1. Startseite
  2. Welt

Corona: Drosten hält Aufregung um RKI-Impfquote für „irrelevant“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Michelle Brey

Kommentare

Die Corona-Inzidenz in Deutschland ist leicht gesunken. Die Zahl der Geimpften auf den Intensivstationen steigt. Der News-Ticker.

Update vom 12. Oktober, 19.26 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich bereits ähnlich geäußert. Jetzt hat auch der Virologe Christian Drosten das Robert-Koch-Institut* (RKI) in Schutz genommen. Anlass ist die Debatte über die Unsicherheit bei der Impfquote in Deutschland.

Die einseitige Schuldzuweisung ans RKI und Lothar Wieler halte er so nicht für gerechtfertigt, sagte der Experte von der Berliner Charité am Dienstag im Podcast „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info. Das Thema sei auch nicht neu, das RKI weise schon länger auf die Problematik hin.

Letztlich sei die öffentliche Aufregung um die Diskrepanz „komplett umsonst“, sagte Drosten. Die Situation habe sich nicht geändert. Rechnen müsse man mit der Impfquote der Gesamtbevölkerung (und nicht der Erwachsenen): Dabei sei der Unterschied zwischen dem Meldesystem und einer RKI-Begleituntersuchung gering und für die Bewertung der Gesamtsituation „irrelevant“. Die Begleitstudie, eine Umfrage, weise auch einige Einschränkungen auf.

RKI-Chef Lothar Wieler und Virologe Christian Drosten im Januar 2021 nach einer Pressekonferenz in Berlin zur Corona-Lage.
Der Virologe Christian Drosten (Archivbild) verteidigt in der Impfquoten-Debatte das RKI unter Lothar Wieler (l.). © Jens Schicke/Imago

Stopp der kostenlosen Corona-Tests: Mann schlägt Mitarbeiter in Testzentrum

Update vom 12. Oktober, 15.59 Uhr: Seit Montag sind die Corona-Bürgertests nicht mehr kostenlos. Das wollte ein 43-Jähriger offenbar so nicht akzeptieren. Im Streit um einen kostenlosen Corona-Test hat ein Mann in einem Dresdner Testzentrum einen Mitarbeiter angegriffen. Er verlange einen kostenfreien Test und begann darüber mit dem Personal zu diskutieren. Das teilte die Polizei Dresden am Dienstag mit. Als er zum Verlassen des Testzentrums aufgefordert wurde, schlug er einen 41-jährigen Mitarbeiter. Alarmierte Polizeibeamte fertigten gegen den Angreifer Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs sowie Körperverletzung.

Coronavirus: Curevac zieht Impfstoffkandidat zurück

Update vom 12. Oktober, 15.10 Uhr: Das Biotechunternehmen Curevac* zieht seinen ersten Impfstoffkandidaten aus dem Zulassungsverfahren bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zurück. Man war davon ausgegangen, dass eine Zulassung bei der EMA frühestens im zweiten Quartal 2022 erfolgt wäre. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in Tübingen mit. Einen förmlichen Zulassungsantrag für den Impfstoffkandidaten CVnCoV gab es nicht, CVnCoV befand sich noch im sogenannten rollierenden Verfahren für eine Zulassung. Nun wolle man „alle Ressourcen auf die mRNA-Impfstoffkandidaten der zweiten Generation“ richten, sagte Dr. Franz-Werner Haas, Vorstandsvorsitzender von CureVac.

Ende Juni hatte Curevac bekannt gegeben, dass die Wirksamkeit seines Impfstoffkandidaten der ersten Generation niedriger sei als die von einigen anderen Impfstoffen. Das Tübinger Unternehmen war Anfang Juli allerdings davon ausgegangen, dass die EMA den Impfstoff trotz geringer Wirksamkeit zulassen werde. Das Impfstoff-Präparat hatte einer finalen Analyse zufolge eine Wirksamkeit von 48 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung über alle Altersgruppen hinweg gezeigt. Mit diesem Wert ist es insgesamt deutlich weniger wirksam als andere Impfstoffe.

Unsere Erstmeldung vom 12. Oktober:

Corona-Patienten auf der Intensivstation: Zahl der Impfdurchbrüche in Deutschland steigt

München - Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz zum Wochenstart leicht gestiegen war, ist die Corona-Kennzahl am Dienstag wieder leicht gesunken. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 65,8 an. Am Vortrag hatte der Wert bei 66,5 gelegen, vor einer Woche bei 63,6 (Vormonat: 80,2).

Innerhalb von 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter dem RKI 4971 Corona-Neuinfektionen. Das entspricht einem Zuwachs von 172 Ansteckungen im Vergleich zur Vorwoche. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen eines Tages 88 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 90 Todesfälle gewesen.

Corona: Zahl der Geimpften auf den Intensivstationen in Deutschland steigt

Indes ist einem Medienbericht zufolge der Anteil an geimpften Corona*-Patienten auf Intensivstationen in Deutschland angestiegen. Wie aus einem Bericht der Zeitungen der Funke-Mediengruppe hervorgeht, waren von den 1186 Covid-19-Patienten, die in Deutschland Mitte August bis Anfang September „intensivmedizinisch versorgt“ werden mussten, 119 gegen das Virus durch eine Impfung geschützt. Dies entspricht einer Quote von rund zehn Prozent. Im Zeitraum von Anfang Februar bis Anfang September liegt der Anteil der geimpften Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen bei 1,84 Prozent (210 von 11419 Fällen).

Die Zeitungen berufen sich dabei auf eine Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Die Daten stammen vom Robert-Koch-Institut. Wie die Funke-Zeitungen weiter berichteten, hängt der gestiegene Anteil der geimpften Covid-19-Patienten auf deutschen Intensivstationen nach Angaben von Behörden und Fachleuten vor allem mit der stark gestiegenen Zahl der Geimpften insgesamt zusammen. In Deutschland wurden 65,3 Prozent der Bevölkerung doppelt gegen das Coronavirus geimpft (Stand: 11. Oktober).

Impfdurchbrüche „erwartbar“ - Corona-Impfung „ein wirksamer Schutz vor schweren Erkrankungen“

„Dass im Laufe der Zeit mehr Impfdurchbrüche verzeichnet werden, ist erwartbar, da generell immer mehr Menschen geimpft sind und sich SARS-CoV-2 derzeit wieder vermehrt ausbreitet“, erklärte das RKI dem Bericht zufolge. Dadurch steige die Wahrscheinlichkeit, als vollständig geimpfte Person mit dem Virus in Kontakt zu kommen.

DIVI-Präsident Gernot Marx sagte den Funke-Zeitungen: "Die Patientinnen und Patienten mit schweren und tödlichen Corona-Verläufen sind in fast allen Fällen ungeimpft." Die Impfdurchbrüche mit schweren Verläufen dagegen seien noch immer im einstelligen Prozentbereich. Zudem treffe der Impfdurchbruch meist Menschen, deren "Immunsystem etwa durch eine Chemotherapie oder eine dauerhafte Kortisonbehandlung geschwächt ist, oder die älter als 80 Jahre sind".

Der Intensivmediziner sagte demnach weiter: "Leider sehen wir auch immer mehr Menschen unter 60 mit schweren oder tödlichen Verläufen, die nicht geimpft sind". Es gelte: "Die Corona-Impfung ist ein wirksamer Schutz vor schweren Erkrankungen."

Indes reagierte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nach einer RKI-Panne auf eine ARD-Frage deutlich*. (mbr/dpa/afp) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare