im NDR-Podcast Coronaupdate vom 10. November die Nerz-Mutation als weniger bedenklich. Die Cluster-5-Variante hat ist auf Nerze angepasst, nicht auf Menschen. Weil die Variante als ausgestorben galt, ist sie offenbar noch relativ gering erforscht.

Mittlerweile gibt es eine Vermutung, warum es überhaupt so viele Mutationen gibt. Normalerweise mutiert ein Virus nur ein bis zweimal pro Monat. Mediziner aus Boston berichten von einem Patienten, der fünf Monate gegen die Covid-19-Erkrankung kämpfte. Im Laufe der Zeit wurden 20 Varianten festgestellt. Der Mann erhielt wegen einer Autoimmunerkrankung eine Therapie, die das Immunsystem schwächt. Für das Virus sind das offenbar ideale Voraussetzungen. „Je länger das Virus in einem Körper bleibt, der bereits Antikörper bildet, desto mehr Mutanten können entstehen, die von Antikörpern nicht erkannt und weggefangen werden“, erklärte Virologe Andreas Dotzauer von der Uni Bremen gegenüber Bild.de.

Das bedeutet aber nicht, dass Impfstoffe ihre Wirkung verlieren. „Die Immunantworten bei den zugelassenen mRNA-Impfstoffen erscheinen sehr robust. Deshalb versprechen diese auch gegenüber den jetzt auftauchenden neuen Varianten und vermutlich auch weiteren einen guten Schutz. Bei anderen Impfstoffen, die jetzt schon schwächeln, kann das dagegen anders aussehen“, stellte der Infektiologe Peter Kremsner von der Uni Tübingen laut Bild.de klar. (lb)

Rubriklistenbild: © Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix/AP/dpa

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