„Ballungsräume sind der Schauplatz“

Corona-Winter in Deutschlands Städten: So sieht Merkels Masterplan für München, Berlin & Co aus

  • Kathrin Reikowski
    vonKathrin Reikowski
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Mit einem Acht-Punkte-Plan haben die Bürgermeister der elf größten deutschen Städte eine Konferenz mit Angela Merkel verlassen. Die Pandemie soll kontrollierbar bleiben.

  • Angela Merkel (CDU)* hat sich mit den Bürgermeistern der elf größten Städte getroffen.
  • Erarbeitet wurde ein Acht-Punkte-Plan, der die Handlungsfähigkeit der Ämter erhalten soll.
  • Unterstützung ist durch die Bundeswehr, aber auch durch die Städte untereinander geplant.

Berlin - „Die Ballungsräume sind der Schauplatz, wo wir sehen, ob wir die Pandemie* unter Kontrolle halten können oder ob uns die Kontrolle entgleitet“, sagte Angela Merkel (CDU) am Freitag bei einer Konferenz mit den Bürgermeistern der elf größten Städte Deutschlands. Um die zuletzt besonders in einigen Städten stark gestiegenen Coronavirus*-Fallzahlen in einem kontrollierbaren Maß zu halten, wird mit einem Acht-Punkte-Plan jetzt auf die Situation reagiert.

Allgemein sollen die Abstands- und Hygieneregeln für die Bevölkerung immer gelten, branchenspezifische Regelungen sowie konsequente Kontaktnachverfolgung auch. Letzteres ist ab 35 bzw. ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in der Woche schwierig. Die neuerlichen Einschränken täten weh, seien aber notwendig, sagte Merkel. Und sie betonte: Die Schulen müssten, „wenn irgend möglich, diesmal offen bleiben können.“

Acht-Punkte-Plan für Großstädte soll Corona-Pandemiegeschehen in Deutschland verlangsamen

  • Spätestens ab einer Inzidenz von 35 Neuinfektionen* pro 100.000 Einwohner in einer Woche entsendet das RKI Experten auf Bitten der jeweiligen Stadt zur Beratung in die Krisenstäbe der betroffenen Großstadt.
  • Dabei können auch Experten der Bundeswehr eingesetzt werden - die sollen aber längerfristig vor Ort sein und nicht kurzfristig rotieren. Sie werden auf Bitten der jeweiligen Städte eingesetzt.
  • Der öffentliche Gesundheitsdienst kann durch geschulte Freiwillige, Studenten und aus anderen Fachbereichen Abgeordnete unterstützt werden - hierzu ergreifen die Großstädte organisatorische Maßnahmen.
  • Den Studierenden soll daraus kein Nachteil für ihre Studienleistung erwachsen.
  • Können in einer der Städte die Kontakte (absehbar oder tatsächlich) nicht mehr nachverfolgt werden, sind personelle Unterstützung von Bund und Land geplant.

Maßnahmen für Großstädte: Ab einer 50er-Inzidenz gelten verstärkte Regelungen

  • Spätestens ab einer Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner wird die Pflicht zum Tragen einer Mundnasenbedeckung erweitert, neue Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum und gegebenfalls eine Sperrstunde und/oder Alkoholbeschränkungen für Gastronomiebetriebe eingeführt. Dann können auch die Teilnehmerzahlen für Veranstaltungen und insbesondere für Feiern, auch im privaten Rahmen, erneut beschränkt werden.
  • Ordnungsämter sollen entlastet werden und die Gesundheitsämter bei der Überwachung von Quarantäneanordnungen unterstützen - mittelfristig sollen auch die Bundespolizei und die Länderpolizeien unterstützen.
  • Für die Krankenhäuser, Pflegeheime, Senioren- und Behinderteneinrichtungen besondere Schutzvorkehrungen ergriffen - die aber nicht zu einer vollständigen sozialen Isolation führen dürfen. Schnelltests* sollen zuerst in diesem Bereich eingesetzt werden.
  • Kommt der Anstieg der Infektionszahlen* unter den vorgenannten Maßnahmen nicht spätestens binnen 10 Tagen zum Stillstand, sind weitere gezielte Beschränkungsschritte unvermeidlich, um öffentliche Kontakte weitergehend zu reduzieren.

Die ersten Städte haben bereits neue Maßnahmen eingeführt - alle Details finden Sie in unserem Corona-Deutschland-Ticker. (kat) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Axel Heimken / dpa / picture alliance

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