1. Startseite
  2. Welt

Corona-Krise: Steinmeier fordert weiter Verzicht - Doch er sieht eine große Chance

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christoph Englmann

Kommentare

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich in einer Videobotschaft an die deutsche Bevölkerung gewendet.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich in einer Videobotschaft an die deutsche Bevölkerung gewendet. © dpa / Britta Pedersen

In einer Videobotschaft spricht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier über die aktuelle Corona-Lage - und stimmt die Bevölkerung auf schwierige Wochen ein.

Berlin - „Abstand halten von Menschen, die wir lieben (...). Seit dieser Woche ist das nicht mehr nur eine Empfehlung, es ist das Gebot der Stunde“, erklärt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Beginn seiner Ansprache. In der Folge wird der 64-Jährige konkreter. 

Eine baldige Rückkehr zur Normalität schließt er dabei aus: „Diese Stunde dauert keine 60 Minuten. Sie dauert womöglich Wochen.“ Doch was heißt dies für das Leben der Bundesbürger in der Zukunft? 

Coronavirus: Frank-Walter Steinmeier: „Das fällt uns allen schwer, auch mir“ 

„Es bedeutet Verzichten. Darauf, die Eltern und Großeltern zu sehen, sich mit Freunden zu treffen, mit ihnen essen zu gehen, zu feiern oder einfach auch nur, nach einem langen Winter gemeinsam in der Sonne zu sitzen.“ 

Die Liste der geltenden Einschränkungen ist lang - und ließe sich wohl noch um etliche Punkte verlängern. Dennoch sind die Maßnahmen im Moment vermutlich der einzige, praktikable Weg, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. „Nur der Verzicht verhindert, dass wir dauerhaft verlieren, was wir lieben“, erläutert Steinmeier. Der Bundespräsident habe selbst mit den Einschränkungen zu kämpfen, wie er gesteht: „Das fällt uns allen schwer, auch mir.“

Coronavirus: Frank-Walter Steinmeier lobt Helden der Krise

Die überwältigende Mehrheit der Menschen habe die Notwendigkeit der Maßnahmen jedoch verstanden und handele danach, sagt Steinmeier weiter. Solidarität bedeute jetzt, für jene da zu sein, die von den Folgen der Epidemie besonders hart getroffen seien.

Zugleich würdigt der 64-Jährige speziell die „Heldinnen und Helden in der Corona-Krise“. Ärzte, Pfleger, Mitarbeiter von Supermärkten und Menschen, die anderen helfen, seien das unentbehrliche Fundament, damit die Pandemie besiegt werden kann. Besonders zu Zeiten der Krise sei das Zusammenstehen innerhalb der Gesellschaft erforderlich, dabei dürfe das „Big Picture“ nicht aus den Augen verloren werden.

Coronavirus: Steinmeier mit Appell: „Bündeln wir weltweit alles Wissen und alle Erfahrung“

Deshalb müsse der Blick weiter als bis zum nächsten Grenzzaun reichen, sagt der Bundespräsident. „Nein, das Virus hat keine Staatsangehörigkeit, und das Leid macht nicht vor Grenzen halt. Aber ebenso wenig sollten wir es tun!“ Die Welt müsse füreinander einstehen. 

Insbesondere die Europäer nimmt er in die Pflicht. Deshalb sei es elementar, dass Krankenhäuser in Deutschland jetzt auch schwerkranke Patienten aus Italien und Frankreich behandelten. Er wünsche sich eine Welle der Solidarität im europäischen Geist. 

Coronavirus als Chance für eine gemeinsame Zukunft

Auf der ganzen Welt vernetzt arbeiten Forscherinnen und Forscher an einem Impfstoff* und erfolgsversprechenden Therapien. Die Zukunft liege nicht in Abschottung voneinander, sondern in geteiltem Wissen, betonte Steinmeier. 

„So kann aus einem geteilten Leid eine gemeinsame Zukunft werden. Also: Lernen wir voneinander! Bündeln wir weltweit alles Wissen und alle Erfahrung, alle Kreativität und Energie! Das ist mein Appell. Darein setze ich meine Hoffnung.“

Die Verbraucherzentrale warnte nun vor vermeintlichen Heilmethoden. Darunter zählen auch die umstrittenen Globuli.

cen/dpa

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Auch interessant

Kommentare