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Corona-Impfungen: Scholz sieht Impfen als Wirtschaftsfaktor - AstraZeneca erhält WHO-Zulassung

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Impfen als entscheidender wirtschaftlicher Faktor in der Corona-Krise? - Olaf Scholz erhofft sich einen europaweiten Schub. Der News-Ticker zur Impf-Kampagne.

  • Die Corona-Impfungen sind in Deutschland am 27. Dezember 2020 angelaufen.
  • Zur Wirksamkeit des Biontech-Impfstoffes gibt es erfreuliche neue Daten in Sachen Wirksamkeit (Update 15. Februar, 14.43 Uhr).
  • Olaf Scholz sieht ein rasches Impfen als entscheidend für eine wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Krise.
  • Dieser News-Ticker zu den Corona-Impfungen und -Impfstoffen wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 16. Februar, 20.20 Uhr: In der Bevölkerung Deutschlands soll es Berichten zufolge erhebliche Bedenken gegen den Coronavirus-Impfstoff von AstraZeneca geben. Hunderttausende Impfdosen liegen angeblich auf Halde, ein weiterer Pharma-Hersteller beantragt derweil die Zulassung für sein Vakzin.

Corona-Impfungen in Deutschland: Schnelles Impfen für wirtschaftliche Erholung?

Update vom 16. Februar, 14.12 Uhr: Normal statt Notbetrieb: Um Schulen und Kitas schneller zu öffnen, sollten Lehrkräfte und Erzieher:innen schneller geimpft werden. Stiko-Chef Mertens äußert sich mit klaren Worten zu diesen Forderungen, berichtet Merkur.de*.

Update vom 15. Februar, 18.34 Uhr: Die deutsche Wirtschaft ist von der Corona-Krise regelrecht gelähmt. Schaffen die langsam ansteigende Zahl der Impfungen in Deutschland da Abhilfe?

Fragt man Bundesfinanzminister Olaf Scholz, so könnte rasches Impfen als entscheidend für die wirtschaftliche Erholung sein. Am Rande einer Sitzung der Eurogruppe betonte der SPD-Politiker: „Wenn genügend Impfstoff zur Verfügung steht, muss schnell und flächendeckend geimpft werden.“ Auch Haus- und Betriebsärzte müssten rasch in die Impf-Kampagne miteinbezogen werden.

Update vom 15. Februar, 18.24 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat für den Impfstoff des Herstellers AstraZeneca jetzt die lang erwartete offizielle Empfehlung ausgesprochen. Die Notfallzulassung ist Voraussetzung für UN-Organisationen, um den Impfstoff zu kaufen und zu verteilen. Länder die beispielsweise keine eigenen Prüfkapazitäten haben, können den Impfstoff damit verwenden. EU-Länder, die USA oder Großbritannien sind dagegen nicht von einer WHO-Zulassung abhängig.

Corona-Impfungen: Neue Daten zu Biontech-Impfstoff machen Hoffnung - Verwirrung um AstraZeneca-Dosen

Corona-Impfungen in Deutschland: Fast die Hälfte der Pflegeheimbewohner hat einen vollen Impfschutz.

Update vom 15. Februar, 14.43 Uhr: Guten Nachrichten in Sachen Impfstoff: Der Biontech/Pfizer-Impfstoff gegen Corona scheint einer Datenanalyse in Israel eine hohe Wirksamkeit zu haben. Mehr als 90 Prozent Wirksamkeit wird dem Präparat demnach bescheinigt. Die Krankenkasse Clalit hatte 600.000 Menschen in die Untersuchung einbezogen, deren zweite Impfung mindestens eine Woche zurücklag. Nach Angaben einer Clalit-Sprecherin vom Sonntag gab es in der Gruppe der Geimpften 94 Prozent weniger symptomatische Infektionen wie in einer Kontrollgruppe noch nicht geimpfter Menschen. Bei denjenigen, die sich trotz Impfung infizierten, gab es 92 Prozent weniger schwere Verläufe. Von den 600.000 Menschen in jeder Gruppe waren etwa 430.000 zwischen 16 und 59 Jahren alt, die übrigen 60 und älter. 

Eine andere Analyse hat auch für die Infektiosität von Geimpften positive Ergebnisse ergeben. Menschen, die sich nach einer Corona-Impfung mit dem Erreger Sars-CoV-2 infizieren, reproduzieren anscheinend weniger Viren als Ungeimpfte - und sind damit womöglich weniger ansteckend. Das gelte schon nach einer einzigen Impfdosis, berichteten israelische Forscher über die vorläufigen Daten. 

Corona-Impfungen: Wo sind die AstraZeneca-Dosen? Vier Länder haben null verimpft

Update vom 13. Februar, 13.25 Uhr: Mit dem Impfstoff von AstraZeneca sollte die Corona-Impfaktion in Deutschland Fahrt aufnehmen. Doch laut dem Impfmonitor des Robert-Koch-Institut (RKI) sind in vier Bundesländern null AstraZeneca-Dosen verimpft worden, nämlich in Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen.

Corona-Impfungen: Wo sind die Impfdosen von AstraZeneca? Vier Länder haben null verimpft

Insgesamt sind 31.285 AstraZeneca-Dosen verimpft worden, davon allein 15.033 in Nordrhein-Westfalen. Laut dem Lieferplan der Bundesregierung müssten bis zum 9. Februar 345.600 und diese Woche 391.200 bei den Bundesländern angekommen sein. Aus dem Impfdashboard der Bundesregierung geht diese Diskrepanz jedoch nicht hervor. Zu lesen ist dort nur, dass 345.000 Dosen von AstraZenca bis zum 12. Februar 2021 geliefert wurden.

Allerdings sind am 12. Februar 147.056 Impfungen in Deutschland durchgeführt worden. Das ist ein Höchstwert. 74.272 davon waren Erstimpfungen und 72.329 Zweitimpfungen.

Insgesamt haben 2.635.673 Personen (3,2  Prozent der Gesamt­bevölkerung) eine Erst­impfung erhalten und 1.331.573 Personen bereits die Zweitimpfung.

Corona-Impfungen in Deutschland: Merkel gesteht „Enttäuschung“ 

Update vom 12. Februar, 18.05 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel kann den Frust vieler Bundesbürger über den schleppenden Verlauf der Corona-Impfungen in Deutschland verstehen. „Es gibt eine Enttäuschung und vielleicht hat diese Enttäuschung etwas damit zu tun, dass ich es erstmal faszinierend fand, dass wir überhaupt einen Impfstoff haben nach weniger als einem Jahr“, sagte Merkel im ZDF-“heute-journal“: „Das ist eine Riesenleistung, damit konnte man nicht rechnen.“

Die Bundeskanzlerin gestand aber auch Versäumnisse der Politik ein. Man habe „nicht ausreichend darauf hingewiesen, dass am Anfang nicht für jeden gleich der Impfstoff da ist“, befand Merkel. „Es wurden große Zentren gebaut, die Erwartung war da. Im März werden diese Zentren ausgelastet sein.“ Dies wird man vermutlich nicht schaffen. Möglicherweise hätten das „manche Menschen auch anders erwartet“, meinte die Regierungschefin.

Corona-Impfungen: Hälfte der Pflegeheimbewohner hat vollen Impfschutz

Update vom 12. Februar, 13.41 Uhr: 380.000 Senioren in Pflegeheimen haben inzwischen zwei Impfungen gegen das Coronavirus erhalten. Die Gefahr ist noch nicht gebannt. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) und des Bundesgesundheitsministeriums ist das weniger als die Hälfte der rund 800.000 Pflegeheimbewohner. Doch längst nicht alle Risikopatienten leben in Heimen.  Rund 5,7 Millionen Menschen fallen aufgrund ihres Alters in die höchste Prioritätsstufe für eine Corona-Impfung.

Insgesamt haben bisher mehr als 1,2 Millionen Menschen in Deutschland einen vollen Impfschutz. Eine erste Dosis haben mehr als 2,5 Millionen Menschen und damit 3,1 Prozent der Gesamtbevölkerung erhalten, wie auf dem Impf-Dashboard des BGM zu erfahren ist (Stand: 11. Februar).

Corona-Impfstoff von Curevac - EMA startet schnelle Prüfverfahren

Update vom 12. Februar, 13.13 Uhr: Drei Impfstoffe sind in Deutschland schon zugelassen: die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca. Bald könnte ein vierter folgen. Die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA hat das
schnelle Prüfverfahren für den Impfstoff des Tübinger Herstellers Curevac gestartet. Das teilte die EMA am Freitag in Amsterdam mit.

Vorläufige Ergebnisse von Labortests und klinischen Studien legen nach EMA-Angaben nahe, dass der Curevac-Impfstoff namens CVnCoV die Produktion von Antikörpern und Immunzellen gegen das Coronavirus anregt.

Die Behörde bewertet die Daten nach dem sogenannten Rolling-Review-Verfahren. Dabei werden Daten und Ergebnisse laufend geprüft, auch wenn die Testreihen noch nicht abgeschlossen sind und auch kein Antrag auf Zulassung in der EU gestellt wurde. Das Verfahren ist schneller als herkömmliche Prüfungen, aber ebenso sorgfältig, wie die EMA mitteilte. Wie lange die Prüfung dauern werde, ist unklar.

Corona-Impfungen: Vordrängeln beim Impfen sorgt für Kritik

Update vom 12. Februar, 13.08 Uhr: „Impf-Vordrängler“ sorgen für Kritik. Die Fälle häufen sich. Strafen oder Bußgelder für das Vordrängeln beim Impfen gibt es bisher nicht. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) reagiert jetzt auf die Kritik.

Update vom 11. Februar, 9.13 Uhr: Bundeskanzlerin Merkel erklärt den Corona-Kurs im Bundestag. Sie versteht, den Frust über den schleppenden Impfstart. Doch die Kanzlerin verweist auf den Produktionsstart von Biontech in Marburg (Hessen). Bis zu 750 Millionen Dosen jährlich sollen dort hergestellt werden, wenn der Betrieb richtig angelaufen ist (siehe Update vom 10. Februar, 9.15 Uhr).  Als erster Schritt werde der Botenstoff mRNA* hergestellt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. 

Der Impfstoffhersteller AstraZeneca kündigte unterdessen an, neue Kapazitäten in Deutschland schaffen zu wollen. Die Anlagen sollen in Zusammenarbeit mit der Firma IDT Biologika in Sachsen-Anhalt entstehen, sind voraussichtlich aber erst in mehr als anderthalb Jahren startklar. 

Update vom 10. Februar, 22.45 Uhr: Die Regierungschefin höchstpersönlich ließ es sich nicht nehmen, die von Interessensvertretern sehnlichst erwartete Nachricht zu verkünden.

Und so hatte Angela Merkel (CDU) eine echte Überraschung parat, als die Bundeskanzlerin an diesem Mittwoch im Anschluss der Bund- und Länderkonferenz die neuen Corona-Regeln für Deutschland bis zum 7. März verkündete.

Wie Merkel und die Länderchefs in ihrer Marathonsitzung in digitaler Runde beschlossen, sollen Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher in der Prioritätenliste bei den Impfungen gegen das heimtückische Coronavirus aufrücken - und zwar von der Prioritätsgruppe 3 in die Gruppe 2.

Weil sie in ihrem Job „nicht die Chance haben, die notwendigen Abstände einzuhalten. Deswegen denken wir, dass wir das in der Impfverordnung tun sollten“, erklärte Merkel im Beisein von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Es ist ein Signal, „dass uns Schule und Kita wirklich wichtig sind“, meinte Merkel weiter: „Wir haben eine besondere Schutzpflicht für diese Beschäftigten.“ In der Prioritätsgruppe 2 zu den Corona-Impfungen sind ansonsten die 70- bis 80-Jährigen sowie Menschen mit Demenz und/oder Transplantationen. Beide Berufsgruppen sind damit zum Beispiel noch vor der Feuerwehr und der Polizei an der Reihe.

Eine Hürde gibt es noch - die Impfverordnung zur Corona-Schutzimpfung muss noch entsprechend angepasst werden. Bund und Länder wollen nun die ständige Impf-Kommission bitten eine Änderung zu prüfen.

Corona-Impfungen in Deutschland verlaufen schleppend. Doch laut Kanzlerin Merkel soll sich das schnell ändern.

Corona-Impfungen in Deutschland: „Kapazität der Impfzentren könnte nicht mehr ausreichen“

Update vom 10. Februar, 17.08 Uhr: Noch ist der Impfstoff knapp. Ein Papier des Gesundheitsministeriums lässt allerdings aufhorchen. Deutschland drohen demnach Engpässe bei den Impfkapazitäten.

„Schon im März könnte die Kapazität der Impfzentren nicht mehr ausreichen, um alle verfügbaren Dosen zu verimpfen“, heißt es in dem Papier. Das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) hat für die Regierung eine „Modellierung von Impfszenarien“ erstellt. „Ab Mai entsteht eine Lücke in der Größenordnung von über 3 Millionen Impfungen pro Woche (bis auf circa 7,5 Millionen ansteigend)“, heißt es in der Analyse. Ebenso zeichne sich ab, dass die regionalen Impfzentren auch bei einer späteren Einbeziehung der normalen Arztpraxen noch für längere Zeit parallel weiterbestehen müssten. 

Aufgrund der geplanten Lieferungen könnten im zweiten Quartal im Schnitt pro Tag 698.000 Impfungen möglich werden - nach 273.000 im ersten Quartal. Laut den ZI-Szenarien könnte bereits bis Mitte August für alle Menschen über 18 Jahre ein Impfangebot gemacht werden, wenn alle fraglichen Impfstoffe zugelassen und geliefert werden. Können weiter nur die bereits zugelassenen drei Impfstoffe eingesetzt werden, würde es bis Mitte September dauern. 

Corona-Impfungen: Mehr als eine Million Menschen in Deutschland zweimal geimpft

Update vom 10. Februar, 15.57 Uhr: Holprig und schleppend lief es bei den Corona-Impfungen. Rund sechs Wochen nach dem Impfstart in Deutschland haben rund 2,4 Millionen Menschen eine erste Impfung gegen das neue Coronavirus erhalten. Rund 1,1 Millionen Bundesbürger bekamen darüber hinaus den zweiten Piks für den Schutz vor Sars-CoV-2. Das geht aus den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervor.

Corona-Impfung: Mehr als eine Million Menschen in Deutschland zweimal geimpft

Die Impfungen sind bisher allein für Risikogruppen vorgesehen, die ein besonders hohes Erkrankungsrisiko haben. Unter den Immunisierten sind bundesweit rund 365.140 Pflegeheimbewohner, die durch die zweite Dosis einen Impfschutz aufbauen können. Mehr als eine halbe Million Menschen erhielten die zweite Impfung aufgrund ihres Berufs, zum Beispiel im Bereich Pflege.

Corona-Impfstoff: Nach Lieferproblemen - Biontech startet Produktion in Marburg  

Update vom 10. Februar, 9.11 Uhr: Biontech startet Impfstoffproduktion in Marburg. Ein wichtiges Signal. Erst Mitte Januar war der Produktionsbetrieb von im Pfizer-Werk in Belgien wegen Umbauarbeiten zurückgefahren worden. Das hatte in Deutschland für Lieferengpässe und Frust gesorgt. Das Mainzer Unternehmen Biontech hat das Marburger Werk vor einigen Wochen vom Schweizer Pharma-Konzern Novartis übernommen. Die Anlage musste noch für die Impfstoffproduktion umgestellt werden. Der Marburger Produktionsstandort mit 300 Mitarbeitern gehört, wie swr.de berichtet, zu einem Pharma-Park, wo mehrere pharmazeutische Firmen angesiedelt sind.

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland geht es langsam voran. Mehr als eine Million Menschen in Deutschland sind laut RKI zweimal geimpft.

Update vom 9. Februar, 17.20 Uhr: Bergen die Corona-Impfungen die Gefahr von schweren Nebenwirkungen? Ein deutscher Virologe klärt nun auf - mit einem markanten Covid-19-Vergleich (siehe Link).

Corona-Impfungen: WHO glaubt weiter an den Astrazeneca-Impfstoff

Update vom 9. Februar, 8.22 Uhr: Die WHO und die Covax-Initiative warnen davor, den Astrazeneca-Impfstoff vorzeitig abzuschreiben - dafür sei es „viel zu früh“ sagte der Leiter der Forschungsallianz Cepi am Montag vor Journalisten. Im Kampf gegen das Coronavirus sei es „absolut entscheidend“, alle verfügbaren Mittel „so effektiv wie möglich zu nutzen“.

Cepi, die Impf-Allianz Gavi und die WHO leiten gemeinsam die sogenannte Covax-Initiative, die sich der fairen Verteilung von Corona-Impfstoffen auch in Entwicklungsländer verschrieben hat. In der ersten Jahreshälfte will Covax mehr als 337 Millionen Corona-Impfstoffdosen in insgesamt rund 145 Ländern verteilen - fast alle der Dosen sollen von Astrazeneca kommen.

Studien hatten zuletzt jedoch Zweifel an der Wirksamkeit des Präparats aufkommen lassen. Mehrere europäische Länder - darunter auch Deutschland - haben den Impfstoff bisher nur für die Unter-65-Jährigen zugelassen, weil belastbare Daten für die Wirksamkeit des Impfstoffs bei älteren Menschen fehlen. Südafrika verkündete sogar, den Start seiner Impfkampagne zu verschieben.

Studien zu Astrazeneca-Impfstoff „besorgniserregend“ - aber bislang zu wenig Daten

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bezeichnete die Studienergebnisse als "eindeutig besorgniserregend". Zugleich verwies er auf einige "wichtige Vorbehalte" gegenüber der Studie. So sei diese mit nur 2000 Teilnehmern klein gewesen.

Die Leiterin des Bereichs Impfstoffe der WHO, Kate O'Brien, wies auch auf andere Studien hin, die gezeigt hätten, dass der Astrazeneca-Impfstoff gegen schwere Verläufe von Covid-19 schützen könne - auch bei Infektionen mit der zuerst in Südafrika entdeckten Mutante B.1.351.

Corona: Spahn gegen frühere Impfung von Lehrern - Land stoppt Impfungen mit Astrazeneca-Vakzin

Update vom 8. Februar, 20.45 Uhr: Die EU-Kommission hat beim Hersteller Biontech/Pfizer bis zu 300 Millionen zusätzlicher Dosen des Corona-Impfstoffs georderte. Das teilte ein Kommissionssprecher mit. Die Kommission habe am Montag eine zweite Abmachung mit den Unternehmen angenommen. Demnach seien 200 Millionen Dosen fest bestellt, auf weitere 100 Millionen hält Brüssel eine Option.

Die ersten 75 Millionen Dosen dieser zweiten Impfstoff-Bestellung sollen im zweiten Quartal geliefert werden, so die Angaben der EU-Kommission. Der restliche Corona-Impfstoff dann bis Ende 2021.

Biontech/Pfizer: Impfstoff wirkt gegen Corona-Mutationen aus Südafrika und Großbritannien

Update vom 8. Februar, 19.40 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer wirkt einer aktuellen Labor-Studie zufolge gegen die erstmals in Südafrika und Großbritannien aufgetauchten Corona-Varianten. Die Unternehmen teilten am Montag laut dpa mit, die Daten seien im Fachblatt Nature Medicine veröffentlicht worden. Im Labor habe sich gezeigt, dass das Blut von 20 mit dem Corona-Impfstoff geimpften Personen die Schlüsselmutationen der Virus-Varianten neutralisiere, in dem Blut also ausreichend neutralisierende Antikörper waren. 

Update vom 8. Februar, 16.50 Uhr: Die britische Regierung hält Zweifel am Astrazeneca-Impfstoff trotz einer offenbar verminderten Wirkung gegen die südafrikanische Corona-Variante für unangebracht. Gegen die bislang in Großbritannien vorherrschenden Varianten seien sowohl das Vakzin von Biontech und Pfizer als auch das von Astrazeneca offenbar wirksam, schrieb Impf-Staatssekretär Nadhim Zahawi am Montag in einem Gastbeitrag im Telegraph.

„Ein Impfstoff mit verminderter Wirksamkeit bei der Verhinderung von Infektionen kann trotzdem eine gute Wirksamkeit bei der Vermeidung schwerer Verläufe, Krankenhausaufenthalten und Todesfällen aufweisen“, betonte Zahawi.

Corona-Impfung in Deutschland: Spahn gegen frühere Impfung von Lehrern und Erziehern

Update vom 8. Februar, 15.56 Uhr: „Die neue Impfverordnung tritt heute in Kraft“, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei einer Pressekonferenz in Berlin. Wenn am Abend Impfdosen übrig sind, könne jetzt von der Impfordnung abgewichen werden.„Wegwerfen“ sei keine Option. Man müsse dafür allerdings noch eine Systematik finden. Weitere Details nannte der Minister nicht.

Mit Blick auf die Corona-Mutationen verwies Spahn auf die Wirksamkeit aller Corona-Impfstoffe. „Wirklich schwere Erkrankungen können - Stand 8. Februar mittags - vermieden werden“, so Spahn. Eine Wahlmöglichkeit beim Impfstoff werde es nicht geben.

Eine Priorisierung von Lehrer:innen und Erzieher:innen bei der Corona-Impfung sei derzeit ebenfalls keine Option, erklärte Spahn. Auch nach der am Montag in Kraft getretenen veränderten Corona-Impfverordnung zählen Lehrkräfte und Kita-Beschäftigte erst zur Prio-Gruppe drei. Bei den Schulen gehe es um die Frage: „Sind Schulen Drehscheiben für das Virus?“ Wenn dies wegen des Aufeinandertreffens von Menschen aus vielen Haushalten der Fall sei, müssten eigentlich auch Eltern geimpft werden. „Das erfordert Impfdosen in einer Zahl, wie wir sie jetzt im Februar noch nicht haben“, so Spahn

Corona: Südafrika stoppt Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff

Update vom 8. Februar, 10.59 Uhr: Nachdem eine Studie auf eine begrenzte Wirkung des Astrazeneca-Impfstoffs gegen die im Land aufgetauchte Corona-Variante hindeutet, hat Südafrika geplante Impfungen mit dem Vakzin vorerst gestoppt. Studien zum Astrazeneca-Wirkstoff in Südafrika hätten gezeigt, dass die klinische Wirksamkeit wesentlich verringert sei, sagte am Salim Abdool Karim, der Leiter des Corona-Beratungskomitees der Regierung.

„Also muss die Einführung des Astrazeneca-Impfstoffs vorübergehend unterbrochen werden“, so Karim. Gesundheitsminister Zweli Mkhize erklärte, es müsse noch mehr Arbeit getan werden, um das Problem zu verstehen. Die südafrikanische Regierung will nun die Einführung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson beschleunigen.

Corona-Impfung: Lauterbach mit nächstem Astrazeneca-Dämpfer

Update vom 8. Februar, 8.59 Uhr: Während sich hierzulande bereits ein Streit um Vorrang bei bestimmten Corona-Impfstoffen abzeichnet, verschiebt Südafrika den Start seiner AstraZeneca-Impfkampagne. Zunächst müssten die Fragen, die sich aus einer aktuellen Untersuchung ergäben, geklärt werden, sagte Gesundheitsminister Zweli Mkhize am Sonntag.

Der Studie zufolge ist der Impfstoff nicht umfassend wirksam gegen die südafrikanische Mutation namens B.1.351 (die in Großbritannien entdeckte wird B.1.1.7 genannt).

Davor warnte am Montag auch SPD*-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: „Während Astra bei B.115 noch 75% wirkt fällt Wirkung auf 10% (!) bei B.1351. Daher wurde Impfung Astra in Südafrika gestoppt. Auch kein Schutz durch Vorinfektion. Nach B.1351 müssen wir gezielt suchen!“, twitterte der Politiker.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (Mitte) gestikuliert während eines Gesprächs mit Innenminister Horst Seehofer und Gesundheitsminister Jens Spahn im Bundestag.

Nächster Astrazeneca-Dämpfer: Corona-Impfstoff zeigt nur begrenzte Wirkung gegen Südafrika-Variante

Unsere Erstmeldung vom 7. Februar: München - Trotz teils sinkender Inzidenzwerte wagen zahlreiche Politiker und Wissenschaftler noch nicht, massive Corona-Lockerungen zu fordern. Zu groß ist die Angst, dass die Virusmutationen aus Großbritannien und vor allem aus Südafrika in Deutschland wüten. Zu groß die Sorge vor einer dritten Welle.

Neue Studienergebnisse bezüglich der Wirksamkeit des Astrazeneca-Vakzins scheinen diesen Bedenken nun neuen Nährboden zu geben. Denn laut Studiendaten der Universitäten Oxford und Witwatersrand hat der Impfstoff bei der Südafrika-Variante (B.1.351) eine nur recht eingeschränkte Wirkung. Laut der Daten wirke das Vakzin zwar bei schweren Krankheitsverläufen, doch bei leichten sowie mittelschweren Erkrankungen sei die Wirkung deutlich reduziert. Astrazeneca will am Montag die erhobenen Studienergebnisse veröffentlichen - die „Financial Times“ berichtete bereits über die Studie.

Impfstoff von Astrazeneca nicht bei südafrikanischer Corona-Variante wirksam? Studie lässt Fragen offen

Dem Bericht zufolge gibt es bei der Aussagekraft der Ergebnisse allerdings Einschnitte, da zum einen nur 2000 Probanden an der Studie teilgenommen haben und zum anderen die Mehrheit der Probanden jung und gesund war. Weiter müssen die Daten der Studie zunächst von unabhängigen Experten geprüft werden.

„Wir glauben, dass unser Impfstoff gegen eine schwere Erkrankung schützen kann, da die Aktivität neutralisierender Antikörper genauso funktioniert wie bei anderen Covid-19-Vakzinen, die gegen schwerere Erkrankungen funktionieren - besonders wenn der Abstand zwischen den beiden Dosen auf acht bis zwölf Wochen optimiert ist“, wird ein Sprecher von Astrazeneca im Bericht der „Financial Times“ zitiert.

Astrazeneca mit nächstem Dämpfer - im Herbst soll angepasster Impfstoff lieferbar sein

Nach dem Liefer-Zoff mit der EU und der Hiobsbotschaft, dass zunächst nur Menschen unter 65 Jahren der Astrazeneca-Impfstoff verabreicht werden sollte, stellen die aktuellen Studienergebnisse den nächsten Dämpfer aufseiten des schwedisch-britischen Impfstoffherstellers dar. Immerhin soll das Vakzin bei der in Großbritannien entdeckten Corona-Mutation B.1.1.7 wirksam sein.

Um den Impfstoff zukünftig auch gegen die südafrikanische Corona-Mutante einsetzen zu können, soll er laut dem Pharmakonzern entsprechend angepasst werden. Einem Firmensprecher zufolge könne das angepasste Vakzin dann voraussichtlich im Herbst ausgeliefert werden.

Hinsichtlich der südafrikanischen Corona-Variante müssen wohl auch andere Impfstoffhersteller Anpassungen vornehmen. Laut dpa hat sich die Mutante, auch bekannt unter den Namen 501Y.V2, auch bei Tests anderer Hersteller als deutlich resistenter gezeigt. (kus)

Rubriklistenbild: © Dorothée Barth/dpa

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