Lage verschlechtert sich weiter

Corona in Deutschland: So viele Todesfälle wie noch nie - Krematorium in Hotspot überfüllt

  • Patrick Huljina
    vonPatrick Huljina
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    Luisa Billmayer
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Deutschland ist im Corona-Lockdown - doch noch entspannt sich vor allem die Zahl der Todesfälle nicht. Das RKI meldete einen neuen Höchstwert.

  • Eine neue Mutation aus Großbritannien droht die Corona*-Lage in Europa weiter zu verschärfen.
  • Am Mittwoch meldete das RKI so viele Corona-Todesfälle wie noch nie (siehe Update vom 23. Dezember, 6.28 Uhr).
  • Auch auf den Intensivstationen wird es buchstäblich enger - Ärzte warnen (siehe Updates vom 22. Dezember).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 23. Dezember finden Sie hier.

Update vom 23. Dezember, 6.38 Uhr: Weiterhin gibt es in Deutschland keine Entspannung - sondern eher das Gegenteil. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Mittwochmorgen so viele Corona-Tote wie bislang noch nie. Die Gesundheitsämter gaben an, binnen 24 Stunden 962 neue Todesfälle registriert zu haben. Der bisherige Rekordwert lag bei 952 Verstorbenen.

Die Gesamtzahl der Toten ist demnach auf 27.968 gestiegen. Dagegen gab es am Dienstag etwas weniger Corona-Neuinfektionen - nämlich 24.740. Das sind rund 3000 weniger als in der vergangenen Woche. Die Zahl der Genesenen liegt nun bei etwa 1.160.100. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz sank minimal von 197,6 auf 195,1. Diese Zahl ist jedoch immer noch weit von den von der Bundesregierung angestrebten 50 Infektionen pro 100.000 Menschen innerhalb einer Woche entfernt.

Corona in Deutschland: Spahn warnt vor Heimatbesuchen in Osteuropa, Balkan und Türkei

Update vom 22. Dezember, 22.05 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor einem Corona-Risiko durch heim- und zurückreisende Menschen aus ost- und südosteuropäischen Ländern gewarnt. „Nach allem was ich sehe, finden wieder sehr viele Heimat- und auch Verwandtschaftsbesuche statt in Osteuropa, Balkan, Türkei“, sagte der CDU-Politiker in einem am Dienstagabend ausgestrahlten Interview von RTL/ntv. Man müsse miteinander sehr aufpassen, dass durch die Rückreise nicht „gleich eine neue Welle, ein neuer Impuls entsteht“.

„Deswegen bin ich dankbar, dass etwa Bayern heute auch sehr klar noch mal gesagt hat: Die Testpflicht wird auch durch- und umgesetzt“, sagte Spahn. Alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten unterliegen ab Mittwoch in Bayern einer Corona-Testpflicht. Dies hat am Dienstag das bayerische Kabinett in München beschlossen.

Corona in Deutschland: Hohe Todeszahlen in Zittau - Krematorium überfüllt

Wegen der dramatisch hohen Corona-Todeszahlen in Zittau in Ostsachsen müssen dort Leichen außerhalb des Krematoriums zwischengelagert werden. Besonders im Dezember explodierte nach Angaben der Stadt die Zahl der Toten. Während im vergangenen Jahr im Dezember 45 Menschen starben, waren es in diesem Monat bislang schon 115. Alle Beteiligten seien an den Belastungsgrenzen.

„Aus Rücksicht auf die Angehörigen und die stark belasteten Mitarbeiter werden vorerst keinerlei weitere Details veröffentlicht“, hieß es in einer Mitteilung. Die Stadt forderte beim Landkreis Görlitz und der Landesregierung Sachsen Hilfe für den Fall einer weiteren Verschlechterung der Lage an. Der Krematoriums-Geschäftsführer Daniel Brendler erklärte: „Trotz der Sondersituation ist die Lage derzeit noch beherrschbar, muss aber mit Blick auf eine weitere Entwicklung jetzt entsprechend organisiert werden.“

Corona in Deutschland: Brinkhaus hofft auf Ende der Krise im Jahr 2021

Update vom 22. Dezember, 20.05 Uhr: Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus rechnet demnächst mit sinkenden Corona-Zahlen in Deutschland. „Wir werden die Infektionszahlen nach den Feiertagen vermutlich erst einmal runtergehen sehen. Alles weitere hängt dann von unser aller Vernunft - der Vernunft der Bürgerinnen und Bürger - ab“, schrieb der CDU-Politiker kurz vor Weihnachten in einem Brief an die Mitglieder seiner Fraktion.

In dem Schreiben blickt der Fraktionschef auf das Corona-Jahr 2020 zurück und äußert die Hoffnung auf ein Ende der Krise im Jahr 2021. „Je weiter die Impfungen im kommenden Jahr voranschreiten, desto mehr können wir die „Talsohle“ verlassen - um hoffentlich später im Jahr 2021 zu einer Art Normalität zurückzufinden.“ Man habe die Krise bisher vergleichsweise gut gemeistert. „Die inzwischen über 25.000 Toten auch in Deutschland sind aber eine schwere Bürde“, schreibt Brinkhaus weiter.

Corona in Deutschland: Drosten erklärt Auswirkungen des Lockdowns auf Verbreitung der Mutation

Update vom 22. Dezember, 16.45 Uhr: Der Berliner Virologe Christian Drosten hält eine rasante Verbreitung der neuen Coronavirus-Variante in Deutschland für wenig wahrscheinlich. „Ich glaube nicht, dass wir da bald ein größeres Problem kriegen“, sagte er am Dienstag der dpa.

Es sei zwar recht wahrscheinlich, dass die Variante mit der Bezeichnung B.1.1.7., die erstmals in Großbritannien nachgewiesen wurde, mittlerweile auch in Deutschland sei. „Aber bei den aktuellen Beschränkungen dürfte diese Variante hierzulande eher schwer Fuß fassen.“ Darauf deuteten Daten hin, die die britische Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) veröffentlicht hat.

Demnach verbreite sich die Corona-Mutation überall dort besonders schnell im Vergleich zu bereits bekannten Varianten, wo unzureichende Beschränkungen zu einem Anstieg der Infektionszahlen führen. In Gegenden in Großbritannien aber, in denen wirksame Maßnahmen gelten, sei auch die neue Variante weitgehend unter Kontrolle.

Für Deutschland folgert Drosten daher, dass der Lockdown der Variante wenig Chance auf eine Verbreitung lassen dürfte. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass die neue Variante einen Einfluss auf die Krankheitsschwere hat, sagte Drosten. „Das ist ganz wichtig für die Bevölkerung, die sich jetzt Sorgen macht.“ Auch für einen verminderten Impfschutz gebe es keine Anzeichen.

Corona in Deutschland: „Kleeblatt-Konzept“ soll Triage verhindern

Update vom 22. Dezember, 14.28 Uhr: Um Triage-Situationen zu vermeiden, werden Patienten innerhalb Deutschlands umverteilt. Die Verlegung folgt dem „Kleeblatt-Konzept“. Es wurde bereits im Frühjahr entwickelt und findet jetzt Anwendung, denn in Sachsen stießen erste Krankenhäuser bereits an ihre Grenzen. Deutschland ist in fünf Gebiete - fünf Kleeblätter - aufgeteilt. Anfangs findet eine Verteilung innerhalb eines Gebiets statt, wenn das nicht ausreicht, werden die Patienten in ein anderes Gebiet verlegt. Jan-Thorsten Gräsner stellte das Konzept vor.

Gernot Marx sprach die Corona-Impfung an: „Wir gehen davon aus, dass man circa fünf Wochen nach der ersten Impfung immun ist.“ Wie lange die Impfung wirksam ist, wisse man aktuell noch nicht. „Die Herdenimmunität wird erst erreicht sein, wenn 50 bis 60 Millionen Bürgerinnen und Bürger geimpft sind. Wir hoffen auf eine große Impfbereitschaft.“ Die Nebenwirkungen seien als Reaktion des Immunsystems zu erklären, was ein gutes Zeichen sei. Zu den Nebenwirkungen zählten Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. „Auf Masken können wir erst verzichten, wenn viele Menschen geimpft sind“, sagte Marx mit Blick in die Zukunft.

Update vom 22. Dezember, 14.17 Uhr: In Triage-Konflikten stehe man aktuell noch nicht. „Aber wir haben stark belastete Regionen“, stellte Steffen Weber-Carstens fest. Und es gebe in Sachsen Verlegungen in andere Bundesländer.

Update vom 22. Dezember, 14.16 Uhr: „Wir machen uns zunehmend Sorgen und es wird wirklich eng werden in Deutschlands Krankenhäusern“, machte Christian Karagiannidis, Verantwortlicher des Divi-Intensivregisters, klar. Aktuelle Prognosen gingen davon aus, dass die Auslastung der Intensivstationen noch steigen wird - trotz Lockdown. Denn, die Infektionen haben schon stattgefunden. „Wir hoffen sehr stark, dass die Zahlen durch den Lockdown abfallen werden“, so Karagiannidis.

Corona in Deutschland: Intensivbetten werden knapp - „machen uns zunehmend Sorgen“

Update vom 22. Dezember, 14.08 Uhr: „Seit einigen Tagen wird bereits diskutiert, ob die Belastungsgrenze erreicht ist“, begann Divi-Präsident Uwe Janssens die Pressekonferenz. Das Infektionsgeschehen bestimme, ob die Lage noch gestemmt werden kann. Der Staat müsse Maßnahmen ergreifen, um die Situation zu entlasten. Janssens sprach auch die viel besprochene Triage an - also die Priorisierung von Behandlung wenn nicht mehr alle Patienten versorgt werden können. Die Situation müsse verhindert werden.

Die Divi befürwortet eine gesetzliche Regelung für Triage-Situationen. Bisher gibt es das in Deutschland noch nicht. Divi hält eine Priorisierung nach der Überlebenswahrscheinlichkeit der Patienten für am sinnvollsten.

Update vom 22. Dezember, 13.33 Uhr: Wie ist die Lage auf den Intensivstationen? Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) gibt am Dienstagnachmittag um 14 Uhr einen Einblick. Aktuell werden über 5.000 Corona-Patienten intensivmedizinisch behandelt. Etwas mehr als die Hälfte von ihnen müssen beatmet werden. Die Zahl der freien Betten ist auf rund 4.860 gesunken. Divi-Präsident Uwe Janssens und andere Experten geben unter anderem Informationen zur aktuellen Bettenkapazität, Verlegestrategien und möglicher Priorisierung von Patienten.

Update vom 22. Dezember, 12.38 Uhr: Auch an Weihnachten ist streng geregelt, wie viele Menschen zusammenkommen dürfen. Wie tz.de* berichtet, wird die Polizei das durchaus auch kontrollieren* - aber nicht einfach so.

Update vom 22. Dezember, 10.37 Uhr: Hinsichtlich der Frage, ab wann es Erkenntnisse über die neue Mutation aus Großbritannien geben wird, äußerte sich Wieler ebenfalls. Aktuell fehlten noch epidemiologische Beweise. Wieler geht davon aus, dass noch vor Silvester neue Erkenntnisse vorliegen werden. Dass die Mutation bereits unbemerkt in Deutschland grassiert, schätze Wieler als „sehr hoch“ ein.

Update vom 22. Dezember, 10.31 Uhr: Strengere Corona-Regeln forderte Lothar Wieler nicht. Die Regeln seien klar. Er appellierte erneut, dass es an der Bevölkerung - am Verhalten der Menschen - liege. „Solange machen wir es dem Virus leicht“, erklärte Wieler, wenn die Regeln nicht eingehalten würden.

Corona in Deutschland: Neue Rekord-Inzidenz - eindringlicher Appell wegen Mutation

Lothar Wieler appellierte bei einer Pressekonferenz des Robert Koch-Instituts (RKI), Kontakte auch an Weihnachten zu beschränken.

Update vom 22. Dezember, 10.27 Uhr: Zur Impfthematik äußerte sich Ole Wichmann. „Wir haben einen Impfstoff, der sicher und wirkvoll ist“, sagte er. Trotzdem müssten die Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen weiterhin gelten.

Was über den neuen Impfstoff bekannt ist: „Schwerwiegende Nebenwirkungen traten nicht gehäuft auf. Wir wissen, dass die Impfung uns in einem hohen Maße davor schützt, an Covid-19 zu erkranken. Wir wissen auch, dass mRNA-Impfstoff unserer Gene nicht verändert. Wir wissen auch, dass bei der Zulassung keine Sicherheitsabstriche gemacht wurden.“ Unbekannt sei noch, ob die Impfung nur geimpfte Personen schützt, oder ob auch die Ansteckung anderer verhindert wird.

Corona in Deutschland: RKI informiert - Wieler sagt „schwere Wochen“ voraus

Update vom 22. Dezember, 10.17 Uhr: Erfreulich sei es, dass noch in diesem Jahr mit dem Impfen begonnen werden könne. Allerdings werde dies vorerst nichts an der Gesamtsituation ändern wird. Es werde noch dauern, bis genug Menschen geimpft seien. Auch hier meint Wieler: Umso wichtiger ist es nun die Kontakte zu reduzieren und die Ausbreitung einzudämmen.

Update vom 22. Dezember, 10.16 Uhr: Auch die neue Corona-Mutation aus Großbritannien sprach Wieler an: „Die Bedeutung dieser Variante für das Geschehen in Deutschland können wir noch nicht endgültig einschätzen. Wir beobachten das aber sehr genau.“ Eines sei aber klar: „Das Erbgut von Viren ändert sich kontinuierlich. Sie können dadurch auch ihre Eigenschaften verändern. Zum Beispiel ihre Übertragbarkeit von Mensch zu Mensch. Ob das bei der Variante aus England der Fall ist, ist noch nicht klar.“

Bei Mutationen spielen die Kontakte ebenfalls eine Rolle: „Je mehr sich Viren verbreiten, desto mehr Möglichkeiten haben sie sich zu verändern. Auch vor diesem Hintergrund nochmals: Wir müssen die Zahl der Neuinfektionen senken, wir müssen die Verbreitung des Virus eindämmen.“

Corona in Deutschland: Neue Rekord-Inzidenz - RKI-PK zur aktuellen Lage

Update vom 22. Dezember, 10.09 Uhr: „Ich bitte Sie heute eindringlich darum, die Tage zwischen den Jahren in Ruhe und wirklich nur im kleinen Kreise zu feiern“, so begann Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts die Pressekonferenz. „Verzichten Sie auf Reisen, treffen Sie wenige und am besten immer nur die selben Menschen.“

„Es gibt nur einen Weg, wie wir hier rauskommen. Wir müssen die Zahl der Neuinfektionen deutlich senken. Und wir müssen sie dann auch niedrig halten,“ so Wieler. „Das Virus lebt von unseren Kontakten. Daher nochmal mein eindringlicher Appell: Reduzieren Sie Ihre Kontakte auf das absolute Minimum. Reisen Sie nicht. Halten Sie sich an die AHA+L-Regeln. Bleiben Sie bei Erkältungssymptomen zuhause.“

Update vom 22. Dezember, 9.45 Uhr: Die Corona-Lage in Deutschland ist weiterhin ernst. Das Robert Koch-Institut wird um 10 Uhr eine Pressekonferenz geben.

Update vom 22. Dezember, 6.45 Uhr: Am Dienstagmorgen meldete das Robert-Koch-Institut* 19.528 Corona-Neuinfektionen und 731 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus. Die Sieben-Tage-Inzidenz* erreicht einen neuen Höchstwert seit Beginn der Pandemie - sie liegt jetzt bei 197,6.

Die Gesamtzahl der Menschen, die an Corona gestorben sind, liegt nun bei 27.006. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 0,98. Das bedeutet, dass 100 Menschen rechnerisch 98 weitere Menschen anstecken.

Corona in Deutschland: Bezirksregierung Köln warnt vor Supermarkt-Schnelltests

Update vom 21. Dezember, 22.14 Uhr: Die Bezirksregierung Köln warnt vor Schnelltests aus dem Supermarkt. Zwei Corona-Schnelltests seien bundesweit illegal in den Handel gelangt. Die Bezirksregierung warnte besonders vor falscher Sicherheit bei einem negativen Testergebnis nach falscher Anwendung durch Laien. Die Tests könnten so, wenn sie nicht von Fachkräften angewendet würden, „katastrophale Infektionsfolgen“ haben. Gerade zu den Feiertagen, an denen sich viele testen lassen wollen, um auf Nummer sicher zu gehen. Ein falsches negatives Testergebnis könnte die Verwender in falscher Sicherheit wiegen.

Die Schnelltests wurden laut den Angaben unter anderem durch Tankstellen, Supermärkten, Tierarztpraxen, Brauereien und vielen anderen Stellen illegal in den Verkehr gebracht. Betroffen seien die Produkte „Covid-19 Ag Test“ des Herstellers nal von minden GmbH und „blnk Novel Coronavirus (SARS-CoV-2) Antigen Rapid Test Cassette (Swab)“ des Herstellers Hangzhou Realy Tech Co. Ungeschulten Privatpersonen wird dringend vom Kauf und der selbstständigen Anwendung abgeraten.

Corona in Deutschland: Empfehlung der EMA für Zulassung des Impfstoffes - „Das Licht am Ende dieses Pandemie-Tunnels“

Update vom 21. Dezember, 16.15 Uhr: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat sich erfreut über das Votum der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) für die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech gezeigt. „Das Licht am Ende dieses Pandemie-Tunnels ist heute noch einmal viel heller geworden“, erklärte sie am Montag in Berlin. „Die Hoffnung, dass wir die Pandemie in den nächsten Monaten mehr und mehr in den Griff bekommen, ist heute ein gutes Stück größer geworden.“

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schrieb am Montag auf Twitter, die ordentliche Zulassung des Impfstoffes sei „ein Meilenstein in der Pandemiebekämpfung“. Impfen ebne den Weg aus der Krise. „Und wir tun alles dafür, diesen Weg so schnell wie möglich zu gehen.“ Am Tag nach Weihnachten sollten die ersten Pflegebedürftigen in der stationären Altenpflege geimpft werden. „Denn wir schützen die Verwundbarsten zuerst“, sagte Spahn.

Die EMA hat am Montag eine bedingte Marktzulassung des Corona-Impfstoffs der Mainzer Firma Biontech und des US-Pharmariesen Pfizer empfohlen. Die EU-Kommission muss die Zulassung noch genehmigen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte eine Entscheidung noch für Montag an. In Deutschland sollen die Impfungen am 27. Dezember starten.

Corona in Deutschland: Krankenhäuser für Verschärfung der Maßnahmen bei Ausbreitung mutierter Variante

Update vom 21. Dezember, 15.05 Uhr: Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat sich für eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen ausgesprochen, falls sich das mutierte Virus aus Großbritannien auch in Deutschland ausbreiten sollte. „Der Lockdown müsste länger und noch intensiver sein“, sagte DKG-Präsident Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Montag. Das sei eine Frage der Statistik. „Nur dann ließen sich die Inzidenzen erreichen, die deutlich niedriger sein sollen als aktuell. Das ist die bittere Wahrheit“, betonte Gaß.

Corona in Deutschland: Polizei löst Gottesdienst in Essen auf

In Essen hat lautstarker Gesang einer christlichen Kirchengemeinde die Polizei mit einer Hundertschaft auf den Plan gerufen. Es kam zu knapp 60 Anzeigen - vor allem wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung.

Wie die Polizei am Montag mitteilte, hatten sich Anwohner über den - wegen Corona verbotenen - Gesang der Kirchengemeinde beschwert. „Im Gebäude trafen die Beamten auf 57 Erwachsene sowie 25 Kinder“, so die Polizei. Es sei kein Mindestabstand eingehalten und nur wenige Schutzmasken seien getragen worden. Eine Anwesenheitsliste habe es auch nicht gegeben. Da bei zwei Männern der Verdacht der illegalen Einreise besteht, wurden diese festgenommen. „Insgesamt fertigten die Beamten 57 Ordnungswidrigkeitsanzeigen sowie zwei Strafanzeigen“, teilten die Behörden mit.

Corona in Deutschland: Bundesregierung rät zu Verzicht auf Kontakte über Weihnachten

Update vom 21. Dezember, 13.25 Uhr: Die Bundesregierung hat angesichts weiterhin hoher Corona-Infektionszahlen erneut eindringlich dazu aufgerufen, über Weihnachten auf Kontakte zu verzichten. „Vermeiden Sie zu reisen. Vermeiden Sie, so es irgendwie geht, auch den Besuch bei Verwandten und Freunden“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer, am Montag in Berlin. „Wenn Weihnachten nicht zu einer weiteren Verschlimmerung der Lage beitragen soll, dann gilt, dass wir am besten alle zu Hause bleiben.“

Corona-Mutation aus Großbritannien laut RKI in Deutschland noch nicht nachgewiesen

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist die neue Coronavirus-Variante aus Großbritannien in Deutschland noch nicht nachgewiesen worden. Allerdings könne ein Vorkommen auch nicht ausgeschlossen werden, erklärte das RKI am Montag auf seiner Internetseite. Es sei auch noch nicht abschließend geklärt, wie sich die neue Variante auf das Infektionsgeschehen auswirkt, ob sie etwa ansteckender ist oder wie schwer sie verläuft.

In Großbritannien hat die neue Corona-Mutation für einen harten Weichnachts-Lockdown gesorgt. In Deutschland führte die neue Variante zu einem Flughafen-Chaos. Insgesamt sollen zehn mit dem Coronavirus infizierte Passagiere von zuletzt eingetroffenen Flügen aus Großbritannien identifiziert worden sein. Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass die neue Corona-Variante längst in Deutschland angekommen ist. Die Politik zieht bereits erste Konsequenzen.

Corona in Deutschland: Lübeck verschärft Regeln für Supermärkte deutlich

Update vom 21. Dezember, 10.35 Uhr: Die Stadt Lübeck hat sich mit einem 7-Tage-Inzident-Wert von über 200 zum Corona-Hotspot Schleswig-Holsteins entwickelt. Daher hat die Hansestadt nun ihre Allgemeinverfügung verschärft. Ab Montag darf nur noch eine Person pro Haushalt einen Supermarkt betreten oder einen Wochenmarkt besuchen. Kinder dürfen ihre Eltern nur begleiten, sollte es keine andere Betreuung geben. Im öffentlichen Raum sind nur noch Treffen zwischen einem Haushalt und einer Person eines zweiten Haushalts erlaubt. Insgesamt dürfen höchstens fünf Menschen zusammenkommen.

Wie der Focus berichtet, gilt die Verfügung bis zum 28. Dezember. Sie beruht auf einem Erlass, den die Landesregierung am Wochenende herausgegeben hatte. Kreisfreie Städte und Kreise müssen demnach schärfere Maßnahmen ergreifen, sobald der 7-Tage-Inzidenz-Wert über 200 steigt. Laut dem Erlass des Landes Schleswig-Holstein sollen zudem Maßnahmen zur Begrenzung des Tagestourismus getroffen werden. Auf Grundlage einer früheren Allgemeinverfügung durften Tagestouristen bereits am vergangenen Wochenende nicht mehr nach Lübeck-Travemünde reisen.

Corona in Deutschland: RKI meldet mehr als 16.000 Neuinfektionen - über 200 Todesfälle

Update vom 21. Dezember, 7.19 Uhr: Zum Wochenstart melden die Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Institut* (RKI) wie immer vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen, da am Wochenende unter anderem weniger getestet wird. Dennoch bleiben die Zahlen auf hohem Niveau. Innerhalb eines Tages wurden 16.643 neue Fälle übermittelt, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Am vergangenen Montag hatte die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 16.362 etwas darunter gelegen.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten zudem 226 neue Todesfälle binnen 24 Stunden. Vor genau einer Woche hatte dieser Wert bei 188 gelegen. Der bisherige Höchstwert von 952 Toten war am Mittwoch erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 26.275.

Corona in Deutschland: Sieben-Tage-Inzidenz auf Höchststand

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) gab das RKI am Montag mit 197,1 an. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Pandemie.

Die Lage in den Krankenhäusern und Kliniken, so wird immer wieder berichtet, ist dramatisch. Von diesem Montag an fährt nun Deutschlands und Europas größte Universitätsklinik, die Berliner Charité, für zunächst zwei Wochen den Betrieb auf ein Notfallprogramm zurück. Auf diese Weise soll Personal zusammengezogen werden, um weitere Covid-19-Intensivkapazitäten aufzubauen. Planbare Eingriffe werden damit über Weihnachten und den Jahreswechsel nicht gemacht, wie die Klinik vergangene Woche ankündigt hatte. Notfälle werden aber weiter behandelt und Tumoroperationen vorgenommen. Auch der Betrieb in den Rettungsstellen geht weiter.

Umfrage: Wie erleben Sie die Corona-Pandemie?

Wie verändern sich Ihr Wohlbefinden, Ihre sozialen Kontakte, Ihre Arbeitssituation? In einer groß angelegten Studie will das gemeinnützige Forschungsinstitut ISDC herausfinden, was die Pandemie sozial, psychologisch und ökonomisch für uns bedeutet. Sie, liebe Leserinnen und Leser, können bei dieser Befragung mitmachen – und dabei gewinnen: Unter allen Teilnehmenden im Dezember verlost das ISDC zehn Einkaufsgutscheine im Wert von je 50 Euro. Die Umfrage dauert circa 15 Minuten. Alle Daten werden streng vertraulich behandelt. Nach Abschluss der Studie werden wir über die Ergebnisse aus den unterschiedlichen Stadtvierteln und Landkreisen berichten.
Die Teilnahme ist nur online möglich unter dem Link: www.lifewithcorona.org/mm-tz
Das International Security and Devolopment Center (ISDC) in Berlin befasst sich seit Jahren mit den Auswirkungen von Krisen in unterschiedlichen Staaten und Regionen auf die Bevölkerung. So forscht das Institut in Entwicklungsländern, aber auch die Folgen des Terrors vom 11. September wurden so untersucht. Jetzt interessiert die Wissenschaftler insbesondere, welche Auswirkungen unterschiedliche Lebenssituationen, etwa in der Großstadt oder auf dem Land, auf den Umgang der Menschen mit der Pandemie haben. Helfen Sie mit, liebe Leserinnen und Leser, mehr darüber herauszufinden!

Corona-Mutation treibt Spahn um: Mahnende Worte vor Weihnachten

Erstmeldung vom 20. Dezember, 20.05 Uhr: München - In Großbritannien wurde eine neue Coronavirus-Mutation* nachgewiesen. Die veränderte Form soll bis zu 70 Prozent ansteckender sein als das ursprüngliche Virus. Boris Johnson hat daher angekündigt: Lockerungen zu Weihnachten wird es in den stark von der Pandemie betroffenen Regionen Großbritanniens nicht geben. „Wir opfern die Möglichkeit, unsere Lieben dieses Weihnachten zu sehen, damit wir eine bessere Chance haben, ihr Leben zu schützen, damit wir sie bei zukünftigen Weihnachten sehen können“, so der Premierminister am Samstag.

Nun hat auch die Bundesregierung auf die Mutation reagiert: Passagierflüge von Großbritannien und von Südafrika nach Deutschland werden gestrichen. Denn: auch in Südafrika wurde die neuartige Mutation festgestellt. Die Regelung gilt ab Montag (21. Dezember), 00.00 Uhr. „In Deutschland ist die Mutation bis jetzt noch nicht nachgewiesen worden“, erklärte Jens Spahn (CDU) am Sonntagabend im Interview mit „Bericht aus Berlin“ (ARD). „Aber wir nehmen natürlich die Meldung aus Großbritannien, aus dem Vereinigten Königreich sehr ernst. Wir sind im intensiven Austausch auf allen Ebenen.“ Vor allem sei es jetzt wichtig die Mutation und ihre Folgen zu untersuchen. Das deutsche Robert Koch-Institut arbeite eng mit den internationalen Kollegen zusammen.

„Dass Viren sich verändern, ist nicht ungewöhnlich, aber eine deutlich schnellere Übertragbarkeit, wie sie in diesem Fall vermutet wird, die würde natürlich viel verändern“, erklärte Gesundheitsminister Spahn. Deshalb müsse der Eintritt nach Deutschland verhindert werden.

Corona-Mutation treibt Spahn um: „Würde natürlich viel verändern“

In Großbritannien wurden die geplanten Lockerungen für Weihnachten in manchen Regionen wieder zurückgezogen. Droht in Deutschland dasselbe? Diese Frage wollte Jens Spahn weder verneinen noch bejahen. „Es geht nicht darum, dass jeder die Regeln ausreizt. Die allermeisten Bürgerinnen und Bürger machen es nicht, sondern bemühen sich, Weihnachten im engsten Familienkreis zu feiern“, sagte der CDU-Politker.

„Wir sehen ja jeden Tag an der Zahl an Neuinfektionen, in der Intensivmedizin, die stark belastet ist, aber eben auch an den hohen Todeszahlen, wie wichtig es ist, die Kontakte zu reduzieren“, erklärte Spahn seinen Standpunkt. „Es ergibt ja wenig Sinn, die Schulen, die Geschäfte, die Gastronomie zu schließen, wenn wir nicht gleichzeitig die Kontakte im privaten - auch an Weihnachten - reduzieren.“ Wie die Weihnachtstage in Deutschland verlaufen und vor allem wie sich die Corona-Infektionszahlen danach entwickeln werden, wird sich zeigen. (lb) *Merkur.de und tz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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