News-Ticker zur Pandemie

Corona in Deutschland: RKI-Fallzahlen und Inzidenz steigen weiter - drei Bundesländer reißen kritische Marke

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  • Patrick Huljina
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Die Corona-Inzidenz in Deutschland steigt wieder deutlich. Das RKI vermeldet zudem einen weiteren Anstieg der Fallzahlen. Unser News-Ticker zur Pandemie in Deutschland.

  • Corona*-Lage in Deutschland: RKI*-Chef Lothar Wieler warnt vor steigenden Infektionszahlen. (siehe Update vom 12. März, 10.15 Uhr)
  • Die Stadt Tübingen will ab Montag mit verpflichtenden Schnelltests großzügig öffnen. (siehe Update vom 13. März, 10.55 Uhr)
  • Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist laut RKI erneut gestiegen. (siehe Update vom 14. März, 10.30 Uhr)
  • Dieser News-Ticker zur Corona-Pandemie in Deutschland ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 14. März finden Sie hier.

Update vom 14. März, 10.30 Uhr: Das RKI-Dashboard wird nach wie vor aktualisiert. Nun wurden allerdings die aktuellen Zahlen auf der Homepage veröffentlicht. Das RKI meldet demnach am Sonntagmorgen 10.790 Neuinfektionen. Das sind 2687 Fälle mehr als am vergangenen Sonntag. Zudem sind 70 Menschen in den vergangenen 24 Stunden in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Damit erhöht sich die Zahl der insgesamt gemeldeten Todesfälle in Deutschland auf 73.371.

Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz steigt weiterhin an. Laut RKI liegt sie am Sonntag bei 79. Am gestrigen Samstag lag der Wert noch bei 76,1, am vergangenen Sonntag bei 66,1. Mit Thüringen (162), Sachsen (105) und Sachsen-Anhalt (103) haben inzwischen drei Bundesländer den Inzidenzwert von 100 überschritten.

Update vom 14. März, 8.15 Uhr: „Die Daten werden derzeit aktualisiert. Bitte schauen Sie später wieder vorbei.“ Das liest man am Sonntagmorgen, wenn man das Dashboard des Robert-Koch-Instituts (RKI) aufruft. Für aktuelle Fallzahlen verweist das Institut auf seine Homepage. Dort sind allerdings nur die Fallzahlen vom Samstag abrufbar. Wir informieren Sie, sobald die aktuellen Fallzahlen verfügbar sind.

Corona-Pandemie in Deutschland: Mehrere Bundesländer mit Inzidenz über 100

Update vom 13. März, 22.45 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gerät in der Coronavirus-Pandemie weiter unter Druck. Ein ARD-Bericht* zweifelt am Zeitplan ihres Impf-Versprechens an Deutschland. Und nicht nur das.

Update vom 13. März, 21 Uhr: Als drittes Bundesland hat Sachsen-Anhalt an diesem Samstag die 100er-Marke bei der 7-Tage-Inzidenz überschritten. So lag die Zahl der neu gemeldeten Infektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche bei 103,2.

Auch Sachsen und Thüringen hatten an diesem Samstag einen Wert über 100 vermeldet. Bundesweit stiegen die Inzidenzen in den vergangenen Tagen teils rasant. Stand Samstagmorgen lag etwa auch Bayern (82,0) über dem deutschen Durchschnitt (76,1).

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: „Querdenker“-Demo gerät außer Kontrolle

Update vom 13. März, 19.50 Uhr: Corona-Krise in Deutschland: Eine „Querdenker“-Demo mit tausenden Teilnehmern gerät in Dresden außer Kontrolle. Polizisten werden angegriffen und zu Boden gedrückt, Wasserwerfer rücken an.

Update vom 13. März, 18 Uhr: Corona-Inzidenz von 350? Die Covid-19-Lage in Deutschland* spitzt sich weiter zu. Während über Lockerungen diskutiert wird, prognostiziert das RKI jetzt ein düsteres Bild für Ostern (siehe Link).

Corona-Pandemie in Deutschland: Sachsen überschreitet 7-Tage-Inzidenz von 100

Update vom 13. März, 15.45 Uhr: Sachsen hat als zweites Bundesland neben Thüringen den kritischen 7-Tage-Inzidenzwert von 100 überschritten. Am Samstag lag der Wert laut RKI-Dashboard bei 100,5, nachdem er am Freitag noch bei 90,9 und am Donnerstag bei 85,2 lag.

Der Inzidenzwert von 100 gilt in der sächsischen Corona-Schutzverordnung als kritische Marke, unter anderem für Schulöffnungen. Bleibt die 7-Tage-Inzidenz in einer Region für fünf Tage über dem Grenzwert, werden Schulen und Kitas erneut geschlossen. Mit einer Inzidenz von 290,3 ist der Vogtlandkreis derzeit der Corona-Hotspot im Bundesland - bundesweit weist er die dritthöchste Inzidenz auf.

In Bayern haben am Samstag ebenfalls mehrere Städte den Inzidenzwert von 100 überschritten. Das RKI prognostiziert für die kommenden Wochen und Monate weiterhin steigende Infektionszahlen. Demnach ist ein bundesweiter Inzidenzwert von 350 bereits im April möglich*.

Corona in Deutschland: Lieferprobleme bei AstraZeneca - Thüringen stopp Vergabe von Impfterminen

Update vom 13. März, 11.52 Uhr: Der Impfstoff-Hersteller AstraZeneca hat eine deutliche Kürzung der Impfstoff-Lieferungen an die EU angekündigt. Statt der geplanten 220 Millionen Dosen sollen bis Mitte des Jahres nur noch 100 Millionen Dosen geliefert werden. Grund dafür sind laut dem Unternehmen Exportbeschränkungen.

In Thüringen sorgt die Kürzung der AstraZeneca-Lieferungen für Aufregung. Das Bundesland hat aufgrund der Mitteilung die Vergabe der Impftermine gestoppt und den Start der Corona-Impfungen bei Hausärzten verschoben. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) bezeichnete die angekündigte Lieferkürzung als „absolut inakzeptabel“.

Sie kritisierte Bundesgesundheitsminister Spahn, der die Länder im Februar aufgefordert habe, keine AstraZeneca-Impfdosen zurückzuhalten, weil die Liefermengen sicher seien. „Genau das haben wir getan und jede einzelne Impfdosis verplant. Jetzt zwingt uns die Ankündigung aus dem Bundesgesundheitsministerium zu einem Stopp unserer Terminvergabe und zur Verschiebung der Einbindung der Hausärzte“, so Werner. „Damit ist auch der letzte Funke an Vertrauen in verbindliche Zusagen erloschen. Ich fordere den Bundesgesundheitsminister auf, sofort zu intervenieren.“

Corona in Deutschland: Tübingen startet mittels Schnelltests Modellprojekt für Handel

Update vom 13. März, 10.55 Uhr: Die Stadt Tübingen will in der Corona-Pandemie erneut einen Sonderweg gehen. Mit einer massiven Ausweitung von verpflichtenden Schnelltests sollen bereits ab der kommenden Woche im gesamten Stadtgebiet Gastronomie, Hotellerie und Kultur öffnen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt in Tübingen seit dem 21. Januar stabil unter dem Wert von 50 - am Samstag lag der Wert für den Landkreis laut RKI bei 33,7.

Laut Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) sollen zudem alle Menschen, die den Einzelhandel in der Tübinger Innenstadt - mit Ausnahme von Buchhandlungen und Lebensmittelgeschäften - nutzen, einen Schnelltest vorweisen. Anfang der kommenden Woche sollen daher sechs Corona-Teststationen in Betrieb gehen. Dort könnten 1000 Tests pro Stunde vorgenommen werden, kündigte Palmer an. Ein negatives Testergebnis werde durch ein Zertifikat - das sogenannte Tübinger Tagesticket - belegt.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) und Ärztin Lisa Federle wollen mit verpflichtenden Corona-Schnelltests ab kommender Woche großzügig öffnen.

Wie Palmer und Notärztin Lisa Federle am Freitag mitteilten, wurde beim Land Baden-Württemberg eine Genehmigung für das Vorhaben beantragt. Man rechne mit einer Zusage für das dreiwöchige Modellprojekt, erklärte Federle.

Corona in Deutschland: Inzidenz steigt deutlich - NRW geht Sonderweg bei Lockerungs-Notbremse

Update vom 13. März, 7.41 Uhr: Laut RKI ist die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland auf 76,1 gestiegen (Vortag: 72,4). Außerdem meldete das Institut am Samstagmorgen 12.674 Corona-Neuinfektionen sowie 239 neue Todesfälle an oder mit Covid-19 binnen 24 Stunden. Die 7-Tage-Inzidenz stieg zuletzt wieder an, nachdem sie im Februar zwischenzeitlich auf unter 60 gefallen war. Sie ist ein wesentlicher Maßstab bei der Verhängung oder Lockerung von Corona-Restriktionen.

In NRW indes soll die zwischen Bund und Ländern vereinbarte „Corona-Notbremse“ nicht automatisch greifen. Das berichtete die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) in ihrer Samstagsausgabe und beruft sich dabei auf das Gesundheitsministerium. Bei der Überschreitung einer landesweiten Inzidenz von 100 müsse zunächst geprüft werden, welche Umstände dazu geführt hätten, teilte die Behörde mit.

„Wenn alleine durch die vielen zusätzlichen Testungen bei einem ansonsten stabilen Infektionsgeschehen die Zahlen steigen, muss man das bei den weiteren Bewertungen mit einbeziehen“, sagte ein Sprecher von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) der Zeitung.

Update vom 12. März, 22.15 Uhr: Der deutsche Nachbar Tschechien bekommt die schwierige Corona-Lage* nicht in den Griff - und setzt gegen Covid-19 auf ein polarisierendes Medikament. Die Experten-Meinungen dazu gehen weit auseinander.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Schwierige Lage in den Intensivstationen an der tschechischen Grenze

Update vom 12. März, 18.15 Uhr: Sorgenvolle Blicke gehen in der Coronavirus-Pandemie* aus Deutschland nach Tschechien.

Dort haben die Corona-Mutanten für erheblichen Covid-19-Zahlen gesorgt, weswegen aktuell Grenzkontrollen gelten. Mehr noch: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU)* brachte wiederholt hohe Infektionszahlen in nordöstlichen Landkreisen im Freistaat mit der Lage beim EU-Partner in Verbindung.

Fakt ist: Die Situation auf den Intensivstationen an der tschechischen Grenze ist höchst bedenklich. Laut Intensivregister des Robert-Koch-Instituts (RKI)* und der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) gibt es in den Landkreisen Cham (Niederbayern), Regensburg (Oberpfalz) und Straubing-Bogen (Niederbayern) jeweils keine freien Intensivbetten mehr. Zudem meldet der Stadtkreis Straubing eine Auslastung von 90 Prozent und der Landkreis Schwandorf eine Auslastung von 87 Prozent auf den Intensivstationen.

Für Entlastung sorgt immerhin der Stadtkreis Regensburg (rund 150.000 Einwohner) mit seinem Universitätsklinikum. Von 182 Intensivbetten waren, Stand 12. März, in der Donaustadt noch 31 frei.

Stadt- oder Landkreis:Auslastung der Intensivbetten:
Landkreis Regen78,6 %
Landkreis Cham100 %
Landkreis Schwandorf 87 %
Landkreis Regensburg100 %
Stadtkreis Regensburg85,4 %
Landkreis Straubing-Bogen100 %
Stadtkreis Straubing90 %

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: EMA entkräftet Bedenken gegen Astrazeneca

Update vom 12. März, 17.45 Uhr: In der Impfkampagne in Deutschland gibt es seitens der Bürger erhebliche Bedenken gegenüber dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca. Seit Wochen versuchen Politiker und Mediziner, diese zu entkräften.

Jetzt teilte die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) in Amsterdam mit: Der Wirkstoff kann in seltenen Fällen allergische Reaktionen hervorrufen. Die EMA präsentierte laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) auch ein Zahlen-Beispiel: In Großbritannien hätten 41 von rund fünf Millionen Menschen nach der Impfung eine allergische Reaktion bekommen. In „einigen dieser Fälle“ sei eine ursächliche Verbindung zu dem Impfstoff wahrscheinlich, wie die EMA weiter mitteilte.

Aber: Mögliche allergische Reaktionen seien bereits im Risikoprofil des Impfstoffes beschrieben. Sie sollen bei den möglichen Nebenwirkungen ergänzt werden.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: „Schaffen Zettelwirtschaft ab“

Update vom 12. März, 16.45 Uhr: Die Gesundheitsämter in Mecklenburg-Vorpommern sind am Freitag an das System der Luca-App angeschlossen worden, um die Kontakte von Corona-Infizierten schneller ermitteln zu können. Einrichtungen mit Publikumsverkehr wie beispielsweise Geschäfte und Behörden können die App ab sofort nutzen. Im Falle eines nachgewiesenen Corona-Falls können die Gesundheitsämter mithilfe der App auf die verschlüsselten Daten zur Kontaktverfolgung zurückgreifen.

„Wir schaffen damit die Zettelwirtschaft ab“, erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Man sei das „erste Bundesland, in dem die Luca-App flächendeckend genutzt werden kann“. Diese schnelle Möglichkeit zur Kontaktnachverfolgung sei eine wichtige Voraussetzung, um öffentliche Einrichtungen Schritt für Schritt wieder für den Publikumsverkehr zu öffnen.

Manuela Schwesig (SPD) führte bei einem Pressetermin vor, wie man mithilfe der Luca-App in einem Modegeschäft eincheckt.

„Zugleich entlasten wir die Gesundheitsämter, die schnell und sicher Infektionsketten nachverfolgen und unterbrechen können“, so Schwesig weiter. Das Land nimmt für die Lizenzierung des Systems und die technische Anbindung an die Gesundheitsämter 440.000 Euro in die Hand. Für die Nutzer:innen der App sowie die Gastgeber:innen ist die App kostenlos. 3000 Betriebe hatten sich mit Blick auf den Start schon bei Luca angemeldet.

Corona in Deutschland: Bundesregierung mahnt zu „absoluter Vorsicht und Umsicht“

Update vom 12. März, 14.45 Uhr: Die Bundesregierung hat angesichts wieder steigender Infektionszahlen erneut zur Vorsicht bei Lockerungen des Corona-Lockdowns gemahnt. Bei den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen zu möglichen Öffnungsschritten sei allen klar gewesen, „dass wir keineswegs in einer komfortablen Lage sind“, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag bei einer Pressekonferenz in Berlin. Alle Öffnungsschritte müssen „mit absoluter Vorsicht und Umsicht“ getroffen werden. Zudem sei die vorgesehene „Notbremse“ bei hohem Infektionsgeschehen ein wichtiges Instrument.

Die gewohnten Schutzmaßnahmen wie Abstand und Masken sowie das Arbeiten von zu Hause blieben auch weiterhin unbedingt notwendig, erklärte Seibert. Es müsse das Ziel sein, eine dritte Corona-Welle möglichst flach zu halten und die Zahlen nicht wieder steil nach oben schnellen zu lassen. Mit Blick auf schon erfolgte Öffnungen in Schulen und Kitas sei es die Verantwortung der Länder, dort begleitend auch mehr Corona-Tests zu organisieren.

Corona in Deutschland: Pressekonferenz mit Spahn und Wieler zur aktuellen Lage

Update vom 12. März, 11.12 Uhr: Die PK mit Spahn und Wieler zur Corona-Lage in Deutschland ist beendet. Der Gesundheitsminister warnte angesichts wieder steigender Infektionszahlen zu Vorsicht, setzt aber auch auf weiter anziehende Impfungen. Spahn sagte, die Impfkampagne gewinne deutlich an Dynamik.

Mehr als sieben Prozent der Bevölkerung seien nun mindestens einmal geimpft. Zuletzt habe es bundesweit mehr als.270 000 Impfungen am Tag gegeben. Auch die Arztpraxen sollten so früh wie möglich routinemäßig mitimpfen - spätestens ab Mitte April. Angesichts von Rufen nach einem früheren Start erläuterte Spahn erneut, dass zunächst genügend Impfstoff verfügbar sein müsse, um Praxen und parallel die Impfzentren zu beliefern, die Länder und Kommunen weiterbetreiben wollten.

Auch in den Arztpraxen könne nicht gleich auf Priorisierungen bei der Reihenfolge von Impfungen zunächst für gefährdete Gruppen verzichtet werden, sagte Spahn. Mit wachsender Impfstoffmenge könnten Übergänge zusehends fließend gestaltet werden.

Corona in Deutschland: Spahn besteht auf späteren Termin für „routinemäßiges“ Impfen in Praxen

Update vom 12 März, 11.02 Uhr: Warum erst ab Mitte April in den Arztpraxen impfen, es gäbe dann doch schon genug Dosen? Spahn betont, dass das Einbinden in vielen Bundesländern schon jetzt begonnen habe, und das seien nicht nur Modellprojekte.

 
Eine andere Frage sei aber, ab wann das routinemäßig gelinge. 70.000-80.000 deutsche Arztpraxen kämen dafür in Frage, davon 50.000 Hausarzt-Praxen. Ein Start bei allen „auf einmal“ könne aktuell nicht gelingen. „Das entspräche gerade einmal einem Impftermin pro Woche“, argumentiert Spahn. „Das ist jetzt ein fließender Übergang.“

Corona-PK mit Wieler und Spahn: „Alle Impfstoffe sind gleichwertig“

Update vom 12. März, 10.49 Uhr: Alle Impfstoffe seien für sie „gleichwertig“, erklärt Ärztin Richter-Scheer. Zum Thema Nebenwirkungen sage sie besorgten Patienten: „Ich kenne nur Impfreaktionen“ - ein Zeichen nämlich, dass das Vakzin wirkt. „Damit kann man viele Menschen abholen“, berichtet sie. Ihr wurde von Patienten berichtet, dass die Impfreaktion bei Biontech sogar länger andauern als bei AstraZeneca.

Update vom 12. März, 10.41 Uhr: Es geht nun um die schlechte Presse, die der Corona-Impfstoff AstraZeneca aktuell hat. Solle man nicht lieber warten, bis sicher sei, dass das Vakzin keine Nebenwirkungen wie etwa Blutgerinnsel habe, will eine Journalistin wissen. „Wir nehmen diese Berichte sehr ernst“, sagt Spahn. 

EMA und PEI seien jedoch zu der Einschätzung gekommen, dass es - „Stand diesen Freitag“ - kein erhöhtes Thrombose-Risiko gebe. „Aber wir beobachten das sehr genau“. Er bedaure, dass einige Länder die AstraZeneca-Impfungen nun gestoppt hätten - „aber die meisten nicht“, betont er. Gibt es einen kausalen oder nur einen zeitlichen Zusammenhang zwischen der Impfung und Symptomen, das sei die Frage. „Aufmerksam sein und nicht Alarm machen“ sei geboten.

RKI-Chef Lothar Wieler, Gesundheitsminister Jens Spahn und Anke Richter-Scheer, Vorstandsmitglied Hausärzteverband Westfalen-Lippe (v.l.) informieren in der Bundespressekonferenz über die Corona-Lage in Deutschland.

Corona in Deutschland: RKI-Chef Wieler zu Selbsttests - „Lieber einen zu viel als einen zu wenig erkennen“

Update vom 12. März, 10.37 Uhr: Thema Selbsttests und wie sicher sie sind. Gäbe es nicht auch falsch-positive Ergebnisse? „Das Ziel, lieber einen zu viel zu erkennen, als einen zu wenig, ist ein hohes Ziel in der Pandemie-Bekämpfung“, antwortet Wieler auf eine Journalisten-Nachfrage.

Update vom 12. März, 10.31 Uhr: „Anfang April, am liebsten noch früher“: Richter-Scheer plädiert dafür, die Hausärzte möglichst bald in die Impfkampagne einzubinden. Die Richtigkeit der Impfreihenfolge in der Prio-Gruppe 1 sei „keine Frage“, aber in der Prio-Gruppe 2 (u.a. chronisch Kranke) sei es komplizierter. „Da müssen wir ja unterscheiden und ich glaube, dass man das der Politik nicht zumuten kann, dass sie da differenziert.“ 

Als Beispiel nennt Scheer eine junge Frau mit Schilddrüsenunterfunktion und einen älteren Mann mit Lungenfibrose. Beides chronisch Kranke, aber der Fall des Manns sei als schwerer zu bewerten. „Das darf man nicht als Priorisierung bezeichnen. Wir wollen sie auch nicht aushebeln.“ In einem Impfzentrum könne sie als Ärztin so eine Unterscheidung nicht leisten. Als Hausarzt kenne man aber seine Patienten.

Update vom 12. März, 10.19 Uhr: Anke Richter-Scheer, Vorstandsmitglied des Hausärzteverbands Westfalen-Lippe, spricht nun für ihre Kollegen an der „Basis“ und thematisiert die Corona-Tests in den Hausarztpraxen. Die Resonanz der Patienten in den Praxen sei nicht überragend groß. „Es kommen einige Patienten, aber noch wenig.“ Das seien vor allem Ältere oder Menschen, die „viel Verantwortung für ihr Umfeld übernehmen“.

Corona-Lage in Deutschland: Pandemie laut Wieler in „neuer Phase“

Update vom 12. März, 10.18 Uhr: Zum Schluss gibt Wieler einen ermunternden Ausblick: „Wir befinden uns in einer neuen Phase: Von der Bekämpfung des Virus hin zu seiner Kontrolle“, sagt er. Die Bekämpfung des Virus sei ein Marathon, aber man befinde sich im letzten Drittel.

Update vom 12. März, 10.17 Uhr: „Ein neues Werkzeug in unserem Werkzeugkasten sind die Selbsttests“, greift auch Wieler die „Bürgertests“ auf. „Dafür muss man sie aber auch verantwortungsvoll einsetzen. „Man könne sich nicht „freitesten“. Sind seien nur eine Momentaufnahmen - das Befolgen der AHA-Regeln sei weiter geboten.

Informieren regelmäßig in einer gemeinsamen PK über die Corona-Lage in Deutschland: RKI-Chef Lothar Wieler (l.) und Gesundheitsminister Jens Spahn.

Corona-PK mit Wieler: Spahn besteht bei Impfung auf Priorisierung

Update vom 12. März, 10.15 Uhr: Laut Wieler nimmt die Zahl der Covid-19-Todesfälle in einigen Bundesländern wieder zu. Aber die Fallzahlen bei den Älteren sinken. „Das zeigt, dass es richtig und wichtig war, die Älteren zuerst zu impfen.“ Er freue sich darauf, dass man bald mithilfe der Haus- und Betriebsärzte impfen könne.

Allerdings stiegen die Fälle bei den Unter-15-Jährigen „rasant“ an. Wieler erwähnt in dem Zusammenhang damit die ansteckendere Corona-Mutation B.1.1.7, die sich aktuell weiter ausbreitet.

Update vom 12. März, 10.11 Uhr: Dann geht Spahn zum Thema Impfungen in den Arztpraxen über: „Es ist grundsätzlich wichtig, bei noch fehlenden Impfstoffen priorisieren“, beharrt Spahn.

Update vom 12. März, 10.09 Uhr: Viele Bundesländer hätten diese Woche mit den „Bürgertests“, den Schnelltests, angefangen, berichte Spahn. „Der Bund zahlt den Test mindestens einmal die Woche. Die Länder müssten die Infrastruktur bereitstellen - „das funktioniert noch unterschiedlich gut, aber es funktioniert.“

Spahn mahnt, die Tests nicht zu „überschätzen“. „Sie sind ein wichtiges Instrument, aber lösen nicht alle Probleme.“

Spahn in PK mit Wieler: „Ringen zwischen Gesundheitsschutz und ersehnter Normalität“

Update vom 12. März, 10.04 Uhr: Spahn hat zu Beginn das Wort. Die Lage bleibe angespannt, die Zahlen stiegen wieder langsam. „Wir müssen uns auf einige herausfordernde Wochen einstellen“: Man müsse die Balance finden im „Ringen zwischen Gesundheitsschutz und ersehnter Normalität“.

Die meisten Menschen in den Pflegeheimen habe man bereits impfen können. Viele der Über-80-Jährigen ebenso, oder sie hätten zumindest einen Termin, so Spahn. Die Zahl der Todesfälle gehe „deutlich“ zurück.

Update vom 12. März, 9.59 Uhr: Zur PK mit Spahn und Wieler (siehe Erstmeldung) wird auch Anke Richter-Scheer, Vorstandsmitglied des Hausärzteverbands Westfalen-Lippe, erwartet. Die Journalisten haben bereits im Saal der Bundespressekonferenz in Berlin Platz genommen, in wenigen Minuten dürfte es losgehen.

Update vom 12. März, 9.36 Uhr: Die Corona-Zahlen in Deutschland sind kurz vor der gemeinsamen Pressekonferenz von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Lothar Wieler, dem Präsidenten des Robert-Koch-Instituts (RKI) ein Dämpfer: Das RKI meldete am Freitagmorgen 12.834 Neuansteckungen mit dem Virus - 2000 mehr als vor einer Woche.

Die 7-Tage-Inzidenz* stieg weiter auf 72,4 (Vortag: 69,1). Ferner gab es 252 neue Todesfälle an oder mit Covid-19. Der R-Wert lag bei 1,04 (Vortag 0,96). Liegt der R-Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Corona-Lage in Deutschland: Gesundheitsminister Spahn und RKI-Chef Wieler treten vor die Presse

Unsere Erstmeldung: Berlin - In der Corona-Krise geht es in Deutschland aktuell viel um die Hausärzte. Sie werden sicher auch Thema in der gemeinsamen Pressekonferenz von RKI-Chef Lothar Wieler und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU*) an diesem Freitag sein.

Die Minister hatten sich auf die Empfehlung geeinigt, mit den Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen Mitte April zu beginnen - weil noch nicht genügend Impfstoff für einen früheren Start zur Verfügung stehe. Die endgültige Entscheidung treffen Bundeskanzlerin Angela Merkel* (CDU) und die Länderchefs auf Grundlage der Empfehlung der Gesundheitsminister.

Corona in Deutschland: „Beim Impfen steht und Perfektionismus im Weg“

„Schon jetzt könnte man alle Impfstoffe in den Praxen verimpfen“, kritisierte Ulrich Weigeldt gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung diese Linie. Er ist Chef des Deutschen Hausärzteverbands. Das Ergebnis der Beratungen sei „eine Katastrophe“. So schnell wie möglich zu impfen sei vor allem in Arztpraxen möglich. Weigeldt sprach sich für eine Schließung der Impfzentren aus.

Priorisieren, Einladen, Registrieren und Dokumentieren - das nähme viel zu viel Zeit und Energie in Anspruch, finden auch die Amtsärzte.. „In Deutschland wollen wir immer alles ganz besonders ordentlich und gründlich machen“, sagte BVÖGD- Vorsitzende Ute Teichert laut dpa. „Beim Impfen stehen uns Gründlichkeit und Perfektionismus im Moment im Weg.“

Lauterbach zur Hausarzt-Debatte: „Hätte zu Enttäuschungen geführt“

Karl Lauterbach indes widerspricht. Der SPD*-Gesundheitsexperte verteidigte die spätere Einbeziehung der Hausärzte in die Impfkampagne. „Hätten wir jetzt schon die niedergelassenen Ärzte eingebunden, hätte das zu Enttäuschungen geführt. Wenn ein Arzt am Tag gerade mal ein paar Leute impfen kann, aber 1000 bei ihm darauf warten, sorgt das nur für Ärger.“

Lauterbach rechnet ebenfalls damit, dass die Corona-Impfungen in den Arztpraxen ab Mitte April beginnen - schränkt aber ein: „Es wird aber bis Mai dauern, bevor das in vollem Umfang in allen Ländern laufen kann“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Erst dann werden wir genug Impfstoff haben.“ (AFP/dpa/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler

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