Coronavirus in Europa

Corona-Hotspot Bergamo: Massentest zeigt, wie sehr italienische Provinz betroffen war    

  • Florian Naumann
    vonFlorian Naumann
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Corona-Hotspots in Europa erholen sich langsam vom strengen Lockdown. Ein Massentest zeigt, wie der italienische Corona-Hotspot Bergamo durchseucht ist. Die News im Ticker.

+++ Dieser Ticker zur Corona-Pandemie in Europa ist damit geschlossen. Alle neuen Entwicklungen erfahren Sie hier. +++

Update vom 9. Juni, 21.15 Uhr: Die Türkei hat ihre Corona-Beschränkungen für Jugendliche und Senioren gelockert. Menschen, die älter als 65 oder jünger als 18 Jahre sind, dürfen nun zwischen 10.00 und 20.00 Uhr wieder aus dem Haus gehen, wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Dienstag sagte. Seit dem 21. März durften rund 7,5 Millionen Senioren in der Türkei praktisch ihr Haus nicht mehr verlassen.

Auch die Ausgangssperre für Kinder und Jugendliche, die seit dem 4. April nicht mehr vor die Tür gehen durften, wurde gelockert. Sie dürfen das Haus allerdings nur in Begleitung ihrer Eltern verlassen.

Die Türkei hat zahlreiche Beschränkungen zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus bereits wieder aufgehoben. Restaurants dürfen wieder öffnen, in Moscheen darf wieder gebetet werden. Am dem 1. Juli sollen auch Theater und Kinos wieder öffnen. Die Bürger müssten aber weiterhin Masken tragen und Abstand halten, sagte Erdogan. "Wir müssen uns daran gewöhnen, das die neue Normalität noch eine Weile anhalten wird."

Bisher haben die türkischen Behörden 172.000 Corona-Infektionen und 4700 Todesfälle gemeldet.

Lesen Sie auch: Wegen des Coronavirus stehen Mitglieder einer Großfamilie in Lengdorf (Lkr. Erding) unter Quarantäne. Mindestens elf sind, dank einer „Superspreaderin“, mit Covid-19 infiziert. Lengdorf gilt nun als Corona-Hotspot.

Corona in Europa: Massentest in Bergamo zeigt Antikörper bei 57 Prozent der Bürger

Update vom 9. Juni, 16.16 Uhr: In der norditalienischen Stadt Bergamo sind bei 57 Prozent von 10.000 getesteten Bürger Antikörper gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, teilten die Gesundheitsbehörden mit.

Fast die Hälfte der Einwohner von Bergamo könnte nach Angaben des Bürgermeisters der italienischen Stadt wahrscheinlich bereits mit dem Coronavirus infiziert gewesen sein. Zumindest habe ein bedeutender Teil der Bevölkerung das Virus gehabt, sagte Giorgio Gori vor Auslandsjournalisten am Dienstag in Rom. 

Darauf wiesen auch Daten einer Gesundheits-App hin, die in Bergamo rund 50.000 Menschen heruntergeladen hätten. 

Etwa 35 Prozent erklärten laut der App, sie hätten typische Corona-Symptome wie Fieber, Husten oder den Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn gehabt. Für eine Bild über das Ausmaß des Ausbruchs müsse dann noch eine geschätzte Zahl von Infizierten ohne Symptome berücksichtigt werden, erklärte der Bürgermeister.

Die Provinz Bergamo (50 Kilometer von Mailand entfernt) war von dem Ausbruch der Corona-Pandemie in Italien besonders schwer betroffen. Zeitweise starben hier so viele Menschen, dass das Militär dabei helfen musste, die Leichen abzutransportieren.

Coronavirus in Europa: Polen schließt Kohlebergwerke für drei Wochen 

Update vom 8. Juni, 12.30 Uhr: Polen schließt nach einem Coronavirus-Ausbruch unter Bergarbeitern in Schlesien zwölf Kohlegruben für die kommenden drei Wochen. Laut Gesundheitsministerium waren am Samstag in ganz Polen 576 neue Coronavirus-Fälle gemeldet worden - der zweithöchste Wert seit dem Ausbruch der Epidemie. Am Sonntag kamen dann 575 weitere neu registrierte Fälle hinzu. An beiden Tagen lag der Schwerpunkt in der vom Bergbau geprägten Region Schlesien. Und auch an diesem Montag waren 151 der bislang 219 neu gemeldeten Fälle aus Schlesien. 

Update vom 8. Juni, 9.27 Uhr: In Polen ist die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen sprunghaft angestiegen. Am Wochenende wurden insgesamt 1151 neue Infektionsfälle registriert, teilte das Gesundheitsministerium in Warschau am Sonntag mit. Die meisten der neuen Fälle haben einen Bezug zu dem Kohlebergwerk Zofiowka nahe der tschechischen Grenze. Beinahe zwei Drittel der neu infizierten Personen arbeiten laut Angaben des Ministeriums in der Mine oder sind dort mit Beschäftigten verwandt. 

Nach einem Coronavirus-Ausbruch Bei Bergarbeitern schließt Polen 12 Kohlebergwerke für drei Wochen. (Archivbild)

Corona in Polen: Mehr als 26.000 Infektionen und 1157 Todesfälle

Bis Sonntag gab es in Polen insgesamt 26.561 bestätigte Corona-Infektionsfälle sowie 1157 registrierte Todesfälle durch die Pandemie. Ende Mai hatte das Land mit der Lockerung seiner Corona-Restriktionen begonnen. Die Verpflichtung zum Tragen von Atemschutzmasken in der Öffentlichkeit wurde mittlerweile wieder abgeschafft und Versammlungen von bis zu 150 Menschen wieder erlaubt. Seit Samstag sind außerdem unter anderem Kinos, Theater und Konzerthallen geöffnet. 

Update vom 8. Juni, 6.42 Uhr: In Großbritannien gelten ab diesem Montag strenge Einreisebestimmungen. So müssen sich Reisende, die Flugzeug, Bahn oder Fähre nutzen, unmittelbar nach ihrer Einreise in eine zweiwöchige Quarantäne begeben (siehe Update vom 7. Juni, 19.03 Uhr). 

Wer sich nicht an die Pflicht zur Selbstisolation hält, dem droht ein hohes Bußgeld. Sowohl in der konservativen Regierungspartei von Premierminister Boris Johnson als auch bei Unternehmen der Reisebranche stoßen die Regelungen auf Kritik

Corona in Frankreich: Niedrigste tägliche Todeszahl seit Mitte März verzeichnet

Update von 20.20 Uhr: Mit 13 Corona-Toten in den vergangenen 24 Stunden in Krankenhäusern hat Frankreich die niedrigste tägliche Todeszahl seit Mitte März verzeichnet. Insgesamt sind seit Beginn der Epidemie in Frankreich 29.155 Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen gestorben, wie die Statistik der Regierung am heutigen Sonntag (7. Juni) angab. 

Die Toten in den Altersheimen im Land werden derzeit allerdings nicht mehr täglich angegeben. Am Wochenende sind die Werte allerdings häufig niedriger als unter der Woche - häufig kommt es noch zu Nachmeldungen.

Coronavirus in Großbritannien: Umstrittene Quarantänepflicht tritt in Kraft

Update von 19.03 Uhr: Reisende nach Großbritannien müssen vom morgigen Montag (8. Juni) an zwei Wochen in Quarantäne gehen, nachdem sie das Land betreten haben. Mit der Maßnahme soll eine zweite Welle von Coronavirus-Infektionen im Land verhindert werden.

Die neuen Vorschriften stoßen jedoch bei Unternehmen aus der Reisebranche auf heftige Kritik. Vor allem Fluggesellschaften protestieren. Selbst in der konservativen Regierungspartei von Premierminister Boris Johnson gibt es erheblichen Unmut über die Regelung. Ein Regierungssprecher bestätigte, dass es Überlegungen gibt, die Quarantänepflicht für einzelne Reiseziele aufzuheben.

Einreisende müssen künftig an der Grenze ihre Adress- und Kontaktdaten hinterlassen. Wer sich nicht an die 14-tägige Pflicht zur Selbstisolation hält, muss mit einem hohen Bußgeld rechnen. Die Quarantänepflicht gilt für alle Einreisenden, ungeachtet ihrer Staatsbürgerschaft. Ausgenommen sind nur wenige Berufsgruppen wie Lastwagenfahrer, medizinisches Personal und Erntehelfer sowie Reisende aus Irland, der Isle of Man und den Kanalinseln.

Coronavirus: Sorge vor „potenziell infizierten Abfällen“ - Frankreich verhängt hohe Strafen

Update vom 7. Juni, 15.25 Uhr: Wer in Frankreich gebrauchte Masken, Handschuhe oder anderen Müll auf die Straße wirft, muss dafür voraussichtlich bald tief in die Tasche greifen. Die Regierung plant eine Erhöhung der Strafe von 68 auf 135 Euro. „Der Plastikmüll aus der Covid-19-Krise erinnert uns daran, dass saubere Ozeane mit sauberen Bürgersteigen beginnen“, schrieb die Staatssekretärin im Umweltministerium, Brune Poirson, auf Twitter. Ein Verordnungsentwurf sieht nun eine Verdopplung der Strafe vor.

Medienberichten zufolge wurden in Frankreich in den letzten Wochen vermehrt Masken gegen Corona oder Handschuhe auf den Bürgersteig geworfen. „Gebrauchte Masken, Handschuhe und Taschentücher sind potenziell infizierte Abfälle“, hatte Poirson Ende Mai der Zeitung Ouest France gesagt. In einigen Fällen könnte die Strafe sogar auf bis zu 750 Euro erhöht werden. Der Entwurf betrifft dem Journal du Dimanche zufolge auch Zigarettenkippen, Dosen und anderen Müll, der achtlos weggeworfen wird.

Coronavirus: Ärzte mit Brandbrief an Johnson - Eindringliche Warnung vor zweiter Welle

Update vom 6. Juni, 21.46 Uhr: Die Dänen dürfen ab Montag wieder Gewichte im Fitnessstudio stemmen oder ihre Bahnen im Schwimmbad ziehen. Die Regierung von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und die weiteren Parlamentsparteien einigten sich darauf, dass Schwimmbäder, Fitnessstudios und andere überdachte Freizeit- und Sportstätten zum Start der neuen Woche wieder öffnen dürfen.

Update vom 6. Juni, 13.48 Uhr: Der Iran wird derzeit von einer zweiten Corona-Welle* gebeutelt. Doch auch in Europa könnte eine zweite Welle folgen. Führende Ärzte und Wissenschaftler haben die britische Regierung jetzt eindringlich dazu aufgerufen, das Land auf eine mögliche zweite Infektionswelle im Winter vorzubereiten. 

Großbritannien gehöre zu den Ländern mit den höchsten Todesraten, betonten die Experten in einem im Guardian veröffentlichten Schreiben. „Besonders schlimm sind die Armen und bestimmte ethnische Minderheiten betroffen.“ Zu den 27 Unterzeichnern gehört auch der Mediziner Anthony Costello, der früher Spitzenbeamter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) war.

Nach Angaben des britischen Gesundheitsministeriums sind bereits mehr als 40 000 Corona-Infizierte gestorben - kein anderes Land in Europa verzeichnet so viele Opfer. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Angesichts der Lage im Land halten viele von ihnen die Lockerung von Maßnahmen gegen die Pandemie für verfrüht. So wurde am Samstag wieder die Öffnung von Schulen für einige Jahrgangsstufen kritisiert.

Coronavirus: Großbritannien erreicht traurigen „Meilenstein“ - Johnson hält an gewagten Plänen fest

22.52 Uhr: Großbritannien hat eine traurige Schwelle überschritten. Im vereinigten Königreich sind nun über 40.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Innerhalb von nur 24 Stunde erhöhte sich die Zahl der Verstorbenen um 357 Menschen auf 40.261

Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sprach Gesundheitsminister Matt Hancock über diesen „Meilenstein“ er bedeute „eine Zeit der Trauer für uns alle.“ Premier Boris Johnson hält aber dennoch an seiner Politik der Lockerungen fest. Der Höhepunkt der Pandemie habe seinen Zenit überschritten, hofft man. Die aktuellen Zahlen* dürften bei vielen allerdings Besorgnis hervorrufen.

Coronavirus: Erdogan sorgt für Chaos bei Ausgangssperre - und vollzieht 180-Grad-Wende

13.05 Uhr: Nach Protesten aus der Bevölkerung hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine gerade erst für das Wochenende verkündete Ausgangssperre wieder abgesagt.

Am frühen Freitagmorgen hatte das Innenministerium angekündigt, dass die Menschen in 15 Städten und Provinzen wegen der Corona-Pandemie zwischen Freitag- und Sonntagnacht erneut daheim bleiben müssten - am Mittag meldete sich dann Erdogan zu Wort. „Die Bewertungen, die wir von unseren Bürgern erhalten haben, haben uns dazu veranlasst, die Entscheidung zu überdenken“, schrieb er in einer Serie von Tweets. Er erwähnte „soziale und wirtschaftliche Folgen“. Die Pandemie hatte die sowieso schwächelnde türkische Wirtschaft hart getroffen und sich unter anderem auf Währung und Arbeitslosenzahlen ausgewirkt.

Türkei verlängert Ausgangssperren übers Wochenende 

Update vom 5. Juni 2020, 10.10 Uhr: Die Türkei behält trotz der Lockerung vieler Corona-Beschränkungen die Ausgangssperren über das Wochenende bei. Das Innenministerium veröffentlichte am Freitagmorgen entsprechende Weisungen für 15 Städte und Provinzen, die ab Mitternacht und bis Sonntagnacht gelten sollen. Sie betreffen erneut Millionenmetropolen wie Istanbul und die Hauptstadt Ankara.

Am Samstag dürfen die Menschen in ihrer Nachbarschaft wieder für einige Stunden einkaufen. Bäckereien, Kliniken und andere als wichtig eingestufte Dienstleister bleiben durchgehend geöffnet.

Mit dem 1. Juni hatte die Regierung unter anderem viele inländische Reisebeschränkungen aufgehoben. Restaurants, Cafés und Sportanlagen dürfen unter Auflagen nun öffnen. Strände, Parks und Museen sind wieder zugänglich. Internationale Flüge soll es ab dem 10. Juni wieder geben. Andere Restriktionen blieben jedoch: Senioren ab 65 Jahren und junge Menschen bis 18 Jahre dürfen weiter nur für einige vorher festgelegte Stunden in der Woche vor die Tür.

Das Gesundheitsministerium in Ankara hatte am Donnerstagabend gemeldet, dass sich bisher rund 167.000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hätten. In den vergangenen 24 Stunden seien 21 Menschen verstorben. Insgesamt gibt es demnach rund 4600 Todesfälle.

Update vom 4. Juni, 23.25 Uhr: Im österreichischen Wien haben an diesem Donnerstag Zehntausende für „Black Lives Matter“ demonstriert - trotz unveränderter Corona-Gefahr. Im Internet kursieren spektakuläre Bilder der Demo.

Corona-Krise in der EU: Tschechien öffnet Grenzen für deutsche Bürger

Update vom 4. Juni, 19.38 Uhr:  Tschechien öffnet seine Grenze für Bürger aus Deutschland, Österreich und Ungarn früher als geplant - voraussichtlich bereits ab Samstag. Das sagte Ministerpräsident Andrej Babis am Donnerstag der Agentur CTK am Rande eines Besuchs in der Nähe des Kurorts Marienbad (Marianske Lazne). Er habe das Kabinett für Freitagmorgen zu einer Sondersitzung in Prag einberufen, um darüber formal zu entscheiden.

Ursprünglich sollte die Lockerung erst am 15. Juni in Kraft treten. Für Bürger der genannten Staaten sind dann weder ein negativer Corona-Test noch eine 14-tägige Quarantäne vorgeschrieben. Das Kabinett Babis hatte Mitte März einen weitgehenden Einreisestopp für Ausländer verhängt. Als Grund wurde die Coronavirus-Pandemie genannt. Nun wird ein neues Ampel-Modell eingeführt, das Länder nach epidemiologischen Kriterien einteilt.

Coronavirus in der EU: Chinas Staatschef telefoniert mit Merkel - und distanziert sich von Trump-Regierung

Update vom 4. Juni, 9.31 Uhr: Der Gipfel mit China am 14. September in Leipzig sollte ein Höhepunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft werden - nun verhindert die Corona-Pandemie* das Treffen. Angesichts der Spannungen mit den USA setzt China voll auf Europa.

In einem Telefonat mit BundeskanzlerinAngela Merkel (CDU) sagte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping der Nachrichtenagentur Xinhua zufolge, sein Land sei bereit, mit Deutschland und der Europäischen Union zusammenzuarbeiten, „um die strategische Zusammenarbeit zu stärken, den Multilateralismus aufrechtzuerhalten und globale Herausforderungen anzugehen“.

Vor dem Hintergrund der wachsenden Spannungen mit den USA sagte Xi Jinping weiter, China wolle mit der EU „in dieser Welt der Unsicherheit gemeinsam zur Berechenbarkeit beitragen“, wie Xinhua zitierte. 

Coronavirus in Europa: Österreich lockert - Spanien verlängert Corona-Notstand erneut

Update vom 3. Juni, 19.56 Uhr: Im besonders schwer von der Corona-Krise getroffenen Spanien ist der umstrittene Notstand zum sechsten Mal um weitere zwei Wochen bis zum 20. Juni verlängert worden. Angesichts stark sinkender Zahlen an Neu-Infizierten und Corona-Toten (siehe Update vom 2. Juni, 15 Uhr) soll es aber die letzte Verlängerung sein. 

Spanien hatte wegen der Corona-Krise eine der schärfsten Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Europa eingeführt. Zurzeit befindet es sich in einem Stufenplan zur Lockerung der Maßnahmen und langsamen Wiedereröffnung des Landes. Vom 1. Juli an sollen auch wieder Ausländer in das wichtigste Urlaubsland Europas einreisen dürfen.

Coronavirus in Europa: Österreich setzt Reisefreiheit - mit einer Ausnahme

Update vom 3. Juni, 13.03 Uhr: Österreich setzt nach rund drei Monaten der Reisebeschränkungen zu seinen Nachbarländer aufgrund der Corona-Pandemie wieder auf Reisefreiheit. Alle Grenzbeschränkungen zu Deutschland, Liechtenstein, der Schweiz, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn würden diese Woche aufgehoben, sagte Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) am Mittwoch in Wien. Einzige Ausnahme ist Italien*. Dort bleiben die Beschränkungen bestehen, kommende Woche soll die nächste Einschätzung erfolgen. Die Regierung in Wien sei im regen Kontakt mit Rom. Der Plan sei eine Öffnung zu Italien, sobald es die Zahlen zuließen.

Für die übrigen sieben Nachbarländer gilt der Zustand von vor Corona-Zeiten. Bei der Einreise von diesen Staaten nach Österreich gibt es dann keine Quarantäne oder verpflichtende Test-Ergebnisse mehr.

Der Außenminister appellierte an den gesunden Menschenverstand der Reisenden. Er betonte, wie wichtig die Öffnung sei. Dabei gehe es nicht nur um Urlaube, sondern auch um Familienbesuche und geschäftliche Reisen.

Update vom 3. Juni, 11.32 Uhr: Die Korruptions-Experten des Europarats gehen wegen der vielen staatlichen Corona-Hilfen von deutlich mehr Korruption aus. "Wenn wir uns in Europa umschauen, sehen wir mehrere Anzeichen dafür", sagte der Vorsitzende der Staatengruppe gegen Korruption (Greco), Marin Mrcela, am Dienstag. Vielerorts würden unter dem Vorwand der Krise Interessenkonflikte, Statuten für die Vergabe öffentlicher Auftrage und Vorgaben für Lobby-Arbeit ignoriert.

Greco, ein Gremium des Straßburger Europarats, hatte bereits im April vor einer Zunahme der Korruption wegen der Corona-Krise gewarnt. "Erste Zeichen legen nun nahe, dass wir mit unserer Warnung nicht falsch lagen", sagte Mrcela. Derzeit fließe viel öffentliches Geld "und das ist gut, weil wir es brauchen". Staaten, Behörden und Organisationen müssten dabei aber mehr denn je Transparenz, Kontrolle und Nachvollziehbarkeit gewährleisten.

Coronavirus: Bundesregierung will Reisewarnung für Europa aufheben

Update vom 3. Juni 2020, 10.14 Uhr: Die Bundesregierung will die weltweite Reisewarnung für Touristen ab dem 15. Juni für rund 30 europäische Staaten aufheben, falls die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie es zulässt. Das geht aus einem Eckpunktepapier hervor, das am Mittwoch vom Kabinett beschlossen wurde. Danach soll die am 17. März für alle rund 200 Länder der Welt pauschal verhängte Warnung vor touristischen Reisen durch individuelle Reisehinweise ersetzt werden, mit denen über die landesspezifischen Risiken informiert wird.

Aufgehoben werden soll die Reisewarnung für die 26 Partnerländer Deutschlands in der Europäischen Union, das gerade aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Die endgültige Entscheidung über die Aufhebung traf das Kabinett noch nicht. Sie soll zu einem noch unbestimmten Zeitpunkt in den nächsten beiden Wochen erfolgen.

Corona in der EU: Spanien vermeldet erstmals keine Todesfälle 

Update vom 2. Juni, 15 Uhr: Italien feiert am 2. Juni seinen Nationalfeiertag. Wegen des Coronavirus finden nur kleine Feierlichkeiten statt. Über Rom zeichnete das italienische Kunstflugteam Frecce Tricolori die Nationalfarben in den Himmel.

„74 Jahre Republik und Demokratie - ich gratuliere unseren italienischen Freundinnen und Freunden. Corona trifft uns alle, das Leid in Italien hat uns aber besonders getroffen. Wir stehen an Eurer Seite. Besiegen wir das Virus gemeinsam!“, schrieb der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) auf Twitter.

Update vom 2. Juni, 14 Uhr: Die EU legt weitere Pläne vor, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie bestmöglich abzufedern. 

An diesem Dienstag veröffentlichte die Europäische Union in Brüssel die Pläne für die Jahre 2021 bis 2027 über insgesamt 118,2 Milliarden Euro für Nachbarschafts- und Entwicklungspolitik. 

Das bedeutet ein Plus von 15,5 Milliarden Euro, die insbesondere Ländern in der Nachbarschaft zugute kommen sollen.

Corona in der EU: Corona-Todesfälle - Spanien meldet erstaunliche Zahl   

Update vom 2. Juni, 13.15 Uhr:In Spanien wurde erstmals seit Ausbruch in der Corona-Pandemie kein neues Todesopfer binnen 24 Stunden registriert. Das teilte der Chef der Behörde für Gesundheitliche Notfälle, Fernando Simón, am Montagabend mit. 

Er schloss aber nicht aus, dass nach dem Pfingstmontag noch Fälle nachgemeldet werden könnten. Dennoch war es das erste Mal seit dem 3. März, dass an einem Tag keine einziger Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 bekannt wurde, wie die Zeitung El País betonte. 

Spanien gehört zu den Corona-Hotspots in Europa: Mehr als 27.000 Menschen starben in Verbindung mit Sars-CoV-2 Toten. Bisher wurden 240.000 Infektionsfällen gemeldet. Die Zahlen bessern sich. Es gibt Lockerungen. Ab 1. Juli sollen dann auch wieder ausländische Touristen einreisen dürfen. Regierungschef Pedro Sánchez will den umstrittenen Notstand dennoch ein letztes Mal um weitere zwei Wochen bis 20. Juni verlängern lassen.

Update vom 2. Juni, 12 Uhr: In Frankreich treten an diesem Dienstag weitreichende Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Kraft. 

Konkret: Nach zwei Monaten dürfen Restaurants, Cafés und Hotels wieder für Gäste öffnen. Er habe keinen Zweifel daran, dass die Franzosen diesen „Teil desfranzösischen Geistes, unserer Kultur und unserer Lebensweise“ nun wiederentdeckten, schrieb der französische Präsident Emmanuel Macron auf Twitter.

Corona in der EU: Ministerpräsident schmeißt Geburtstagsparty und trägt keine Maske - Bußgeld folgt

Update vom 1. Juni, 15.23 Uhr:Viele Politiker stehen aktuell in der Kritik, weil sie Maskenpflicht zwar verordnen, aber sich selbst nicht an sie halten.  Rumäniens Ministerpräsident Ludovic Orban und vier Minister mussten deshalb nun Bußgelder bezahlen. Sie hatten bei einer Geburtstagsfeier des Premiers in dessen Büro keine Schutzmasken getragen - und ein Foto von dieser Szene war öffentlich geworden.

Der rumänischen Nachrichtenagentur Mediafax zufolge bezahlte Orban umgerechnet etwa 500 Euro. Eine Strafe in gleicher Höhe musste Außenminister Bogdan Aurescu entrichten.

Ein Foto ohne Corona-Maske hat Rumäniens Premier Ludovic Orban Ärger eingebracht.

Corona in der EU: Spanien will Auflagen bis 20. Juni verlängern 

Update vom 1. Juni, 9.04 Uhr: Russland ist vom Coronavirus stark betroffen - und lässt an diesem Montag (1. Juni) trotz steigender Infektionszahlen erstmals größere Lockerungen zu. Nach mehr als zwei Monaten strenger Ausgangssperren dürfen etwa Menschen in Moskau, der größten Stadt Europas, an einzelnen Tagen wieder zu Spaziergängen auf die Straße. Zwischen fünf und neun Uhr morgens ist auch Sport erlaubt. Allerdings gilt eine verschärfte Maskenpflicht. Der Mund- und Nasenschutz muss zum ersten Mal auch im Freien getragen werden, bisher war das nur in öffentlichen Räumen und Verkehrsmitteln Vorschrift.

In Moskau öffnen auch wieder Einkaufszentren sowie Dienstleister wie chemische Reinigungen und Reparaturwerkstätten. Zum ersten Mal seit Monaten können dadurch mehr als 300.000 Menschen in der Hauptstadt wieder zur Arbeit. Geschlossen bleiben unter anderem Friseure, Gaststätten, Schulen und Kultureinrichtungen.

Coronavirus in Russland: Lage normalisiert sich laut Kreml-Chef Putin - mehr als 9000 neue Fälle am Sonntag

Auch in vielen russischen Regionen sind Lockerungen geplant. Kremlchef Wladimir Putin hatte trotz immer neuer Höchststände bei den Corona-Infektionen und Toten davon gesprochen, dass sich die Lage stabilisiert habe im flächenmäßig größten Land der Erde. Russland nimmt außerhalb von Nord- und Südamerika bei der Zahl der Infizierten den Spitzenplatz ein. Die Zahl der registrierten Corona-Fälle überstieg kurz vor den Lockerungen die Marke von 400.000. Noch am Sonntag (31. Mai) gab es 9268 neue Fälle. Die Gesamtzahl der erfassten Fälle in Russland stieg damit auf 405.843, darunter nach offiziellen Angaben 4693 Todesfälle. Die Behörden hatten die Lockerungen auch damit begründet, dass etwa in Moskau die Zahl der Genesenen höher liege als die der Neuzugänge in den Krankenhäusern. Landesweit als genesen galten 171.883 Menschen. 

Der Druck seitens der Wirtschaft in Russland ist groß, das Land steckte schon vor der Pandemie in einer Wirtschaftskrise. Die Kritik an der Politik im Kampf gegen Corona nimmt seit Wochen zu - auch weil die Zahl der Infektionen mit zunehmender Schärfe der Einschränkungen gestiegen und nicht gesunken war. In sozialen Netzwerken beklagen Bürger millionenfach ein Durcheinander an Regelungen und Chaos bei der Verhängung von Strafen wegen Verstößen gegen Vorschriften.

Corona in der EU: Spanien will Auflagen bis 20. Juni verlängern - Russland überschreitet traurige Marke

Update vom 31. Mai, 18.22 Uhr: In Russland betrug die Zahl der Sars-CoV-2-Infektionen am Sonntag mehr als 400.000  - ein massiver Anstieg. Die amtliche Statistik wies 9268 neue Fälle aus. Die Gesamtzahl stieg damit auf 405.843, darunter nach offiziellen Angaben 4693 Todesfälle

Erstmals seit mehr als zwei Monaten Ausgangssperre sind in Moskau - Europas größter Stadt - ab Montag wieder Spaziergänge an einzelnen Tagen und Frühsport im Freien erlaubt. Verschärft wird allerdings der Maskenzwang.

Spanien will Auflagen bis 20. Juni verlängern - Regierung macht aber Hoffnung

Update vom 31. Mai, 15.58 Uhr: Für den Corona-Hotspot Spanien soll der umstrittene Notstand nun länger dauern. Die linke Regierung will ihn bis zum 20. Juni verlängern. Er wolle beim Parlament eine letzte Verlängerung des sogenannten Alarmzustands beantragen, sagte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez am Sonntag. Man habe „fast alles geschafft“, was man sich vorgenommen habe. 

„Aber jetzt benötigen wir diese letzte Verlängerung, um die Arbeit zu Ende zu bringen“, erklärte der Sozialist. Es werde eine „abgeschwächte Form“ des Notstands sein. Über den Antrag der Regierung wird das Parlament am Mittwoch debattieren und abstimmen.

Die strenge Anti-Corona-Politik der linken Regierung löst in Spanien immer mehr Kritik aus. Es gab mehrere Protestkundgebungen.  Sánchez behauptet derweil, die strenge Anti-Corona-Politik sei für die Erfolge im Kampf gegen das Virus verantwortlich. Mit mehr als 27.000 Toten und rund 240.000 Infektionsfällen ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder.  Die Zahlen werden aber seit Wochenbesser, in den vergangenen sieben Tagen wurden insgesamt nur noch 43 neue Todesfälle verzeichnet.

Zigarre, Alkohol und mehr: Corona-Skandal um Party von Ministerpräsident von EU-Land

Update vom 30. Mai, 20.24 Uhr: Affen sind die wohl bekanntesten Einwohner von Gibraltar. Zum Schutz vor einer Corona-Infektion hat sich das kleine Land nun eine besondere Schutzmaßnahme einfallen lassen.

Update vom 30. Mai, 18.41 Uhr: Ludovic Orban, Ministerpräsident von Rumänien, hat mit mehreren Mitgliedern seines Kabinetts gegen die selbst aufgestellten Corona-Regeln verstoßen. Ein Foto zeigt den Regierungschef in seinem Büro mit vier Ministern rauchend, trinkend und ohne Schutzmaske. "Das passiert also im Büro des Premierministers. Schämen sie sich", schrieb der Oppositionspolitiker Eugen Teodorovici von der Sozialdemokratischen Partei (PSD), der das Bild als einer der Ersten in den sozialen Netzwerken verbreitet hatte.

„Corona-Party“ in Rumänien - mit Zigarre, Alkohol und ohne Masken

Zu sehen ist außer Orban, der nicht mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Victor Orban verwandt ist, auch Außenminister Bogdan Aurescu mit Zigarre in der Hand. Auf dem Tisch stehen Alkoholflaschen. Orban sagte der Nachrichtenagentur Mediafax, das Bild sei vom 25. Mai, seinem  57. Geburtstag. "Ein paar Kollegen haben mich überraschend besucht. Ich habe ihnen etwas zu Essen angeboten und ein Glas Wein, Whiskey. Wir tragen auf dem Foto keine Masken, weil wir gerade mit dem Essen fertig waren", sagte Orban.

Der frühere Ministerpräsident und heutige Europaabgeordnete Dacian Ciolos forderte Orban auf, sich zu entschuldigen. "Jeder falsche Schritt untergräbt das Vertrauen in die Behörden, wenn wir es am dringendsten brauchen", schrieb er auf Facebook. Online wurde das Bild bereits in Memes aufgegriffen. Dort hieß es etwa: "Rumäniens Regierung, das einzige geöffnete Restaurant während der Pandemie."

Orban hat sich mittlerweile entschuldigt. Er gebe zu, einen "menschlichen Fehler" gemacht zu haben. Die Geldstrafe für Rauchen in geschlossenen Räumen - in Rumänien seit 2016 verboten - wolle er bezahlen. Rumänien hat 19.000 Coronavirusfälle registriert. Im Land gilt eine Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden. Bars und Restaurants sind geschlossen, sollen aber ab dem 1. Juni unter strengen Regeln wieder öffnen dürfen.

Corona-Hammer: Kanzler Kurz hebt Maskenpflicht großteils auf - Säugling stirbt an Covid-19

Update vom 30. Mai, 10.29 Uhr: Obwohl Europa mit etwas über 176.100 Toten (von weltweit knapp 360.500 Verstorbenen) immer noch der am schwersten betroffene Kontinent ist, werden die strengen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie länderübergreifend gelockert - um weitere wirtschaftliche und soziale Auswirkungen besser abfangen zu können. Eine Übersicht:

  • Frankreich: In Frankreich treten zum Dienstag Lockerungen in Kraft, unter Auflagen hat bereits das Luxuskuafhaus Galeries LaFayette am Samstag wieder geöffnet, ebenso sollen öffentliche Einrichtungen wie der Louvre (ab 6. Juli) wieder besuchbar sein. Restaurants eröffnen ab 2. Juni.
  • Spanien: Spanien will ab Montag unter Auflagen den Besuch von Schwimmbädern, Theatern, Museen, Kinos und Einkaufszentren ermöglichen - allerdings nur in einigen Regionen.
  • Österreich: Österreichs Hotels sind seit Freitag wieder geöffnet, zur Mitte des Junis soll das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit großteils nicht mehr verpflichtend sein, weitere Beschränkungen in der Gastronomie entfallen auch dann.
  • Schweden: In Schweden ist sind ab 14. Juni wieder Sportwettkämpfe im Freien zugelassen.
  • Türkei: Trotz einer weiteren Ausgangssperre am Wochenende sind seit Freitag unter Auflagen wieder Massengebete in Moscheen erlaubt.

Coronavirus: In der Schweiz verstirbt ein Säugling in Folge von Covid-19

Update vom 29. Mai, 18.28 Uhr: In der Schweiz ist erstmals ein Säugling an den Folgen des Coronavirus gestorben.

Das Baby aus dem Kanton Aargau hatte sich den Angaben zufolge im Ausland angesteckt. Es werde nun weitere Untersuchungen geben. Es gab keine Angaben, ob der Säugling bereits Vorerkrankungen hatte. In der Schweiz haben sich mehr als 30.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1.650 von ihnen starben.

Corona in Österreich: Kurz hebt Maskenpflicht großteils auf - auch Gastronomie darf feiern

Update vom 29. Mai, 14.10 Uhr: Österreich - eines der Vorbilder für Teile der deutschen Politik in der Corona-Krise - hat neue, weitreichende Lockerungen beschlossen: Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) kündigte am Freitagnachmittag ein Aus für große Teile der Maskenpflicht an. Zugleich gibt es weitere Freiheiten in der Gastronomie.

Ab dem 15. Juni müsse der Mund-Nasen-Schutz nur noch in drei Lebensbereichen verpflichtend getragen werden, erklärte Kurz: in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Gesundheitsbereich - etwa in Apotheken - sowie bei „Dienstleistungen, bei denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann“, beispielsweise beim Friseur. Im Handel und für Gäste in Lokalen gelte die Pflicht nicht mehr.

„Gerade was die Maske betrifft, ist uns vollkommen bewusst: Das war und ist ein Kulturwandel für Österreich“, betonte Kurz. Nun könne man „Stück für Stück die Maske ein bisschen ablegen“, wenn auch nicht gänzlich. Innerhalb von 24 Stunden gab es nach Regierungsangaben lediglich 27 Neuinfektionen in Österreich.

Ebenfalls ab dem 15. Juni werde die Sperrstunde in der Gastronomie auf 1 Uhr „erweitert“. Ein Mindestabstand von einem Meter müsse weiterhin zwischen Tischen eingehalten werden. Wie viele Menschen sich aber als Gruppe an einem Tisch niederlassen, dürften künftig „Wirte gemeinsam mit den Gästen entscheiden“, sagte Kurz.

Österreichs Kanzler richtete aber auch eine Warnung an seine Landsleute. Die Infektionszahlen im Land seien „irrsinnig schnell“ gesunken - genauso schnell könnten sie aber auch wieder ansteigen.

Corona-Todesfälle in Russland erreichen neuen Höchststand

Update vom 29. Mai, 12.45 Uhr: In Russland ist die Zahl der Corona-Todesfälle im Vergleich zum Vortag drastisch angestiegen. 232 Todesfälle seien seit Donnerstag gemeldet worden, teilten die Behörden am Freitag in Moskau mit. Am Donnerstag hatte die Zahl deutlich unter der Marke von Opfern gelegen; bei 174. 

387.623 Menschen haben sich in Russland bisher laut Johns Hopkins University (Stand 29. Mai, 12.56 Uhr) mit Sars-CoV-2 infiziert, 4374 starben im Zusammenhang mit Sars-CoV-2. Landesweit gelten 159.000 Covid-19-Patienten als genesen.

Zugleich gab es zuletzt vielfach Medienberichte über angeblich geschönte Statistiken. Die Behörden weisen das vehement zurück. Experten der Hauptstadt Moskau untersuchten vor diesem Hintergrund noch einmal die Todesfälle im April und korrigierten die Zahlen leicht nach oben. So seien etwa 756 Verstorbene positiv auf das Virus getestet worden, zum Tod hätten aber „andere Ursachen“ geführt. Zunächst war von rund 600 Corona-Toten im April gesprochen worden.

Corona in Europa: Österreich warnt  eindringlich vor Italien - „Ist noch ein Hotspot“

Update vom 28. Mai, 14.55 Uhr: Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sieht mögliche Grenzöffnungen zu Italien aufgrund der Corona-Pandemie noch kritisch. „Italien ist noch ein Hotspot, obwohl die Lage in einigen Regionen schon besser wurde und man sich sehr engagiert“, so Anschober gegenüber den „Oberösterreichischen Nachrichten“. „Ich bin ein großer Freund der Reisefreiheit, aber bei Italien müssen wir noch vorsichtig sein.“

Österreich will in den kommenden Wochen seine Grenzen zu zahlreichen Nachbarländern wieder öffnen. Hinsichtlich der Grenzen zu Italien und auch Slowenien äußerte sich die Regierung in Wien aber zuletzt sehr zurückhaltend. Besonders Italien drängt auf einen Lockerungsschritt seitens Österreichs, damit der Tourismus wieder Fahrt aufnehmen kann. Italien will seinerseits schon am 3. Juni seine Grenzen für EU-Bürger öffnen.

Indes entwickelt sichSüdamerika immer mehr zum Corona-Epizentrum. 

Coronavirus: Zahl der Covid-19-Toten steigt in Russland rasant an

Update vom 28. Mai, 13.20 Uhr: In Russland sind Angaben der Johns-Hopkins-University insgesamt 4124 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben. Binnen 24 Stunden soll es 174 neue Covid-19-Todesfälle haben. Dies berichtet n-tv.de in Bezug auf das Coronavirus-Krisenzentrum. Russland habe damit den bisher höchsten Zuwachs an Todesfällen innerhalb eines Tages verzeichnet.

Insgesamt sind in Russland knapp 380.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Russland liegt damit weiterhin weltweit nur hinter den USA und Brasilien

Corona: Großbritannien mit traurigem Wert weltweit an der Spitze - vor den USA und Deutschland

Update vom 28. Mai, 10.30 Uhr: Großbritannien soll, wie auf einem Bericht der „Financial Times“ hervorgeht, in der Corona-Krise die höchste Übersterblichkeitsrate weltweit aufweisen. Dies gehe aus der Auswertung der Gesundheitsdaten von insgesamt 19 Ländern hervor, für die „ausreichende Informationen vorliegen, um zuverlässige Vergleiche anstellen zu können.“

Dem Bericht zufolge hat Großbritannien seit dem 20. März 2020 insgesamt 59.537 Todesfälle mehr als üblich zu verzeichnen. Das weise wiederum darauf hin, dass das Virus hochgerechnet auf eine Million Menschen direkt oder indirekt 891 Menschen getötet habe, was den höchsten Wert weltweit darstellt. 

Hinter Großbritannien sollen den Daten der „Financial Times“ zufolge an zweiter Stelle Italien liegen. Darauf folgen Belgien, Spanien und die Niederlande. Deutschland steht einer Grafik zufolge an 13. Stelle, die USA knapp davor an der elften Stelle.

Update vom 27. Mai, 14.20 Uhr: In der EU wird eifrig um Corona-Hilfen gerungen. In der ZDF-Sendung Markus Lanz hat ein Ökonome nun schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung von Angela Merkel erhoben.

„Ich bin dafür: Wir sollten Italien direkt Geld schenken und das auch so sagen. Damit kommen wir besser an, weil sie dann auch wissen, dass sie Geld geschenkt bekommen“, sagte Wirtschaftswissenschaftler Daniel Stelter zum Merkel-Macron-Plan über 500 Milliarden Euro.

Update vom 26. Mai, 20.05 Uhr: In Spanien kehrte in den vergangenen Tagen wieder etwas Normalität ein, das Land war schwer von der Coronavirus-Pandemie betroffen und verhängte einen Lockdown der strengeren Art. 

Mit mehr als 27.000 registrierten Todesfällen liegen weltweit nur vier Länder vor Spanien. Die Regierung ordnete angesichts der Verstorbenen eine besonders lange, zehntägige Staatstrauer an.

Corona-Lockerungen: Spanien ordnet zehntägige Staatstrauer an

Am Mittwoch um 12.00 Uhr mittags beginnt die Trauer mit einer Schweigeminute im ganzen Land, wie die Regierung am Dienstag mitteilte. Ministerpräsident Pedro Sánchez wird einer Zeremonie im Regierungssitz Palacio de la Moncloa in Madrid beiwohnen, wie Regierungssprecherin María Jesús Montero ankündigte.

Die Landesfahnen werden im Anschluss in ganz Spanien auf halbmast gesetzt. Seit dem Ende der Diktatur von Francisco Franco zwischen 1939 und 1975 gab es keine längere Staatstrauer in Spanien. Die Regierungssprecherin betonte, dass achtzig Prozent der verstorbenen Covid-19-Patienten älter als 70 Jahre alt gewesen seien. In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre das Land hätten vor allem diese Menschen dabei geholten, die ehemalige Diktatur in eine Demokratie umzubauen.

Corona-Lockerungen: Schweden knackt traurige Todeszahl - Modell fehlgeschlagen? 

Update vom 25. Mai, 22.35 Uhr: Die schwedischen Gesundheitsbehörden registrierten bis Montag 4029 Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die Rate der Sterbefälle ist mit 40 pro 100.000 Einwohner in Norwegen wesentlich höher als die Rate in Norwegen (4,4) oder Deutschland (10). Bislang wurden etwa 34.000 Corona-Infektionen im skandinavischen Land gemeldet.  

In Schweden fand kein strenger Lockdown statt, die Bürger wurden lediglich darauf hingewiesen, Abstand zueinander zu halten und sich die Hände zu waschen. Auch schloss die Regierung die Schulen im Gegensatz zu den meisten europäischen Ländern nicht. Der „Schwedische Weg“ ist äußerst umstritten. Der Staatsepidemiologe Anders Tegnell weist auf die rückläufigen Todesfälle und Ansteckungen* in den Altersheimen hin und sieht eine positive Entwicklung.

Corona-Lockerungen: Spanien korrigiert Zahl der Todesfälle 

Update vom 25. Mai, 21.15 Uhr: Das spanische Gesundheitsministerium hat am Montagabend die Corona-Zahlen korrigiert. So sollen fast 2000 weniger Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Erreger SARS-CoV-2 verstorben sein. Man habe die Daten neu überprüft und gehe nun von einer Todeszahl von 26.834 aus. 

Einige Todesfälle sollen doppelt in den Statistiken aufgetaucht sein. Bei anderen Fällen soll, anders als ursprünglich angenommen, keine Infektion mit dem neuartigen Virus vorgelegen haben. So wurde auch die Zahl aller registrierter Fälle um 372 auf 235.400 korrigiert.

Corona-Lockerungen: Corona-Hotspots Italien und Spanien lockern Lockdown-Maßnahmen

Madrid/Rom - Während die Corona-Pandemie in Brasilien und den USA weiter dramatische Ausmaße besitzt, kehren europäische Krisenherde langsam zur Normalität zurück. Spanien und Italien haben nun weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen beschlossen. 

Corona-Lockerungen: Spanien öffnet Strände - mit Bedingungen

Seit Montag, den 25. Mai darf wieder an den Stränden einiger Küstenregionen Spaniens gebadet werden, allerdings ist die Anzahl der Besucher begrenzt. Zudem muss ein Abstand von vier Metern zwischen den Sonnenschirmen eingehalten werden. Das vom Tourismus geprägte Land kündigte zudem jüngst an, ausländischen Besuchern ab dem 1. Juli wieder die Einreise zu erlauben. Die beiden größten Städte Spaniens, Madrid und Barcelona, öffneten zudem die Parks und Terrassen von Lokalen.

Die täglich gemessenen Infektions- und Todeszahlen in Spanien gingen stetig zurück, weshalb die strengen Maßnahmen des Corona-Hotspots gelockert werden konnten. Das Land meldete am Montag den neunten Tag in Serie mit weniger als 100 Covid-19-Todesfällen. Mit 50 Toten innerhalb von 24 Stunden registrierte das Gesundheitsministerium einen vergleichsweise niedrigen Wert. Angaben der Johns-Hopkins-Universität zufolge starben in Spanien bisher 28.752 Covid-19-Patienten.

Corona-Lockerungen: Italien will zehntausende Freiwillige Helfer für Abstandsregel-Einhaltung

Auch in Italien sind die Fallzahlen seit längerer Zeit rückläufig, weshalb man sich dafür entschied, die Maßnahmen weiter zu lockern. So nahmen Schwimmbäder und Fitnessstudios nach dem strengen Lockdown wieder den Betrieb auf. Italien galt wochenlang als am schwersten von der Corona-Pandemie* betroffenes Land der Welt, ehe die strikten Maßnahmen Wirkung zeigten. Bislang verstarben in Italien 32.877 Personen in Folge einer Corona-Infektion.

In Rom tummelten sich die Menschen wieder auf den Plätzen.

Zudem machte die italienische Regierung mit einer kuriosen Meldung auf sich aufmerksam. Rund 60.000 Freiwillige sollen der Bevölkerung nun dabei helfen, die Abstandsregeln während und nach den Ausgangsbeschränkungen einzuhalten. Grund dafür waren Bilder aus Mailand und Neapel, wo sich am ersten Wochenende nach den Lockerungen bereits erste Menschenansammlungen bildeten. 

Francesco Boccia, Minister für die Angelegenheiten der Regionen, verurteilte dieses Verhalten gegenüber der Zeitung La Stampa. „Diejenigen, die sich jetzt ins Nachtleben stürzen, verraten die Opfer, die Millionen Italiener gebracht haben“, meinte Boccia. 

Der Virologe Hendrik Streeck geht nicht von einer zweiten Infektionswelle aus, sieht aber auch keinen Grund, um Entwarnung zu geben.

Markus Söder reagiert auf die Frage nach dem Ende der Maskenpflicht mit einer extremem Antwort.

Eine Studie untersucht den Einfluss des Corona-Hotspots Ischgl auf die Infektionsrate in Deutschland - dieser ist immens.

Der Virologe Christian Drosten lobt den erfolgreichen Corona-Kampf in Deutschland, warnt aber vor einer möglichen Mutation des Virus.

In Mecklenburg-Vorpommern hat sich ein Priester mit dem Coronavirus infiziert. Der Mann hatte Zahlreiche Kontaktpersonen und mindestens eine ist ebenfalls positiv.

Nach den Sommerferien könnten viele deutsche Schüler in Vereinsheimen oder Messehallen unterrichtet werden.

In Göttingen gab es einen massiven Corona-Ausbruch - rund 160 Menschen befinden sich in Quarantäne, darunter auch 57 Kinder und Jugendliche.

Eine neuen Corona-Studie lässt den Schluss zu, dass eine Blutgruppe schwere Krankheitsverläufe begünstigen könnte.

ajr, AFP, dpa

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa / Claudio Furlan

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