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Corona-Impfung in Deutschland: Virologe Drosten findet deutliche Worte - und warnt vor Dilemma in 2021

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Von: Veronika Arnold

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Die Kritik an den Corona-Impfungs-Bestellungen der Bundesregierung wird lauter. Nun hat sich Christian Drosten zu Wort gemeldet - der Virologe wagt einen Ausblick auf die nächsten Monate.

Berlin - Der Impfstart in Deutschland läuft bisher holprig. Die Kritik an Versäumnissen der Bundesregierung und der EU bei der Bestellung der Vakzine wird lauter. Nun hat sich auch Christian Drosten (48), Deutschlands gefragtester Virologe in der Corona-Pandemie, zu den Geschehnissen geäußert.

Im Gespräch mit der Hamburger Morgenpost (Sonntag) gab der Chef-Virologe der Berliner Universitätsklinik Charité eine Einschätzung zum weiteren Verlauf der Corona-Krise in Deutschland. In Sachen Impfstoffbeschaffung hielt sich Drosten mit kritischen Worten dagegen zurück - er verteidigte die Bundesregierung indirekt.

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie, informiert über das neuartige Coronavirus 2019-nCoV.
Virologe Christian Drosten sieht erst in der zweiten Jahreshälfte eine Entspannung in der Corona-Krise. © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Kritik an Impfstoffbeschaffung: Virologe Drosten mit klaren Worten

Denn rückblickend ist es Drostens Ansicht nach nicht möglich, das Vorgehen bei der Bestellung von Impfstoffen zu bewerten. „Das ist so eine komplexe Angelegenheit. Man musste den Impfstoff mit Monaten Vorlauf bestellen - und wusste zu dem Zeitpunkt gar nicht, ob der betreffende Impfstoff auch funktionieren würde“, so der 48-Jährige. Es sei „jetzt praktisch unmöglich, das im Nachhinein zu bewerten“, sagte er. 

Gleichzeitig verwies der Top-Virologe darauf, dass in Großbritannien nach dem Biontech-Impfstoff nun der AstraZeneca-Impfstoff bereits zugelassen sei. „Da sollte man in der EU ganz schnell hinterherkommen, denn dieser Impfstoff kann auch in normalen Arztpraxen geimpft werden.“ Grund dafür sei das Fehlen einer besonderen Kühlpflicht bei diesem Impfstoff.

Corona-Krise in Deutschland: Drosten über Zeitpunkt möglicher Entspannung

Zugleich erwartet der Berliner Wissenschaftler eine herausfordernde erste Jahreshälfte 2021. Er schaue optimistisch auf das Jahr 2021, doch die ersten sechs Monate könnten kompliziert werden, so der Virologe. Entspannung in der zweiten Jahreshälfte könnte nur eintreten, wenn man es schaffe, bis dahin ganz viele Personen zu impfen. „Wir werden in eine Situation kommen, wo wir große Teile der Risikogruppen geimpft haben und es dann Kräfte geben wird, die sagen, dass es jetzt keinen Grund mehr für Einschränkungen gibt. Letzteres wird allerdings eine Fehleinschätzung sein, denn wir dürfen grundsätzlich keine sehr hohe Inzidenzen zulassen. Auch nicht bei den Jüngeren“, sagte Drosten weiter.

Drosten zu Corona-Lockdown in Deutschland: „Vielleicht erleben wir ja eine Überraschung“

Auch zur Diskussion über eine Verlängerung des Lockdowns in Deutschland äußerte sich der Virologe. Angesichts einer geringeren Zahl an Tests über die Feiertage lägen seiner Einschätzung nach derzeit keine belastbaren Daten vor. „Wir sehen aber am Anteil der positiven Tests, dass die Zahlen derzeit nicht nach unten gehen. Das ist nicht gut“, warnte Drosten. Erst Mitte Januar könne gesagt werden, ob der Lockdown bis in den Februar hinein verlängert werden müsse. „Vielleicht erleben wir ja eine positive Überraschung“.

In der Politik scheint eine Verlängerung des Corona-Lockdowns dagegen immer wahrscheinlicher. Mehrere Ministerpräsidenten und Experten haben sich inzwischen bereits vor dem am 5. Januar geplanten Gipfeltreffen für eine Fortsetzung ausgesprochen. (va)

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