Christian Drosten sprach im NDR-Podcast über Impfstoffe.
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Christian Drosten sprach im NDR-Podcast über Impfstoffe.

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Corona-Impfstoff: Virologe Drosten nennt zwei Möglichkeiten - „hoffnungsvolle Anfangsdaten“

  • Michelle Brey
    vonMichelle Brey
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In der Corona-Krise ist er eine viel beachtete Stimme: Virologe Christian Drosten. In einer neuen Folge des NDR-Podcast sprach er über genbasierte Impfstoffe.

  • Das Coronavirus* hält die Welt in Atem.
  • Im NDR-Podcast steht Virologe Christian Drosten seit einigen Wochen Rede und Antwort.
  • Am Donnerstag sprach er über mögliche Impfstoffe und eine Beschleunigung der Impfstoff-Zulassung.

Berlin - Das Coronavirus* hält seit Wochen die Welt in Atem und stellt Staaten auf allen Kontinenten vor gewaltige Probleme. Schutzmaterialien sind knapp und schwer zu beschaffen, Krankenhäuser und medizinisches Personal kämpfen Tag für Tag am Limit der Belastbarkeit gegen das Coronavirus Sars-CoV-2

Indes sind die Bemühungen groß, die Forschung nach einem potenziellen Impfstoff so schnell wie irgend möglich voranzutreiben. Im Podcast des NDR nahm sich der allseits bekannte Virologe Christian Drosten Zeit, um über verschiedene Ansätze der Impfstoff-Forschung* zu sprechen. 

Coronavirus in Deutschland: Träger-Impfstoffe als Lösung

Zu Beginn des Podcasts kam Drosten* auf Abkürzungen bei der Impfstoff-Zulassung zu sprechen. „Abkürzungen“, so Drosten, „sind nicht nur denkbar, sondern auch schon längst vorgesehen.“ So könne man sogenannte Vektor- bzw. Träger-Impfstoffe nutzen, die man bereits kennt. Als Beispiel nennt Drosten den Träger-Impfstoff MVA (modified vaccinia ankara). „Das ist eine Vaccinia-Virusvariante. Damit hat man früher Pockenimpfungen gemacht und das ist ein extrem gut verträglicher Impfstoff-Träger“, erklärte Drosten. 

So sei es möglich, in dieses System Proteine oder Antigene aus dem neuen Coronavirus „hineinzuklonieren“ und letzten Endes eine Immunantwort auf die Proteine des Coronavirus zu erhalten. Durch Träger-Impfstoffe seien im Vorhinein schon so viele Fragen durch vergangene Erkenntnisse geklärt, dass sich der Prozess der Impfstoff-Zulassung beschleunigen lasse. Demzufolge sei es denkbar, die sogenannte präklinische Phase einer Impfstoff-Zulassung abzukürzen.

Coronavirus in Deutschland: Weitere Ansätze für einen möglichen Impfstoff

Um Tiermodelle komme man in der Impfstoff-Zulassung jedoch nicht herum, erklärt Drosten. So würden sich aktuell aufgrund neuer Erkenntnisse über das Virus* gute Tiermodelle herauskristallisieren - jedoch bedeute dies nicht, dass jedes davon auch ein gutes Impfmodell sei. „Das Immunsystem der Tiere ist zum Teil etwas unterschiedlich von dem des Menschen und häufig ist das Krankheitsbild bei diesen Tieren gar nicht ausgeprägt.“ 

Drosten zufolge gebe es zwei Ansätze für einen möglichen Impfstoff. Einerseits seien sogenannte Totimpfstoffe (inaktivierter Impfstoff, enthält nur getötete Krankheitserreger) eine Möglichkeit. Die zweite Möglichkeit, die der Virologe nennt, sind sogenannte vektorbasierte Lebendimpfstoffe (abgeschwächte Viren), wie man sie beispielsweise von der Grippe - oder auch der Tetanus-Impfung kennt. 

Schwer zu sagen sei es, welche Variante die bessere ist. So gebe es „hoffnungsvolle Anfangsdaten für beide Wege“. Eine Impfstoffentwicklung sei ein unglaublich großes Projekt, betont Drosten. „Bei dem ganz simplen Weg des einfachen Totimpfstoffs, da muss man ganz genau hingucken und ganz vorsichtig sein wegen der Gefahren.“ Hier nennt Drosten beispielsweise eine durch Antikörper vermittelte Verschlimmerung des Virus

Potenzial sehe er jedoch in genbasierten Impfstoffen. Dies sei es sehr moderner und schneller Weg. Dabei, so erklärte Drosten, werde eine rein genetische Information in Form von DNA oder RNA verimpft.

"Das wären vielleicht auch Impfstoffe, die ganz schnell zur Verfügung stehen, dann aber noch nicht in so breiter Masse verimpft werden können", erklärt der Virologe. Denn: genbasierte Impfstoffe würden einen ganzen Produktionsschritt in der biotechnologischen Industrie umgehen.

Coronavirus in Deutschland: Wann wird es einen Impfstoff geben?

„Alle sind extrem bemüht und alle sprechen, wo man noch Zeit gewinnen kann. Denn es ist ja so, die wirkliche Entlastung der Situation kommt durch einen Impfstoff“, sagt der Virologe. Am Ende, so Drosten, sei der Prozess an sich im Großen und Ganzen jedoch nicht zu maßgeblich beschleunigen. „Allerfrühestens werden wir einen Impfstoff nächstes Jahr um diese Zeit haben.“ 

Zuletzt sprachDrosten im Podcast über die enorm hohen Zahlen der Infizierten und Todesfälle in Italien. Zehn goldene Regeln, um gut durch die Zeit der Kontaktverbote zu kommen, finden Sie bei Merkur.de*.

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