Christian Drosten
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Christian Drosten sprach im Podcast über aktuelle Corona-Themen.

Entwarnung bei Schlachthof-Produkten

Coronavirus: Virologe Drosten antwortet knallhart auf Theorien in Sozialen Medien 

Im NDR-Podcast äußerte sich Virologe Christian Drosten zur aktuellen Lage und sprach mitunter über Situationen im Ausland.

Berlin - Virologe Christian Drosten stand auch in der 42. Ausgabe des NDR-Podcasts Rede und Antwort zu derzeitigen Fragen rund um die Coronavirus-Pandemie*. Er sprach über die Übersterblichkeit, die Begebenheiten des Virus und forderte eine Berichterstattung mit mehr Weitblick.

Corona-Experte Drosten: Keine Bedenken bei Schlachthof-Produkten - Italienische Studie mit eindeutigen Ergebnissen

Der Virologe gab bezüglich der Sorgen in der Bevölkerung um das erhöhte Virusaufkommen in Schlachterei-Betrieben Entwarnung. „Da hätte ich gar keine Bedenken. Zudem wird das Fleisch noch zubereitet, es ist kein temperaturstabiles Virus“, so Drosten, der jedoch einen Grund für die vielen Infektionen* ahnt. „Die Umgebungstemperatur am Arbeitsplatz“ könnte ausschlaggebend sein.

Das Thema Übersterblichkeit wurde anfangs angeschnitten. Drosten erinnerte an eine italienische Studie aus einem Dorf, in dem die Todeszahlen im März mit den vergangenen Jahren verglichen wurden. Daraus ließ sich ein fünfzehnfacher Anstiegfeststellen. In „Sozialen Medien kursiert der Eindruck, dass das Virus so harmlos wie eine saisonale Grippe sei und dass man da keine Unterschiede sehen kann“. Die Unterschiede könne man jedoch bereits dann sehen, „wenn das Virus nur ein paar Wochen in der Bevölkerung gelaufen ist und dann der Lockdown kommt.“

Corona-Experte Drosten: Virologe wünscht sich mehr Berichte über Situation im Ausland

Drosten wünscht sich mehr Berichte über die weltweite Lage durch deutsche Medien. „Gerade das Fernsehen sollte den Blick mehr ins Ausland richten. Es ist sehr wertvoll, diese Informationen aufzunehmen. Es ist nach meinem Gefühl bis heute noch nicht sehr breit darüber berichtet worden, was in New York passiert ist.“ Der Bundesstaat zählt bislang mehr als 28.000 Tote durch die Folgen des Virus. In England oder Australien kämen internationale Beiträge durch die englischsprachige Presse besser an.

Drosten sprach auch die Lage in Afrika an, wo viele Länder vor großen Herausforderungen stehen. „Wir sehen in diesen Tagen jetzt erste Berichte aus Afrika (Drosten sprach einen Artikel der New York Times über die Lage in Kano in Nigeria an). Wenn man das liest, wird einem wirklich klar, dass das ein massiver Ausbruch ist, der da läuft. Und es ist ein Ausbruch, der durchläuft.“

Japan vermeldet, die Corona-Krise weitgehend unter Kontrolle zu haben. Könnte das Land Vorbild für Deutschland sein? Das sagt Virologe Christian Drosten dazu. 

Corona-Experte Drosten: Coronavirus „zirkuliert“ vielerorts in der Bevölkerung 

Man versuche dort zwar, einen Lockdown zu verhängen, „aber in einem armen Land ist das alles nicht so einfach mit den hygienischen Bedingungen“. Zudem soll es vielerorts kein ausgereiftes Erheben von systematischen medizinischen Daten. Bei Untersuchungen wurden mehrere Ärzte sowie Laborpersonal positiv auf das Virus getestet. „Das zirkuliert in der Bevölkerung“, meint Drosten.

Drosten stellte außerdem noch einmal fest, „wir brauchen dringend mehr Forschung zu antiviralen Medikamenten. Wir brauchen auch Erkenntnisse, wie man bereits existierenden immunmodulatorische und antivirale Medikamente – Stichwort Remdesivir* – verwenden kann.“

Drosten lobt zwar den Corona-Kampf in Deutschland, doch eine Befürchtung bleibt für ihn.

ajr

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