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KBV-Chef fordert: Wenn jeder Impf-Angebot bekommen hat, müssen Corona-Maßnahmen für vollständig Geimpfte weg

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Von: Felix Durach

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Menschen warten im Corona-Impfzentrum auf dem Messegelände auf ihre Impfung. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist in den vergangenen Tagen deutlich gefallen.
Kassenärzte-Chef Andreas Gassen fordert, ab September die Corona-Maßnahmen für Geimpfte aufzuheben. ©  Michael Kappeler/dpa

Um weiterhin einen Anreiz zu schaffen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, fordert Kassenärzte-Chef Andreas Gassen die Maßnahmen für Geimpfte aufzuheben.

Berlin - Die Infektionslage mit dem Coronavirus in der Bundesrepublik stagniert weiterhin auf einem konstant niedrigen Niveau. Das Robert-Koch-Institut gibt die 7-Tage-Inzidenz am Montag mit einem Wert von 5,0 an. Diese niedrigen Infektionszahlen in Verbindung mit den sommerlichen Temperaturen sorgen dafür, dass die Corona-Pandemie für viele Bürger wohl etwas in den Hintergrund gerückt ist. Das zeigt sich auch daran, dass immer mehr Impfwillige ihren Termin für die Zweitimpfung nicht wahrnehmen.

Corona in Deutschland: Kassenärzte-Chef fordert Aufhebung der Maßnahmen für Geimpfte

Eine Entwicklung, die für Andreas Gassen, den Chef des Kassenärztlichen Bundesverbandes (KBV), ein Grund zum Handeln ist. Um größere Anreize für die Deutschen zu schaffen, sich doppelt gegen das Coronavirus impfen zu lassen, fordert der 58-Jährige noch im Sommer alle Corona-Maßnahmen für vollständig geimpfte Bürger aufzuheben. „Spätestens im September wird für jeden ein Angebot für die Zweitimpfung verfügbar sein“, erklärt Gassen gegenüber bild.de. Dann müsse es Lockerungen geben.

Wie Gesundheitsminister Spahn in der vergangenen Woche bekannt gab, erreiche die deutsche Impfkampagne nun eine neue Phase, in der erstmals mehr Impfstoff als Impfwillige vorhanden sein wird. Nach Angaben des RKIs haben bislang 56,5 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. 38,9 Prozent gelten als vollständig geimpft.

Coronavirus: KBV-Chef Gassen - „Dann müssen eigentlich nahezu alle Corona-Maßnahmen weg“

Das Versprechen der Bundesregierung, bis Ende des Sommers jedem Bürger ein Impfangebot machen zu können, scheint also eingehalten zu werden. „Dann müssen eigentlich nahezu alle Corona-Maßnahmen weg“, fordert Gassen. „Jeder kann dann immer noch individuell entscheiden, eine Maske zu tragen – Pflicht sollte es aber nicht mehr sein“, so der KBV-Chef weiter.

Andreas Gassen, der Chef der Kassenärztliche Bundesvereinigung, sitzt in seinem Büro.
KBV-Chef Andreas Gassen fordert die Corona-Maßnahmen für doppelt Geimpfte aufzuheben, um einen größeren Anreiz für die Bürger zu schaffen. © Britta Pedersen/dpa

Herdenimmunität: Regierung sollte weiter Anreize für die Corona-Impfung schaffen

Für Gassen wäre dieser Schritt vor allem wichtig, um die Impfbereitschaft in der Bevölkerung weiterhin hochzuhalten. Der 58-Jährige fordert, man müsse den Bürgern auch Anreize geben, damit diese sich impfen lassen und zur angestrebten Herdenimmunität beitragen. „Mancher wird sich sonst fragen: Warum sollte ich mich impfen lassen, etwas für die Herdenimmunität tun, wenn ich weiterhin Maske tragen muss, nur weil sich 20 bis 30 Prozent der Leute weigern?“

Auch SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sprach sich zuletzt gegen eine 14-tägige Quarantäne für doppelt Geimpfte Riesekrückkehrer aus Delta-Virusvariantengebieten aus. (fd)

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