Überlastungsprobleme

„Der Grund ist ebenso banal wie tragisch“: Wieler räumt „peinliche“ RKI-Panne bei „Geheimdokument“ ein

  • Patrick Huljina
    vonPatrick Huljina
    schließen

Das RKI hat in der vergangenen Woche ein Strategiepapier zu möglichen Öffnungsszenarien veröffentlicht, allerdings zunächst fast unbemerkt. Präsident Lothar Wieler erklärte die Versäumnisse.

Berlin - „Das RKI ist tatsächlich auch eine Institution, die eigenständig denken kann“, sagte Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, am Freitag bei der Bundespressekonferenz in Berlin. „Das ist auch ausdrücklich gewünscht“, warf Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein, der ebenfalls an der Presserunde zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland teilnahm.

Corona in Deutschland: Strategiepapier zu Öffnungsszenarien - „Das RKI kann eigenständig denken“

Diese Aussage löste ein Schmunzeln bei den Beteiligten im Raum aus. Auslöser für Wielers Antwort war die Frage einer Journalistin, wer das RKI mit der Ausarbeitung des in der vergangenen Woche veröffentlichten Strategiepapiers zu Öffnungsszenarien „ControlCOVID“ beauftragt habe.

An dem Corona-Konzept habe das RKI seit Dezember des vergangenen Jahres gearbeitet. Man habe eine große Menge an Daten dafür gebraucht, so Wieler. „Das Konzept versucht, die aktuelle Literatur mit einzubeziehen. Es ist ein lebendes Konzept, das auch weiter ausgearbeitet wird“, erklärte der RKI-Präsident weiter.

Corona in Deutschland: RKI-Präsident Wieler räumt Versäumnisse bei Veröffentlichung des Konzepts ein

Trotz der großen Bedeutung dieses Konzepts zu möglichen Lockerungen in der Corona-Pandemie, ist es am Donnerstag der Vorwoche (18. Februar) ohne Vorankündigung lediglich auf der Website des RKI eingestellt worden. Bis zu Beginn dieser Woche blieb es daher von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt.

Der Grund dafür sei „ebenso banal wie tragisch“, erklärte Wieler. „Das Website-/Internetteam von uns ist total überlastet“, stellte der RKI-Präsident klar. Man habe „tatsächlich einfach vergessen, es zu twittern“.

Corona in Deutschland: RKI-Mitarbeiter „total überlastet“ - Wieler entschuldigt sich für Panne

„Vielleicht ist das peinlich“, räumte Wieler weiter ein und zählte anschließend die zahlreichen Aufgaben dieses Arbeitsbereiches auf. Man müsse eine große Menge an Dokumenten kontinuierlich überarbeiten. „Jede Änderung, in der Teststrategie zum Beispiel, sorgt dafür, dass wir zehn weitere Dokumente direkt wieder überarbeiten können.“

Im Fall der Veröffentlichung des Öffnungskonzepts wurde zu Wielers Bedauern „einfach nicht das Augenmerk darauf gesetzt“. Vier Tage später sei es dann in der Öffentlichkeit als „Geheimdokument“ erkannt worden, sagte er weiter. „Es war kein Geheimdokument“, stellte der RKI-Präsident klar. „Dafür kann ich mich nur entschuldigen.“

Am Freitagmorgen kam es erneut zu einer Panne des RKI. Nach Unstimmigkeiten bei den Angaben zu den Landkreisen und der Landkreiskarte, war das RKI-Dashboard für eine Zeit nicht erreichbar. Die zunächst gemeldeten Infektionszahlen für ganz Deutschland seien allerdings korrekt gewesen, teilte das Institut auf Anfrage der dpa mit. Am späteren Vormittag konnte das RKI-Dashboard erneut aufgerufen werden. (ph)

Rubriklistenbild: © Florian Gaertner/photothek.de via www.imago-images.de

Auch interessant

Kommentare