Pandemie beherrscht den Kontinent

Corona in Europa: Lockdowns, Impfdesaster, Einschränkungen - die aktuelle Lage im Überblick

  • Patrick Huljina
    vonPatrick Huljina
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Die Corona-Pandemie bestimmt weiterhin das Leben in Europa. Frankreich erlebte zu Beginn der Impfungen ein Desaster. In Großbritannien gibt es einen harten Lockdown - vielleicht bis März.

München - In Deutschland ist die Corona-Lage aktuell weiterhin angespannt. Beim heutigen Corona-Gipfel von Bund und Ländern wird der harte Lockdown wohl bis mindestens Ende Januar verlängert. Die Infektions- und Todeszahlen lassen derzeit keine Lockerungen zu. Hinzu kommen die Probleme beim Impfstart. Doch wie sieht es in anderen europäischen Ländern aus? Wir liefern einen kurzen Überblick über die aktuelle Corona-Lage in Europa.

Corona in Europa: Frankreich erlebt Impfdesaster

Frankreich ist schwer von der Covid-19-Pandemie getroffen. Im Nachbarland sind bisher insgesamt mehr als 65.000 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Aktuell gerät die Regierung wegen des extrem schleppenden Impfstarts unter Druck. Man werde die Impfstrategie jetzt „verstärken, beschleunigen und vereinfachen“, kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran am Dienstag im Gespräch mit dem französischen Sender RTL an.

Die Impfungen sollen so bald wie möglich nun auch zum Beispiel auf Menschen über 75 Jahre, die nicht im Heim leben, ausgeweitet werden. Véran sagte außerdem, dass Anmeldungen für eine Corona-Impfung über Internet und Telefon möglich sein sollen. Am Dienstagmorgen war immer noch unklar, wie viele Menschen tatsächlich geimpft wurden. Am Montag seien 2000 Impfungen überschritten worden, sagte Véran. Fakt ist, dass Frankreich im Vergleich zu vielen anderen Staaten weit hinten liegt - in Deutschland wurden im selben Zeitraum offiziell mehr als 260.000 Impfungen durchgeführt.

Corona in Europa: Italien aktuell mit Zwischenlösung vor weiterem Dekret

In Italien hat die Regierung vor der Entscheidung über ein weiteres Corona-Dekret eine Zwischenlösung bis zum 15. Januar beschlossen. Die Maßnahmen sehen grundsätzlich vor, dass es vom 7. bis 15. Januar verboten ist, sich zwischen den Regionen in Italien zu bewegen. Ausnahmen gelten demnach, um zu seiner Meldeadresse zu reisen, zur Arbeit zu fahren, oder weil ein Notfall vorliegt.

Laut der Zeitung Corriere della Sera sollen nach dem für Freitag erwarteten Corona-Lagebericht des Gesundheitsministeriums die Regionen ab dem 11. Januar in unterschiedliche Zonen eingeteilt werden. Bis zum 15. Januar gelten in Regionen, die zur Roten Zone erklärt werden, weiter strenge Ausgangsbeschränkungen. Die Menschen dürfen dem Plan der Regierung zufolge nur noch einmal am Tag das Haus verlassen und das maximal zu zweit. Insgesamt vermeldeten die italienischen Gesundheitsbehörden seit Ausbruch der Corona-Pandemie mehr als 2,1 Millionen Corona-Infektionen und rund 75.500 Todesfälle.

Corona in Europa: Belgien beginnt großflächig mit Impfungen

Nach einem einwöchigem Testlauf beginnt Belgien nun großflächig mit Impfungen gegen das Coronavirus. Von diesem Dienstag an sollen jede Woche rund 87.000 Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer an Menschen im Land verabreicht werden, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Demnach sollen wie in Deutschland zunächst Mitarbeiter und Bewohner von Pflegeheimen geimpft werden.

Belgien hatte im Herbst zeitweise pro Kopf die höchsten Corona-Infektionszahlen in Europa. Täglich wurden 15.000 neue Fälle oder mehr verzeichnet. Strikte Beschränkungen haben die Ausbreitung gebremst. Zuletzt registrierte das Land durchschnittlich rund 1580 neue Fälle pro Tag, wie das Gesundheitsinstitut Sciensano am Dienstag mitteilte.

Corona in Europa: Großbritannien im knallharten Lockdown - möglicherweise bis März

In Großbritannien sorgt derzeit eine Coronavirus-Mutation für große Sorgen. Zuletzt stiegen die Covid-19-Fallzahlen im Vereinigten Königreich exorbitant. Die britische Regierung von Boris Johnson verkündete daraufhin einen knallharten Lockdown für England. Dieser könnte sogar bis in den März andauern.

Vor dem Land lägen „sehr, sehr schwierige Wochen“, sagte der britische Staatssekretär Michael Gove am Dienstag dem Sender Sky News. Es sei nicht vorherzusagen, ob die Einschränkungen, die bisher für sechs Wochen angeordnet sind, dann auch aufgehoben werden könnten. Im März sollte es möglich sein, einige der Beschränkungen aufzuheben - „aber nicht zwangsläufig alle“, fügte er hinzu.

Corona in Europa: Spaniens Regionen verschärfen Regeln - Lage auf Mallorca „außer Kontrolle“

In Spanien sind die Corona-Zahlen ebenfalls hoch. Die Impfkampagne läuft, wie auch in Deutschland und Frankreich, teils sehr schwerfällig an. Mehrere spanische Regionen haben ihre Regeln im Kampf gegen die Pandemie verschärft. In Katalonien werden die Gemeinden ab Donnerstag komplett abgeriegelt - nur aus zwei Gründen darf man als Bürger den Wohnort noch verlassen.

Auf Mallorca und den Balearen sind die Infektionszahlen besonders hoch. „Außer Kontrolle“, titelte eine lokale Zeitung über die aktuelle Lage auf der beliebten Urlaubsinsel. „Wir erleben eine schreckliche Situation, die wir uns auch nicht in unseren schlimmsten Träumen hätten vorstellen können“, erklärte Regionalpräsidentin Francina Armengol bereits kurz vor Silvester. (ph/dpa)

Rubriklistenbild: © Marcel Lorenz via www.imago-images.de

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