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„Super-Immunität“ als Ausweg aus der Corona-Pandemie? Das steckt dahinter

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Von: Felix Durach

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Tiziana Alberio, Forscherin für Biochemie, arbeitet mit Speichelproben in der Abteilung für biomedizinische Wissenschaft und Forschung der Universität Insubria.
Wissenschaftler weltweit forschen zu einer Kombination aus Impfschutz und überstandener Infektion gegen das Coronavirus. (Symbolbild) © Luca Bruno/dpa

Eine Mischung aus Impfschutz und überstandener Corona-Infektion könnte eine Art „Super-Immunität“ einbringen, die zu einem Ausweg aus der Pandemie werden könnte.

München – Die verschiedenen Mutationen des Coronavirus stellen auch nach über anderthalb Jahren Pandemie noch immer die größte Gefahr für die Bevölkerung dar. Auch wenn die weltweite Impfkampagne immer weiter voranschreitet und Menschen rund um den Globus so über einen sehr guten, wenn auch nicht perfekten, Schutz gegen einen schweren Verlauf von Covid-19 verfügen können.

Coronavirus: „Super-Immunität“? Wissenschaftler forschen mit Labor-Mutationen

Doch auch für Personen, die über einen vollständigen Impfschutz verfügen, stellen neue Mutationen des Coronavirus eine erhebliche Gefahr dar. Das liegt daran, dass die Mutationen aufgrund ihrer Beschaffenheit Resistenzen gegen die vorhandenen Impfstoffe entwickeln können. In einer Studie, die im September in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde, haben Wissenschaftler der New Yorker Rockefeller University ein eigenes Coronavirus aus den vorhandenen Mutationen kreiert, um mehr über die Wirkung der menschlichen Antikörper in Erfahrung zu bringen.

Coronavirus: Hybride Immunität als Ausweg aus der Pandemie?

Die so entstandene Mutation zeigte sich bei den anschließenden Labortests vollständig resistent, gegen quasi alle Antikörper mit dem das Virus in Verbindung gebracht wurde. Wie spektrum.de mit Bezug auf die Studie berichtet, fanden sich jedoch in einer Gruppe von Menschen Antikörper, gegen welche die Labor-Mutation nicht resistent war.

Dabei handelte es sich um die Antikörper, die bei den Probanden gefunden wurden, die sowohl über einen vollständigen Impfschutz verfügten, als auch bereits eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden haben. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie gegen jede künftige Variante von Sars-CoV-2 wirken werden“, sagte die Virologin Theodora Hatziioannou die an der Studie beteiligt war mit Verweis auf die speziellen Antikörper.

„Super-Immunität“: Forscher wollen Schutz nach Infektion und Impfung imitieren

Dieser hybride Schutz aus Impfung und Infektion wird mittlerweile als eine Art „Super-Immunität“ angesehen und könnt eine große Rolle im Bezug auf ein potenzielles Ende der Pandemie spielen. So forschen Wissenschaftler weltweit an dieser hybriden Immunität und suchen nach Möglichkeiten, wie diese einer breiten Menge an Personen zugänglich gemacht werden kann, ohne die Risiken einer Infektion tragen zu müssen. Denn was das betrifft, sind sich die Forscher einig: die Risiken einer Corona-Infektion vor einer Impfung überwiegen deutlich den Vorteilen, die durch den so entstandenen Schutz entstehen.

Eine Möglichkeit wäre jedoch, den Schutz, den eine überstandenen Corona-Infektion bietet, durch eine Auffrischungsimpfung zu imitieren. Auch ein verlängertes Intervall zwischen Erst- und Zweitimpfung könnte ähnliche Effekte hervorrufen. Sollten in diesem Bereich wissenschaftliche Durchbrüche gelingen, könnte der Ausweg aus der Coronaviurs-Pandemie näher denn je sein. (fd)

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