Kosten und mögliche Nachteile

Neue Erkenntnisse zu FFP2-Masken: EU-Gesundheitsbehörde zweifelt an Mehrwert im Alltag - keine Empfehlung

FFP2-Masken sollen einen besonders guten Schutz gegen das Coronavirus bieten. Doch bringen sie tatsächlich mehr als normale Alltagsmasken? Die EU hat Zweifel.

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, besteht in Deutschland die Vorschrift, OP- oder FFP2-Masken im öffentlichen Personennahverkehr und beim Einkaufen zu tragen. Weil FFP2-Masken im Vergleich zu OP-Masken relativ teuer in der Anschaffung sind und diese nicht oft verwendet werden sollen, entbrannte eine Debatte über Kosten und Nutzen der FFP2-Maske.

FFP2-Masken: EU-Gesundheitsbehörde ECDC sieht kaum Mehrwert im Alltag

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC trägt nun einen nicht unerheblichen Teil zur Diskussion bei. Denn sie weckt Zweifel am Zusatznutzen von FFP2-Masken im Alltag. „Der erwartete Mehrwert der universellen Verwendung von FFP2-Atemschutzmasken in der Gemeinschaft ist sehr gering“, teilte die in Stockholm ansässige Behörde am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Auch die Kosten und mögliche Nachteile sprächen gegen eine Empfehlung, in der Öffentlichkeit FFP2-Masken anstelle von anderen Masken zu tragen. Details zu diesen möglichen Nachteilen wurden zunächst nicht genannt.

Die besonders dichten, aber teureren Masken sollen vor Schadstoffpartikeln wie Staub oder auch Aerosolen schützen. Sie werden inzwischen vielerorts anstelle normaler Alltagsmasken verlangt. Mitte Januar hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten vereinbart, in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften FFP2-Masken, OP-Masken oder Mund-Nase-Bedeckungen der Standards KN95/N95 zu fordern. In Bayern gab es wegen der neuen FFP2-Maskenpflicht einen Ansturm auf Apotheken.

Zweifel an Mehrwert von FFP2-Masken: Normale Alltagsmasken auch gegen Corona-Mutanten ausreichend

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides bestätigte in Brüssel die Einschätzung der EU-Behörde. „Die ECDC sagt, die Beweislage sei im Moment nicht stark genug für eine Notwendigkeit, dies im Alltag zu empfehlen“, sagte Kyriakides auf Nachfrage. Wichtig sei, überhaupt eine Maske korrekt zu tragen und Abstand zu halten. „Aber im Moment unterstützt das ECDC das Tragen von FFP2-Masken* in der Gemeinschaft nicht, gemäß den ihnen vorliegenden Hinweisen.“

Das ECDC erklärte auch, selbst das Auftreten von neuen Coronavirus-Varianten mache keine anderen Maskentypen als diejenigen notwendig, die derzeit im Rahmen von nicht-pharmazeutischen Maßnahmen gegen Corona verwendet würden. Die Behörde ist nach eigenen Angaben gerade dabei, ein Dokument mit Einschätzungen zum Maskengebrauch im sozialen Umfeld zur Verringerung der Coronavirus-Übertragung zu aktualisieren. (dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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