Anstieg seit Lockerung

Corona in Deutschland: Zwei weitere Bundesländer geraten in kritischen Bereich - „Trend sehr beunruhigend“

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    Jennifer Lanzinger

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt in Deutschland seit Wochen stetig. Zwei weitere Bundesländer sind im kritischen Bereich. Das RKI ist beunruhigt.

+++Dieser Ticker ist beendet: Hier finden Sie jetzt alle Infos und Entwicklungen zum Coronavirus in Deutschland+++

Update vom 24. August, 6.51 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Nach Angaben vom frühen Montagmorgen übermittelten die Gesundheitsämter binnen eines Tages 711 Fälle an das RKI. An Sonntagen und Montagen sind die gemeldeten Zahlen erfahrungsgemäß niedriger. Grund ist, dass am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. An den Tagen zuvor hatte die tägliche Zahl der Neuinfektionen noch weit höher gelegen. Am Samstag war mit 2034 neuen Fällen erstmals seit Ende April die 2000er-Marke überschritten worden.

Am heutigen Montag wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten. Bei einer Telefonkonferenz soll es unter anderem um die Auflagen für Familienfeiern und andere Veranstaltungen gehen, wie Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) als Vorsitzende der Konferenz ankündigte. In der Frage, ob es neue Obergrenzen für private Feste geben sollte, gibt es bisher keine klare Linie. Die Forderung nach einer bundesweit einheitlichen Regelung stößt in mehreren Bundesländern auf Widerstand.

Am Donnerstag folgt dann eine Videokonferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel zu diesem Thema. Nach Ansicht der Bundesregierung tragen vor allem private Feiern, bei denen die Hygiene- und Abstandsregeln nicht eingehalten werden, sowie Rückkehrer aus Risikogebieten zu den steigenden Infektionszahlen in Deutschland bei.

Corona in Deutschland: Zwei weitere Bundesländer geraten in kritischen Bereich - „Trend sehr beunruhigend“

Update vom 23. August, 20.40 Uhr: Obwohl mehrere Bundesländer über das Wochenende, wie üblich, keine neuen Zahlen melden, ist der bundesweite Anstieg der Corona-Neuinfektionen im aktuellen Lagebericht des Robert-Koch-Instituts deutlich zu erkennen. Neben Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen stieg der R-Wert nun auch in Berlin und Baden-Württemberg deutlich über den bundesweiten Durchschnitt. Rheinland-Pfalz bewegt sich leicht über dem Mittel. „Dieser Trend ist sehr beunruhigend“, bewertet die Behörde den Bericht. Nur 15 Landkreise haben in den letzten sieben Tagen keine neue Fälle übermittelt.

Corona in Deutschland: Immer mehr junge Menschen infizieren sich

Der Zuwachs der Fallzahlen in Deutschland nimmt also weiter zu. „Dabei fällt auf, dass sich vermehrt jüngere Personen infizieren“, merkt das RKI an. „Die Zahl der täglich neu übermittelten Fälle ist seit der Kalenderwoche 30 angestiegen. Diese Entwicklung ist sehr beunruhigend und nimmt an Dynamik zu“, warnen die Experten, „eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden. Einerseits muss der Anstieg in den jüngeren Bevölkerungsgruppen gebrochen werden, andererseits gilt es, zu verhindern, dass auch die älteren und besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen wieder vermehrt betroffen werden.“

Ein Anstieg der Todesfälle ließe sich nur vermeiden, wenn die gesamte Bevölkerung im Sinne des Infektionsschutzes agiere, mahnt das RKI weiter, Abstands- und Hygieneregeln müssen konsequent beachtet werden - auch im Freien. Des weiteren legt das Institut nahe, Feiern auf den engsten Familien- und Bekanntenkreis zu beschränken.

Die ermittelten Reproduktionszahlen bleiben weiterhin über der kritischen Marke von 1. Der 4-Tage-R-Wert wird auf 1,08, das 7-Tage-R auf 1,07 geschätzt (Datenstand vom 23. August, 0.00 Uhr). Seit Mitte Juli bewegen sich die Zahlen in Deutschland wieder über der Grenze. Das wird mit den zunehmenden Fällen unter Einreisenden sowie einer großen Anzahl kleinerer Ausbrüche in Verbindung gebracht. Insgesamt zeigt der deutsche Trend leider seit den Lockerungen stetig nach oben.

Coronavirus in Deutschland: Stadt verbietet Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen

Update vom 23. August, 15.19 Uhr: Während die Corona-Zahlen in Deutschland weiter steigen keimt eine Diskussion über erneute Maßnahmen und Verbote auf. Die Stadt Wiesbaden hat nun bereits Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen untersagt. Die Regelung gilt ab Dienstag. Alle Veranstaltungen mit mehr Gästen müssen dann bis zum 21. September vom Gesundheitsamt genehmigt werden. Von der Regelung betroffen sind sowohl Privatfeiern, als auch Veranstaltungen im öffentlichen Raum.

Update vom 23. August, 12.28 Uhr: Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen weiter. Jetzt hat die nächste Stadt die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern überschritten. In Hanau lag die Zahl der neuen Fälle in den vergangenen sieben Tagen bei 60. Das teilte ein Sprecher der dpa mit. Ab Montag wolle man mit dem Landkreis gemeinsame Maßnahmen beraten, um auf die gestiegenen Zahlen zu reagieren. Schon am Freitag wurde bekannt, dass Offenbach am Main die Marke von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern überscrhitten hatte.

Update vom 23. August, 8.33 Uhr: Der Einsatz der Corona-Test führt in Deutschland zu Problemen (siehe auch Update vom 22. August, 17.56 Uhr). Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert deswegen einen verstärkten Einsatz von Schnelltests. Nötig sei eine Generalüberholung der Corona-Teststrategie und geeignete Konzepte für die saisonale Influenza-Impfung, sagte Reinhardt der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Corona-Schnelltests seien vielleicht nicht ganz so exakt. „Dafür ließen sich aber viel mehr Menschen in kurzer Zeit unkompliziert testen und Infektionsketten schneller unterbrechen.“

RKI meldet rund 16.500 aktive Corona-Fälle in Deutschland

Update vom 23. August, 7.12 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am Sonntag vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Allerdings war dies zu erwarten. In den vergangenen 24 Stunden haben die Gesundheitsämter 782 neue Corona-Fälle und zwei Todesfälle an das RKI übermittelt.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Pandemie 232.864 Menschen ist Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert - davon starben bisher 9269. Etwa 207.100 Covid-19-Infizierte haben die Krankheit überstanden. Nach RKI-Angaben gibt es in Deutschland derzeit 16.500 aktive Corona-Fälle.

An Sonntagen - und auch Montagen - sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. An den Tagen zuvor hatte die tägliche Zahl der Neuinfektionen noch weit höher gelegen. Am Samstag wurde mit 2034 Neuinfektionen binnen 24 Stunden erstmals seit Ende April die 2000er-Marke überschritten.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten zeigen sich besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an ihre Grenzen bringt.

  • Die Reproduktionszahl - kurz R-Wert - schätzt das RKI auf 1,13 (Vortag: 1,02)*.
    Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
  • Das 7-Tage-R gibt das RKI mit 1,16 an (Vortag 1,12)*. Dieser Wert spiegelt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.
  • *die RKI-Angaben beziehen sich auf einen Datenstand vom Samstag (22. August)

Bei steigenden Corona-Infektionszahlen: Maskenpflicht am Arbeitsplatz und in der Schule?

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer plädiert derweil dafür, im Falle steigender Corona-Zahlen eine bundesweite Maskenpflicht am Arbeitsplatz und im Schulunterricht zu prüfen. Viele Unternehmen hätten die Maskenpflicht am Arbeitsplatz ja schon eingeführt, sagte sie der Welt am Sonntag. „Das könnte auf jeden Fall ein Schritt sein, der auch bundesweit verpflichtend wird, jedenfalls wenn damit die Schließung ganzer Branchen verhindert werden könnte.“

Dies wäre auch eine Option für Schulen. „Wenn das obligatorische Tragen von Masken im Unterricht dazu führt, dass wir die Schließung der Schulen umgehen, dann sollten wir darüber nachdenken. Die Erfahrungen in Nordrhein-Westfalen scheinen nicht so schlecht zu sein“, sagte Kramp-Karrenbauer.

NRW ist das erste Bundesland, das eine Maskenpflicht im Schulunterricht eingeführt hat. Zum Schutz vor Infektionen müssen seit Beginn dieses Schuljahres alle Schüler der weiterführenden und berufsbildenden Schulen einen Mund-Nasen-Schutz auch in der Klasse am Platz tragen. In Frankreich soll künftig eine Maskenpflicht in Unternehmen gelten, ausgenommen sind Einzelbüros.

Coronavirus in Deutschland: Maskenpflicht auf Schulgelände in Schleswig-Holstein

Update vom 22. August, 22.24 Uhr: In Schleswig-Holstein müssen ab Montag Lehrer, Schüler und Eltern auf dem Schulgelände einen Mund-Nase-Schutz tragen, das teilte ein Regierungssprecher mit. Das Kabinett in Kiel hat dafür eine Ergänzung der Corona-Bekämpfungs-Verordnung verabschiedet, berichtet ntv. „Damit schaffen wir eine einheitliche und verbindliche Regelung für die Maskenpflicht an allen Schulen in Schleswig-Holstein“, sagt Bildungsministerin Karin Prien. Überall dort auf dem Schulgelände, wo der Mindestabstand nicht sicher eingehalten werden kann, also auf den Fluren, in Gemeinschafts- und Pausenräumen, muss der Atemschutz aufgesetzt werden. Nur im Unterricht besteht keine Pflicht.

Außerdem gingen die aktuellen Zahlen der Corona-Infizierten im Vergleich zu den vergangen Tagen leicht zurück. Somit haben sich in den vergangen 24 Stunden 1433 Personen mit dem Virus angesteckt, schreibt Focus. Die Zahlen sind aber mit Vorsicht zu genießen. Mehrere Bundesländer meldeten wegen des Wochenendes keine neuen Fälle. Sechs Menschen sind seit gestern an Covid-19 gestorben.

Corona in Deutschland: Virologe Christian Drosten fordert eine Ende der Tests an den Flughäfen

Update vom 22. August, 17.56 Uhr: Bereits seit einigen Wochen sind die Corona-Tests an Flughäfen für Reiserückkehrer aus Risikogebieten Pflicht. Doch in Berlin könnte damit bald Schluss sein. Denn der Chef-Virologe der Berliner Charité, Christian Drosten, schlug jetzt Alarm. Die Kapazitäten in den Laboren für die zahlreichen Tests reichen nicht mehr aus.

Wie die Welt mit Bezug auf den Tagesspiegel (hinter einer Bezahlschranke) berichtet, fordert der Virologe, die Tests an den Berliner Flughäfen einzustellen. Er schrieb diesbezüglich sogar einen Brief an den Regierenden Bürgermeister der Stadt, Michael Müller, und die Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci. Wegen der „weltweiten Kontingentierung der zwingend benötigten Reagenzien und Verbrauchsmaterialien“ gingen die Kapazitäten zur Neige, so Drosten.

Corona in Deutschland: Berlins Regierender Bürgermeister Müller sucht Alternativen

Durch die zahlreichen Tests der vergangenen Wochen, könne schon jetzt „die Diagnostik im Rahmen der geplanten Testung von Pflegepersonal in Alten- und Pflegeheimen nicht durchgeführt werden“, warnt Drosten. Die Berliner Labore kommen schon jetzt nicht mehr hinterher. Und so haben auch Experten aus den Test-Einrichtungen den Brief mit unterschrieben.

Daraufhin ist Müller am Freitag mit seiner Gesundheitssenatorin zu einer Sondersitzung getroffen und gemeinsam berieten sie, wie es weitergehen könnte. Ein Vorschlag, der dabei diskutiert wurde, war eine verkürzte Quarantäne für Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Ebenfalls soll geprüft werden, ob Labore im Umkreis der deutschen Hauptstadt noch Test-Kapazitäten hätten. Das Problem solle außerdem auf der am Montag stattfindenden Gesundheitsministerkonferenz mit Jens Spahn besprochen werden.

Update vom 22. August, 15.44 Uhr: Seit dem 29. Mai sind Freizeitparks in Baden-Württemberg wieder geöffnet. Ein Besucher des Europa-Parks in Rust ist mit dem Coronavirus infiziert. Tausende Besucher haben eine E-Mail erhalten.

Update vom 22. August, 13.32 Uhr: Können Konzerte trotz Corona-Pandemie stattfinden? Forscher der Uni Halle wolle das herausfinden - durch ein Konzert-Experiment mit Tim Benzdko. Unterdessen hat das Robert-Koch-Institut Infektionsumfelder untersucht. An manchen Orten gab es schon besonders viele Corona-Ausbrüche.

Update vom 22. August, 11.01 Uhr: Laufend trackt das Robert Koch-Institut die Corona-Lage in Deutschland. Am Samstag zählt die Forschungseinrichtung 2034 neue Fälle (Datenstand: 22.08., 00.00 Uhr). Das ist dem Dashboard des RKI zu entnehmen.

Über 2000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages gab es seit April nicht mehr. Die letzte Meldung dieser Dimension stammt vom 23. April. Damals verzeichnete das RKI 2083 neue Fälle. Ein Blick auf die Kurve der kumulierten Corona-Fälle des RKI zeigt, dass sich ein leichter Aufwärtstrend abzeichnet. Während die Kurve im Juni recht flach verlief, hat die Steigung im Juli und August deutlich zugenommen, sodass sich eine zweite Welle anzubahnen scheint.

Die Kurve der kumulierten Covid-19-Fälle des RKI zeigt einen leichten Aufwärtstrend. (Datenstand: 22.08., 00:00 Uhr)

In Bayern gab es unterdessen eine weitere Test-Panne. Die Corona-Teststation an der A3 bei Passau war kurzzeitig geschlossen. Der Grund ist noch unklar.

Update vom 22. August, 10.37 Uhr: Seit Monaten ist die Corona-Pandemie Teil des öffentlichen und privaten Lebens. Über ein Ende wurde schon viel spekuliert. WHO-Chef Ghebreyesus hat in einer Pressekonferenz eine Prognose abgegeben.

Coronavirus in Deutschland: Bundesinnenministerium warnt vor Blanko-Attesten

Update vom 21. August, 18.44 Uhr: Immer wieder wird davon berichtet, dass sich Menschen mit gefälschten Attesten von der Maskenpflicht befreien. Jetzt hat sogar das Bundesinnenministerium einen Appell veröffentlicht.

Es sei unverantwortlich, „mit solchen selbst ausgefüllten Attesten sich davon zu distanzieren und dieser Pflicht nicht nachzukommen“, sagte ein Sprecher am Freitag in Berlin. Aus dem Gesundheitsministerium hieß es zu den falschen Attesten: „Wenn das nicht medizinisch indiziert ist, dann ist das schlicht nicht zulässig.“

Die Bundespolizeiinspektion Münster hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass immer wieder Menschen bei Verstößen Online-Atteste zu einer vermeintlichen Befreiung von der Maskenpflicht vorlegten. Ein Arzt habe das Blanko-Attest auf seiner Homepage angeboten, Nutzer hätten ihm zufolge nur ihren Namen und ihre Adresse eintragen müssen. Dem widerspricht die Polizei: Mit dem Gebrauch unrichtiger Gesundheitszeugnisse mache man sich strafbar. Dazu komme eine Anzeige, da Mund und Nase nicht bedeckt seien. Von einem beispielhaften Fall am Münchner Flughafen hatte zuletzt unter anderem Merkur.de* berichtet.

Corona in Deutschland: Auch Patientenschützer üben scharfe Kritik an den Blanko-Rezepten

Zu dem Vorfall mit dem Online-Blanko-Rezept äußerte sich jetzt auch der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch:  „Fake-Atteste sind nicht zu akzeptieren.“ Die beteiligten Ärzte würden durch ihr Verhalten den ganzen Berufsstand diskreditieren. „Das medizinisch Notwendige darf nicht einer politischen Ideologie untergeordnet werden“, sagte Brysch weiter. Er forderte die Ärzteverbände auf, sie sollten „endlich ihre schwarzen Schafe direkt ansprechen“.

Update vom 21. August, 16.47 Uhr: Eine Studie liefert Erkenntnisse über den Krankheitsverlauf schwerer Fälle. Ob eine Intensiv-Behandlung oder gar Beatmung nötig ist, beeinflusst die Sterblichkeit.

Update vom 21. August, 15.25 Uhr: Familienfeiern sind schon länger als möglicher Corona-Infektionsherd. Dennoch finden nach wie vor Feste dieser Art statt. Bei einer Hochzeit im hessischen Kelsterbach haben sich einige Menschen angesteckt (siehe Update vom 20. August, 17.10 Uhr). Wie Focus berichtet, hatte das Brautpaar gleich zweimal gefeiert, am 7. und am 14. August - mit 100 und 160 Gästen.

Nach Hochzeit trotz Corona-Pandemie: 30 von 160 Gästen positiv getestet

Einer der geladenen brachte das Coronavirus mit. Mittlerweile wurden insgesamt 30 Personen positiv auf Covid-19 getestet. Eine Familie des frisch vermählten Paares ist besonders betroffen. „Die 160 Hochzeitsgäste sind ermittelt und in häuslicher Quarantäne“, sagte laut Focus der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Walter Astheimer am Freitag in Groß-Gerau. „Ein achtköpfiges Team des Kreisgesundheitsamts ist rund um die Uhr mit der Nachverfolgung beschäftigt. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Infektionsverläufen nachzugehen und die Infektionsketten zu unterbrechen.“

Die Infektionen während der Hochzeitsfeier haben sogar Auswirkungen für die Bertha-van-Suttner Schule in Mörfelden-Walldorf. Zwei Klassen mit 48 Kindern sowie einige Lehrkräfte mussten sich in Quarantäne begeben. „Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei“, so Mörfelden-Walldorfs Bürgermeister Thomas Winkler: „Wir müssen uns alle an die Regeln halten und uns gut überlegen, ob aktuell der richtige Zeitpunkt für große Feiern ist.“

Update vom 21. August, 12.01 Uhr: Mit den testpflichtigen Reiserückkehrern aus Risikogebieten müssen mehr Menschen auf das Coronavirus getestet werden. Die Labore haben damit zu kämpfen. Es kommt zu Engpässen und Rückstaus.

Corona in Deutschland: Reproduktionszahl „beunruhigend“ - Großstadt überschreitet kritischen RKI-Wert

Update vom 21. August, 10.31 Uhr: Jeden Tag meldet das Robert Koch-Institut (RKI) die aktuellen Coronazahlen für ganz Deutschland. Am Freitag verzeichnet das RKI 1.427 neue Fälle. Damit setzt sich die seit Tagen andauernde steigende Tendenz bei den Neuinfektionszahlen fort.

Außerdem zeigt ein Blick auf das aktuelle Corona-Dashboard des RKI, dass der Wert der Neuinfektionen in den letzten sieben Tage pro 100.000 Einwohner in einzelnen Städten recht hoch ist. In München liegt ein Wert von 27,0 vor, in Ingolstadt 31,4. Noch bedenklicher ist die Lage in Offenbach am Main.

Corona in Deutschland: Offenbach am Main überschreitet kritischen Wert

In der hessischen Großstadt wurden in der letzten Woche 52,0 neue Fälle je 100.000 Einwohner registriert. Würde Offenbach nicht in Deutschland liegen, würde es als Risikogebiet eingestuft werden. Denn 50 gilt als kritischer Wert für die Einschätzung, die das RKI vornimmt. Mit diesen Werten verzeichnet Offenbach am Main den stärksten Anstieg in Deutschland. Dicht gefolgt vom Landkreis Ebersberg* in Bayern. In der Region wurde der zweitstärkste Corona-Anstieg registriert.

Für Urlauber, die aus Risikogebieten zurückkehren, gilt eine Corona-Testpflicht. Dass dieser Test kostenlos ist, halten nicht alle für gerechtfertigt. Bei Maybrit Illner (ZDF) wurde darüber debattiert.

Update vom 21. August, 9.58 Uhr: Der R-Wert bleibt, wie gestern vermeldet, weiter über der kritischen Marke von 1 - und liegt bei 1,04. (siehe Update vom 20. August, 18:13 Uhr). Das ging aus dem aktuellen Situationsbericht des Robert Koch-Instituts hervor. Kann man heute auf bessere Zahlen hoffen?

Corona in Deutschland: Laut RKI verantworten Reiserückkehrer einen großen Teil der Fälle

Update vom 20. August, 20.33 Uhr: Wie das Robert-Koch-Institut bekannt gab, verantworten Reiserückkehrer nach wie vor einen großen Teil der Corona-Fälle in Deutschland (siehe vorheriges Update). Was für die gesamte Bundesrepublik gilt, ist nun auch immer stärker in Baden-Württemberg zu beobachten.

Denn die Zahl der aus dem Ausland in den Südwesten importierten Corona-Fälle steigt signifikant: Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg wurden seit der Aufhebung der Reisewarnung für die EU-Länder und weiteren europäischen Staaten am 15. Juni insgesamt 1.402 Covid-19-Fälle übermittelt, deren Ansteckung mutmaßlich im Ausland stattgefunden hat. In den vergangenen zwei Wochen hatte demnach sogar jeder zweite Corona-Fall (837) im Ausland seinen Ursprung. An der Spitze der wahrscheinlichen Infektionsländer standen der Behörde zufolge in diesen zwei Wochen Kroatien (242) und der Kosovo (200), gefolgt von Bosnien und Herzegowina, der Türkei und Bulgarien.

Corona in Deutschland: Neue RKI-Angaben - „dieser Trend ist sehr beunruhigend“

Update vom 20. August, 18.13 Uhr: Der R-Wert bleibt über der kritischen Marke von 1 - und das nun bereits den siebten Tag in Folge. Wie aus dem aktuellen Lagebericht des Robert-Koch-Instituts hervorgeht, liegt die Reproduktionszahl aktuell bei 1,04. Am Vortag hatte sie 1,03 betragen. Das geglättete Wochen-R steigt von 1,08 auf 1,14 (Datenstand: 20. August, 0 Uhr).

Im Vergleich zum Mittwoch sind 1.707 neue Corona-Fälle sowie zehn Covid-19-Tote hinzugekommen (siehe Update um 6.20 Uhr). Einen entscheidenden Anteil an den hohen Infektionszahlen hätten nach wie vor Reiserückkehrer, neue Fälle würden „aber auch insbesondere in Zusammenhang mit Feiern im Familien- und Freundeskreis“ auftreten, wie das RKI schreibt.

Die derzeitige Lage bereite dem Institut unterdessen Sorge, denn „in den letzten Wochen ist die kumulative Covid-19-Inzidenz der letzten sieben Tage in vielen Bundesländern stark angestiegen und der Anteil an Kreisen, die keine Covid-19-Fälle übermittelt haben, deutlich zurückgegangen. Dieser Trend ist sehr beunruhigend.“

Derweil gelangen einem deutsch-indischen Forscherteam neue Erkenntnisse in puncto Corona-Ausbreitung - sie sind insbesondere für den Herbst interessant.

Corona in Deutschland: Neuinfektionen auf April-Niveau - Corona-Patient infiziert Hochzeitsgäste, 160 in Quarantäne

Update vom 20. August, 17.10 Uhr: In Hessen gab es zuletzt steigende Corona-Infektionszahlen. Das ist auch auf eine Hochzeitsfeier mit hunderten Gästen in Kelsterbach im Kreis Groß-Gerau zurückzuführen - einer davon hatte Covid-19. Mittlerweile gibt es offiziell 16 Corona-Fälle im südhessischen Kreis, die auf die Hochzeit zurückzuführen sind. Die Tests dauern an, 160 Gäste befinden sich in Quarantäne.

Heiraten während der Corona-Pandemie stellt Paare vor Herausforderungen.

Die Hochzeitsgesellschaft teilte die Veranstaltung auf zwei Tage auf und feierte mit insgesamt 300 Personen, wie ein Sprecher des Landkreises auf Anfrage der Ippen-Digital-Zentralredaktion bestätigte. Das ist deshalb interessant, weil dadurch die Grenze von 250 Personen nicht überschritten wurde und die Veranstaltung somit nicht angemeldet werden musste.

Corona in Deutschland: Bund und Länder planen einheitliche Strafen für Masken-Verweigerer

Update vom 20. August, 16.43 Uhr: Wie umgehen mit Masken-Verweigerern? Nachdem Deutschland in dieser Frage (einmal mehr) zum Flickenteppich avancieren drohte, wollen Bund und Länder nun ein einheitliches Bußgeld bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen prüfen. Das Bundesverkehrsministerium oder das Saarland als Vorsitzland der Verkehrsministerkonferenz sollen die Länder zu einer Arbeitsgruppe einladen, wie die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag nach einer Bund-Länder-Schaltkonferenz aus Kreisen der Verkehrsminister erfuhr. Die Arbeitsgruppe soll einen Bußgeldrahmen erarbeiten.

Denkbar ist demnach etwa eine Mindeststrafe von beispielsweise 50 Euro für Maskenverweigerer. Sachsen-Anhalt kündigte demnach jedoch an, keinem Bußgeld zustimmen zu wollen.

Corona in Deutschland: Tendenz in NRW positiv - in Hessen bedrohlich

Update vom 20. August, 15.38 Uhr: Nordrhein-Westfalen war lange der Corona-Brennpunkt Deutschlands. Die Lage ist zwar immer noch angespannt, die Tendenz gleichzeitig jedoch erfreulich. Wie das Robert-Koch-Institut meldet, sind die Neuinfektionen weiter rückläufig und liegen nun schon den dritten Tag in Serie hinter dem Niveau der Vorwoche (Datenstand: 19. August). Das schlägt sich nun auch in der Verteilung der Corona-Infizierten nieder. NRW wurde von Hessen als Bundesland mit der höchsten Inzidenz (neue Fälle je 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen) abgelöst (siehe Update vom 19. August, 21:17 Uhr).

Coronavirus in Deutschland: NRW kündigt umfangreiche Masken-Kontrollen an

Update vom 20. August, 10.49 Uhr: Nordrhein-Westfalen greift durch und kündigt Masken-Kontrollen in öffentlichen Verkehrsmitteln an. In Regionalzügen und S-Bahnen soll das Bahnpersonal ab kommenden Montag (24. August) nach Fahrgästen ohne Maske suchen, die dann an Bahnhöfen Bundespolizei oder Ordnungsamt übergeben werden sollen, berichtet der Nachrichtensender ntv.de. Bei einem Verstoß gegen die Maskenpflicht ist ein Bußgeld von 150 Euro fällig (seit dem 14. August).

Corona in Deutschland: Bahnfahren ein unterschätztes Risiko?

Update vom 20. August, 10.12 Uhr: Klimaanlagen fallen aus, kaum Platz oder Abstand und Masken-Muffel - das Risiko einer Coronainfektion beim Bahnfahren wird nach Recherchen des ARD-Magazins Monitor unterschätzt. Monitor verweist auf eine neue Studie aus China, die von Experten vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung als „bemerkenswert“ bezeichnet wird. Je weniger Abstand zwischen Bahnreisenden ist und je länger die Reise dauert, umso höher ist auch das Risiko sich mit dem Corona-Virus zu infizieren - so das Ergebnis der Studie.

Das Reisende sich nicht an die Maskenpflicht in der Bahn halten, sei ein Problem. Ein anderes seien demnach die Klimaanlagen. Anders als in Flugzeugen würde die Züge der Bahn über keinen Virenfilter verfügen, heißt es in der Vorab-Pressemitteilung zur Monitor-Sendung (Donnerstag, ARD, 21.45 Uhr). Nach Aussage der Bahn drohe demnach bei den Klimalagen keine Gefahr. „Schienenfahrzeuge würden eine hohe Luftwechselrate aufweisen“ und „sehr viel Frischluft zugeführt“ werde. Eine Übertragung von Viren durch die Klimaanlagen halte man für „äußerst unwahrscheinlich“. Im Winter, wenn die Heizung aufgedreht wird, schätzt ein Experte, dass der Umluftanteil so gering wie möglich gehalten wird. Er appelliert dringend an die Verantwortlichen die Zeit bis zum Winter zu nutzen, um die Anlagen zu verbessern. Vor allem, weil die Bahn auf eine höhere Auslastung der Züge setzt.

Corona in Deutschland: Höchstwert seit Ende April

Update vom 20. August, 6.20 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Deutschland auf den höchsten Wert seit Ende April gestiegen. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 1707 neue Corona-Infektionen. Dies geht aus den Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom frühen Donnerstagmorgen (20. August) hervor. Höher lag die Zahl zuletzt am 26. April mit 1737 registrierten Neuinfektionen. Als Grund nennt das RKI unter anderem auch Reiserückkehrer. Der Pandemiebeauftragte des Klinikums Freising macht sich große Sorgen über einen zweiten Lockdown.

Direkte Rückschlüsse auf das Infektionsgeschehen lässt der aktuelle Anstieg der Fallzahlen allerdings nicht zu, da zuletzt auch die Zahl der durchgeführten Tests immens erhöht wurde. Waren es nach RKI-Daten in der Kalenderwoche 31 vom 27. Juli bis 2. August noch rund 578.000 (übermittelt von 165 Laboren), lag die Zahl zwei Wochen später schon bei mehr als 875.000 (übermittelt von 181 Laboren). Die steigenden Fallzahlen seien derzeit aber nicht nur mit dem vermehrten Testaufkommen zu erklären, hatte das RKI vor einigen Tagen mitgeteilt.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 228.621 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2* infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9253. Seit dem Vortag wurden zehn Todesfälle mehr gemeldet. Bis Donnerstagmorgen hatten etwa 204.800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Mittwoch (19. August) bei 1,03 (Vortag: 1,06).

Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus: Erneuter Anstieg der Neuinfektionen - Zahlen so hoch wie seit Monaten nicht

Update vom 19. August, 21:17 Uhr: Weltweit steigt die Zahl der Corona-Infizierten und auch in Deutschland spitzt sich die Lage wieder zu. Am Mittwoch wurden wieder über 1500 positiv getestete Personen gemeldet. Wie focus unter Berufung auf die Landesgesundheitsämter berichtet, liegt die Zahl der am Dienstag offiziell gemeldeten Infektionen bei 1538 Neuinfizierten. Ein erneuter Anstieg zum Vortag. Die Gesamtzahl an Infektionen erhöht sich in Deutschland damit auf 227.541 Corona-Infizierte. Aktiv sind davon noch 14.428 Menschen von dem Virus betroffen. Die Zahl der Todesfälle stieg am Mittwoch um 8 auf 9213, so focus.

Einen besonders hohen Anstieg verzeichnete dabei ein Bundesland - Hessen. Hier stieg die Zahl der Neuinfektionen um 167 Erkrankungen.

Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus: Ein Bundesland verschärft Strafen für Maskenverweigerer drastisch

Update vom 19. August, 16.40 Uhr: Das Tragen einer Maske in öffentlichen Räumen ist seit Ende April Pflicht. Die Bußgeld-Regelungen unterscheiden sich in den einzelnen Bundesländern dabei jedoch enorm. Von 0 bis 500 Euro ist alles dabei. Nun hebt ein Bundesland die Untergrenze der Strafzahlungen drastisch an. Ab sofort zahlen Maskenverweigerer in öffentlichen Verkehrsmitteln in Baden-Württemberg statt mindestens 25 Euro 100 Euro, teilte die Landesregierung am Mittwoch mit. Der maximale Betrag liege weiterhin bei 250 Euro. Diese Maßnahme werde „angesichts der zunehmenden Nachlässigkeit und bisweilen mutwilligen Disziplinlosigkeit beim Befolgen der Maskenpflicht im ÖPNV“ getroffen, so die Landesregierung. Die Corona-Zahlen steigen seit Tagen bundesweit an. In Baden-Württemberg wurden am Mittwoch 228 neue Fälle registriert, so das RKI.

Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus: NRW am stärksten betroffen - ein Fünftel der Neuinfektionen

Update vom 19. August, 16.15 Uhr: Die Zahl der „coronafreien“ Landkreise sinkt immer weiter. Das teilte das RKI in seinem täglichen Reisebericht mit. Besonders betroffen ist dabei das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Allein am Mittwoch wurden dort laut RKI 326 neue Fälle registriert, womit das Bundesland über ein Fünftel der deutschlandweit gemeldeten 1510 Fälle verzeichnet. Der 7-Tage-Index lag darüber hinaus bei 14,7 Infektionen pro 100.000 Einwohnern, während die Infiziertenzahl um 2.640 Erkrankte stieg. Dies ist der bundesweit höchste Wert. Kein einziger Landkreis in NRW ist derzeit „cornonafrei“, so der focus.

Als aktuelle Top 5 Krisen-Landkreise gelten laut focus.de darüber hinaus der nordrhein-wetsfälische Landkreis Herne mit aktuell 55 Infizierten und der bayerische Landkreis Dingolfing-Landau, der aufgrund der zahlreichen Infektionen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb und in einer Konservenfabrik Schlagzeilen machte. Darüber hinaus gelten die Kreise Offenbach, Bochum und Duisburg ebenfalls als Hotspots. Sie weisen einen 7-Tage-Inzidenz* von mehr als 25 Fällen auf 100.000 Einwohner auf.

Auch im Europa-Park Rust war ein Corona-Infizierter unterwegs. Nun wurden 15.000 Besucher kontaktiert.

Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus: Neuinfektionszahlen so hoch wie seit Monaten nicht

Update vom 19. August, 10.26 Uhr: Seit den letzten Wochen zeigt sich beim Infektionsgeschehen in Deutschland ein „sehr beunruhigender Trend“, teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem täglichen Lagebericht (18. August) mit: Aus nur noch 18 Landkreisen wurden in den letzten sieben Tagen keine Corona-Fälle übermittelt. Das sei ein deutlicher Rückgang, heißt es im RKI Covid-19-Lagebericht. Zum Vergleich: Vor etwa vier Wochen waren es noch 125 Kreise, die keine Fälle übermittelt haben. Ein Blick auf das RKI-Dashboard zeigt, dass kein Landkreis mehr mit der Farbe Rot markiert ist - also aktuell den kritischen Wert von mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschritten hat. Doch in einigen Regionen ist die Corona-Aktivität weiter recht hoch. Orangefarben markiert (mehr als 25 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen) sind einige Flecken über ganz Deutschland verteilt. Mit größeren Familienfeiern oder Partys im Freundeskreis stehen die Corona-Ausbrüche in Zusammenhang, teilt das Institut mit. Reiserückkehrer machten einen großen Teil der Covid-19-Infektionen aus. Fast 40 Prozent hätten sich im Ausland angesteckt. Allerdings gibt das RKI nicht an, wie groß der Anteil der Tests von Reiserückkehrern an allen Tests war, kritisiert die Nachrichtenagentur dpa.

Die Zahl der aktiven Corona-Fälle in Deutschland ist laut RKI-Daten in den vergangenen 24 Stunden um 603 auf 13.771 gewachsen (Vortag: 13.168 aktive Corona-Fälle). Die meisten Neuinfektionen stammen auf folgenden Bundesländern:

  • Bayern: 409
  • NRW: 326
  • Baden-Württemberg: 228
  • Hessen: 167
  • Rheinland-Palz: 110
  • Niedersachsen: 80
  • Berlin: 75
  • Hamburg: 26

Update vom 19. August, 10.11 Uhr: Eine Infektion mit dem Coronavirus kann völlig unterschiedlich verlaufen. Einige Covid-19-Patienten klagen über den Verlust ihres Geruchssinns. Forscher haben nun erste verblüffende Ergebnisse einer Studie veröffentlicht..

Update vom 19. August, 6.24 Uhr: Das Robert Koch-Institut hat die höchste Zahl an Neuinfektionen in Deutschland seit mehr als drei Monaten registriert. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 1510 neue Corona-Infektionen. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen (19. August) hervor. Höher lag die Zahl zuletzt am 1. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen lag Anfang April bei mehr als 6000. Danach waren die Werte deutlich gesunken. Seit Ende Juli steigt die Zahl nun wieder an. 

Direkte Rückschlüsse auf das Infektionsgeschehen lässt der aktuelle Anstieg der Fallzahlen allerdings nicht zu, da zuletzt auch die Zahl der durchgeführten Tests immens erhöht wurde. Die steigenden Fallzahlen seien derzeit aber nicht nur mit dem vermehrten Testaufkommen zu erklären, hatte das RKI bereits vor einigen Tagen mitgeteilt.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 226.914 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus infiziert, meldete das RKI am Mittwochmorgen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9243. Seit dem Vortag wurden sieben Todesfälle mehr gemeldet. Bis Mittwochmorgen hatten etwa 203.900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl*, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Dienstag bei 1,06 (Vortag: 1,11).

Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus: Neuinfektionszahlen so hoch wie seit Monaten nicht

Update vom 18. August, 19.19 Uhr: Nach einem deutlichen Rückgang der Corona-Neuinfektionszahlen im Mai und Juni, deuten die aktuellen Neuansteckungen auf einen zunehmenden Trend hin. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Samstag 1.415 neue Fälle, am Dienstag 1.390. Am Sonntag und Montag lagen die Werte jeweils bei nur rund 600 neuen Fällen, was auf die Meldeverzögerung, die häufig am Wochenende auftritt, zurückzuführen sein könnte. Über 1.400 lag die Zahl der Neuinfektionen laut RKI zuletzt Ende April/Anfang Mai.

Die Johns-Hopkins-Universität, die durch Bündelung verschiedener Quellen andere Zahlen ermittelt, meldet für Montag sogar 1.693 neue Fälle. Unabhängig von der genauen Anzahl der registrierten Fälle, zeigt sich auch bei der Johns-Hopkins-Universität, dass Zahlen in dieser Höhe seit Monaten nicht erreicht wurden. Die Forschungseinrichtung meldete 1.627 neue Fälle am 29. April und 1.870 am 24. April.

Die Johns-Hopkins-Universität vermeldet für den 17. August 1.693 neue Corona-Infektionen in Deutschland.

Update vom 18. August, 16.05 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will den Karneval im Frühjahr 2021 absagen. Ein normales Stattfinden der Events könne er sich nicht vorstellen.

Update vom 18. August 2020, 10.30 Uhr: Das Coronavirus breitet sich in Deutschland immer weiter aus, das Robert-Koch-Institut meldete am frühen Dienstagmorgen rund 1390 Neuinfektionen innerhalb der letzten 24 Stunden. Der Ärzteverband Marburger Bund fordert laut Funke Mediengruppe nun einheitliche Regeln im Umgang mit Familienfeiern und Partys. Demnach sei es zu riskant bei aktuell steigenden Infektionszahlen mancherorts bis zu 150 Mitglieder bei Familienfeiern zu erlauben. Wie die Vorsitzende Susanne Johna demnach erklärt, sollten „sich die Länder bald auf einheitliche Regeln für private und öffentliche Feiern aller Art verständigen". Aktuell gelten in den einzelnen Bundesländern noch unterschiedliche Regelungen.

Neben einer Obergrenze für die Anzahl der Gäste sei es außerdem wichtig, auch ein Konzept für regelmäßiges Lüften auszuarbeiten. CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn betonte bereits am Wochenende, dass die höchste Gefahr aktuell, neben der Rückkehr von Urlaubern, die Verbreitung des Virus durch Familienfeiern sei.

Während sich das Coronavirus in der Welt immer weiter ausbreitet und einige Länder bereits zu Risikogebieten erklärt wurden, sorgt ein nun aufgetauchtes Party-Bild für Entsetzen*.

Corona in Deutschland: Robert Koch-Institut meldet erneut hohen Anstieg der Neuinfektionen

Update vom 18. August 2020: In Deutschland sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 1390 neue Corona-Infektionen und vier Todesfälle gemeldet worden. Damit liegt die Zahl wieder deutlich über der Schwelle von 1000 und weiter auf hohem Niveau. Die Zahl der aktiven Corona-Fälle liegt nach RKI-Angaben mindestens bei 13.168.

Die Reproduktionszahl - kurz R-Wert- liegt nach RKI-Angaben bei 1,11 (Vortag: 1,21). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Das 7-Tage-R liegt bei 1,04 (Vortag: 1,13). Der Wert spiegelt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen wieder und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen.

Besonders beunruhigend: Nordrhein-Westfalen, Berlin und Hessen liegen laut RKI deutlich über dem 7-Tage-Inzidenzen und in Hamburg knapp darüber. Die Anzahl der Landkreise in denen in den vergangenen sieben Tagen keine Covid-19-Fälle aufgetreten sind, ist laut RKI in den vergangenen Wochen kontinuierlich zurückgegangen. Aktuell sind es nur 25 Kreise in Deutschland. Zum Vergleich: am 12. Juli waren es noch 125 Kreise gewesen, die keine Corona-Fälle an das RKI übermittelt hätten.

  • Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich bisher in Deutschland mindestens 225.404 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus Sars-CoV.2 infiziert.
  • Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9236.
  • Covid-19 haben etwa 203.000 Menschen überstanden schätzt das RKI.

Erstmeldung vom 17. August 2020

München - Die Pandemie, die durch das Coronavirus* ausgelöst wurde, beeinflusst so gut wie alle Lebensbereiche. Am Montag (17. August) vermeldet das Robert Koch-Institut 561 Neuinfektionen. Damit ist die Infektionslage zwar deutlich entspannter als zu Hochzeiten im April. Der Höhepunkt bei den täglichen registrierten Neuansteckungen hatte damals bei mehr als 6.000 gelegen.

Dennoch haben die Neuinfektionszahlen in den letzten Wochen im Vergleich zu den Tiefstwerten im Mai und Juni wieder zugenommen. Den R-Wert schätzte das RKI auf Basis der Datenlage von Sonntagabend (16. August) auf 1,21. Das bedeutet, dass eine infizierte Person im Schnitt mehr als eine weitere ansteckt.

Merkel zur Corona-Lage: besorgniserregend, aber noch beherrschbar

Aufgrund dieser Werte sind weitere Lockerungen von Corona-Maßnahmen vorerst als unwahrscheinlich zu bewerten. Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte die aktuellen Infektionszahlen zwar besorgniserregend, aber noch beherrschbar. Nichtsdestotrotz könne es derzeit keine weiteren Aufhebungen von Regelungen und Maßnahmen geben. Dies gelte auch für Fußballspiele, erklärte sie nach Parteikreis-Informationen der Deutschen Presse-Agentur.

Angela Merkel bei einer Kabinettssitzung Mitte August.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn äußerte sich besorgt zu ansteigenden Ansteckungen bei Familienfeiern und anderen Festen. Er regte an, erneut über die erlaubte Größer solcher Privatveranstaltungen zu beraten. Die Länder regeln das unterschiedlich. Teilweise sind mittlerweile wieder Innenveranstaltungen mit mehreren hundert Teilnehmenden erlaubt.

Corona in Deutschland: Spahn wegen Privatfeiern besorgt

Zum Thema Familienfeiern sagte Spahn am Montag bei einer Videopressekonferenz, er wolle kein Spielverderber sein und verstehe jeden, der seine Hochzeit mit 150 Gästen feiern wolle. Man müsse aber noch einmal schauen, ob man das jetzt in dieser Phase nur im engeren oder engsten Familien- und Freundeskreis mache. Es gehe vor allem um diese Bereiche, „wenn wir gesellig werden“, wo sich das Virus besonders schnell verbreite. Kitas, Schulen, Wirtschaft und Handel müssten nach Spahns Ansicht Vorrang haben vor öffentlichen oder privaten Feiern.

Da die vom RKI gemeldeten Zahlen an Sonntagen und Montagen erfahrungsgemäß niedriger ausfallen, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln, könnte die Zahl der Neuinfektionen im Laufe der Woche wieder über den 561 Fällen am Montag liegen.

Corona: Bundesgesundheitsministerium und RKI setzen auf Prävention

Um weitere Ausbrüche und Ansteckungen zu vermeiden, gilt nach wie vor die Devise, dass Prävention besser ist als Reaktion. Vor allem das RKI hatte diesen Ansatz betont. Daher ruft das Bundesministerium für Gesundheit auf seinem Twitter-Account immer wieder zur Einhaltung der Corona-Hygienemaßnahmen auf.

Nicht nur in Deutschland hat die Corona-Pandemie heftige Folgen. Auch in allen anderen europäischen Ländern hat die Ausnahmesituation das öffentliche und private Leben beeinflusst. Besonders die Entwicklungen in Sommerurlaubszielen wie Spanien und Kroatien dürften vielen Menschen Sorge bereiten. Denn trotz Corona wollen viele in den Urlaub fahren.

Sobald in einer Region der vom RKI definierte kritische Wert erreicht wird, gilt ein Land oder eine Gegend jedoch als Risikogebiet. Ein Gastronom aus Graz greift wegen der Corona-Pandemie* durch und verweigert bestimmten Gästen den Zutritt. Das Coronavirus könnte noch früher ansteckend sein als bisher angenommen. Schweizer Forscher wollen neue Erkenntnisse über die unbemerkte Ansteckung gewonnen haben. (lb mit dpa) *Merkur.de und tz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs werden nächste Woche nach langer Zeit wieder gemeinsam über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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