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Corona: Deutscher Arzt zerlegt Impfstoff-Hoffnungen und widerspricht optimistischen Prognosen überdeutlich

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Von: Patrick Mayer

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In der Coronavirus-Pandemie ruhen die Hoffnungen vieler auf den erwarteten Impfstoffen. Ein deutscher Arzt rät jetzt von zu viel Optimismus ab. Und nicht nur das.

München/Berlin - Es geht schnell, sehr schnell mit dem Corona-Impfstoff. Das betonen Mediziner und Politiker gleichermaßen, wenn sie die Kraftanstrengungen in der Coronavirus-Pandemie betonen.

Einem geht es offenbar zu schnell: Dem Vorsitzenden der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig. Der deutsche Mediziner hat jetzt viele Facetten in der Impfstoff-Debatte ganz genau auseinander genommen und schnelle Erfolge durch flächendeckende Impfungen gegen den Erreger SARS-CoV-2 in Frage gestellt.

Corona-Pandemie in Deutschland und Österreich: Diskussion - Sollte es eine Impfpflicht geben?

„Wir wissen nicht genau, wie viele ältere Patienten oder Probanden mit Begleiterscheinungen, also Risikogruppen, in diesen Studien untersucht worden sind. Wir wissen nichts dazu, wie lange diese Immunität anhält. Wir wissen relativ sicher, dass eine sogenannte sterile Immunität im Moment wahrscheinlich gar nicht erreichbar ist“, erklärte Ludwig in der ORF-Sendung Im Zentrum: „Das heißt, dass diejenigen, die sich impfen lassen, die Infektion nicht mehr weitergeben.“

Ludwig wurde virtuell in die Sendung zugeschaltet, die Gäste debattierten über eine mögliche Impfpflicht in der Corona-Pandemie in Österreich. Von einer derartigen Impfpflicht hält Ludwig aktuell offensichtlich gar nichts.

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Coronavirus-Pandemie: Impfungen - Deutscher Arzt äußert erhebliche Zweifel an schnellen Erfolgen

„Es gibt zwei Ziele bei diesen Impfungen: Das erste Ziel ist eindeutig, dass man sich selbst vor schweren Covid-19-Verläufen schützt. Das können wir im Augenblick nicht sagen, weil wir keine Angaben dazu haben“, sagte der deutsche Arzt weiter: „Das zweite Ziel ist, dass wir eine sogenannte Herdenimmunität induzieren. Das heißt, dass zwei Drittel der Bevölkerung immun sind und dadurch die Pandemie zum Stillstand kommt.“

Angesichts des lückenhaften Wissens über eine Impfpflicht zu diskutieren, halte er aus medizinischer, ärztlicher Sicht für nicht akzeptabel, meinte Ludwig und spielte offenbar auf mangelnde Kenntnisse über mögliche Langzeit-Nebenwirkungen an.

Impfungen gegen das Coronavirus: „Häufig erhebliche Erkenntnislücken“

Es sei dagegen entscheidend, dass die „Impflinge“ gründlich informiert würden, sagte er: „Dazu brauchen wir die Daten. Alleine zu sagen, die Zulassungsbehörden in Europa und Amerika werden es schon richten, ist für mich nicht ausreichend. Wir sind im beschleunigten Verfahren, so wie wir es aus beschleunigten Verfahren für Arzneimittel kennen. Und wir wissen, dass wir im Rahmen dieser beschleunigten Verfahren häufig erhebliche Erkenntnislücken zum Zeitpunkt der Zulassung haben.“

Auch deshalb sei eine Corona-Impfpflicht „in keiner Weise akzeptabel“. Ludwig gab weiter den Mahner und widersprach optimistischen Prognosen über den weiteren Verlauf der Pandemie überdeutlich. Zuletzt war insbesondere der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in die Offensive gegangen und hatte wiederholt ein Ende der Coronavirus-Pandemie für Sommer 2021 versprochen.

Deutscher Arzt über Coronavirus: „Pandemie auch in einem Jahr nicht vollständig beseitigt“

„Ich glaube, dass die Pandemie auch in einem Jahr nicht vollständig beseitigt sein wird“, sagte Ludwig, „aber wir werden dann sicherlich sehr viel mehr über die Impfstoffe wissen und wir werden sie dann auch gezielter einsetzen können.“ (pm)

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