Corona in Deutschland: Betten auf der Intensivstation werden knapp. Mediziner schlagen Alarm.
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Corona in Deutschland: Betten auf der Intensivstation werden knapp. Mediziner schlagen Alarm.

Versorgung offenbar hochgefährdet

Corona: Dramatische Langzeitfolgen für Krebspatienten befürchtet - Experten warnen vor Kollaps des Systems

Droht Deutschland schon bald der Kollaps des Versorgungssystems? Vor allem Krebspatienten könnten akut gefährdet sein, wie Experten warnen. Sie fordern die Politik zum Handeln auf.

Berlin - Das Coronavirus löst in vielen Fällen bei einer Erkrankung einen lediglich milden Verlauf aus, nicht wenige Patienten sind jedoch auf ärztliche Hilfe oder gar eine Behandlung im Krankenhaus angewiesen. Während die täglichen Infektionszahlen steigen, und auch die Zahl der Intensivpatienten stetig anwächst, könnten nun dramatische Folgen für Patienten mit anderen Erkrankungen drohen. Experten warnen: Deutschland könnte sich bald mit einem Kollaps des Versorgungssystems konfrontiert sehen.

Corona in Deutschland: Droht bundesweit schon bald der Kollaps des Versorgungssystems?

Die Corona Task Force von Deutscher Krebshilfe, dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Deutschen
Krebsgesellschaft (DKG) zeichnet ein düsteres Bild: vor allem für Menschen mit schwerwiegenden Erkrankungen wie beispielsweise Krebs soll die aktuelle Situation aufgrund zunehmender Versorgungsengpässe immer besorgniserregender werden. Die Experten warnen: sollte sich die Lage nicht kurzfristig entspannen, droht ein Kollaps des Versorgungssystems.

Demnach könnte ein dramatisches Szenario drohen, viele Patienten sollen dann nicht mehr intensivmedizinisch behandelt werden können, mit heute noch gar nicht absehbaren Folgen. Wie die dpa berichtet, fordern die drei großen deutschen Krebsorganisationen die Politik nun zum sofortigen und zwingenden Handeln auf.

Experten fordern „Kehrtwende der Corona-Lage“ - Massive Folgen für Krebspatienten befürchtet

„Wir brauchen jetzt unbedingt eine Kehrtwende der Corona-Lage, sonst geschieht das in Deutschland eigentlich Undenkbare: Wir werden sonst nicht mehr die adäquate und zeitgerechte Versorgung jedes einzelnen Krebspatienten sicherstellen können“, warnt Professor Dr. Carsten Bokemeyer, Sprecher des Netzwerks der von der Deutschen Krebshilfe initiierten Comprehensive Cancer Center und Leiter des Hubertus Wald Tumorzentrums - Universitäres Cancer Center Hamburg. „Seit Beginn der Pandemie haben
wir mit Einschränkungen in der Versorgung zu kämpfen, aber noch nie haben diese sich so einschneidend entwickelt wie in der jetzigen dritten Welle.“

Ein Kollaps des Versorgungssystems für schwerkranke Menschen hätte nicht nur kurzfristige Folgen. „Die Langzeitfolgen für Krebspatienten, die heute nicht rechtzeitig diagnostiziert und behandelt werden können, sind noch gar nicht absehbar“, so Professor Dr. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des DKFZ. „Wir werden zukünftig mit vielen Patienten konfrontiert werden,
deren Krebserkrankung zu spät entdeckt wurde und deren Heilungschancen dadurch verringert sind. Das bedeutet: Die Krebssterblichkeit wird nach oben schnellen.“

Experten fordern Politik zum Handeln auf - Corona-Strategie aktuell noch unzureichend

Angesichts dieser Situation fordern die Deutsche Krebshilfe, das DKFZ und die DKG die Politik dazu auf, die Versorgungskapazitäten in den Kliniken und Krankenhäusern, insbesondere in den Krebszentren, für Tumorpatienten sicherzustellen. Es müssten alle Ressourcen, die für eine adäquate Versorgung der Betroffenen benötigt werden, uneingeschränkt zur Verfügung stehen - so wie es vor Beginn der Pandemie sichergestellt war.

Die drei Organisationen melden sich innerhalb der Corona-Pandemie nicht zum ersten Mal zu Wort, schon nach der ersten Welle im Frühsommer des vergangenen Jahres hatten sie von der Politik eine Anpassung der Pandemie-Politik gefordert. Es sei unabdingbar, nachhaltige und krisensichere Strategien für das Gesundheitssystem zu entwickeln, vor allem im Hinblick auf die unbedingt zu gewährleistende Versorgung von allen Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen.

Corona in Deutschland: Experten werfen Politik Versäumnis vor - viele Patienten offenbar akut gefährdet

„Eine solche Strategie haben wir politisch bis heute nicht wahrgenommen. Im Gegenteil. Wir hatten im Sommer letzten Jahres, als die Infektionszahlen sehr niedrig waren, den Eindruck, dass sich die Politik viel zu sehr auf einen schnellen Erfolg der Impfung verlassen hat. Hier wurde eindeutig versäumt, eine Strategie für die Herausforderungen im Gesundheitssystem während der Pandemie zu entwickeln“, resümiert Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Weitere Infektionswellen waren vorhersehbar und jetzt haben wir wieder diese Versorgungsnot, dramatischer als zuvor. Wir haben Zweifel, ob wirklich allen politisch Verantwortlichen bewusst ist, dass die 1.400 Menschen, die jeden Tag die Diagnose Krebs erhalten, auch zeitnah entsprechend versorgt werden müssen.“

Wichtig sei es nun auch, dass die aktuelle Impfstrategie endlich an Fahrt aufnehme um das Gesundheitssystem zu entlasten. „In den vergangenen Wochen ist klargeworden, dass es der Politik nicht gelungen ist, eine Impfstrategie auf den Weg zu bringen, die innerhalb kurzer Zeit die Infektionswellen brechen kann“, so Professor Dr. Thomas Seufferlein, Präsident der DKG. „Auch hier sehen wir dringenden Handlungsbedarf.“ Wie die Organisationen weiter berichten sei es auch wichtig, dass sich die Bevölkerung an die aktuellen Massnahmen halte. Es sei das vorrangige Ziel, dass sich möglichst wenige Menschen neu mit dem Virus infizieren.

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