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Was nützen Impfung und Booster gegen Omikron? Das müssen Geimpfte laut Experten jetzt wissen

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Von: Luisa Billmayer

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Eine Arzthelferin klebt den Nachweis einer dritten Impfung gegen das Corona-Virus in ein Impfbuch. (Symbolbild)
Eine Arzthelferin klebt den Nachweis einer dritten Impfung gegen das Corona-Virus in ein Impfbuch. (Symbolbild) © Wolfgang Kumm/dpa

Mit der Omikron-Variante scheint sich die Corona-Lage auch für bereits geimpfte Personen zu verändern. Die wichtigsten Fragen, was jetzt zu tun ist, mit Expertenansichten beantwortet.

Die neu aufgetauchte Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich derzeit in vielen Regionen der Welt aus. An handfesten Erkenntnissen arbeiten Forscherinnen und Wissenschaftler aktuell noch. Weil die Mutation recht neu ist, ist sie noch nicht besonders gut erforscht.

Erste Studienergebnisse lassen aber vermuten, dass die bisher - eigentlich für andere Varianten - entwickelten Impfstoffe nicht so gut gegen eine Omikron-Infektion schützen. Deshalb an der Impfung zu zweifeln und auch Booster infrage zu stellen, halten zahlreiche Expertinnen und Experten aber für falsch. Wichtige Fragen anhand deren Einschätzungen beantwortet:

Bringt es was, mich jetzt noch mit der ersten Dosis impfen zu lassen?

„Zum jetzigen Zeitpunkt werden in Deutschland, wie auch im europäischen Ausland immer noch praktisch alle Infektionen durch die Delta-Variante (B.1.617.2) verursacht“, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Wochenbericht vom 09.12.2021. Über die letzten Wochen hat sich gezeigt, dass die Corona-Impfung gut gegen die Delta-Variante schützt. Impfdurchbrüche gibt es. Diese verlaufen allerdings meist mild, sodass geimpfte Infizierte deutlich seltener im Krankenhaus oder intensiv-medizinisch behandelt werden müssen, wie das RKI in seinem Bericht festhält.

Inwiefern schützt mich die Impfung gegen Omikron?

Mit dieser Frage beschäftigen sich zahlreiche Wissenschaftlerinnen, Experten und Labore. Eine eindeutige Antwort scheint es noch nicht zu geben, doch Tendenzen deuten in eine Richtung. Auch vollständig geimpfte und geboosterte Personen können durch die Omikron-Variante des Coronavirus erkranken. Erste Erkenntnisse deuten jedoch darauf hin, dass sie eher milde Symptome zeigen. Die Virologin Sandra Ciesek teilte eine Studie mit dieser Tendenz auf Twitter. Auch Christian Drosten sprach am Donnerstag über diese Erkenntnisse. In einem Interview in den Tagesthemen merkte der Charité-Virologe jedoch an, dass die individuelle Immunität jedes einzelnen Landes beeinflusst, wer sich infiziert und wie schwer die Verläufe sind.

Sollte ich mich boostern lassen?

Auch wenn noch weitere Ergebnisse ausstehen, sind sich anerkannte Experten und Wissenschaftlerinnen einig. „Jeder, der kann, soll sich jetzt sofort boostern lassen“, erklärte Christian Drosten in den Tagesthemen. Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat dazu eine eindeutige Ansicht. „Die Daten zur Gefahr durch die Omikron-Variante werden mehr und klarer. Trotzdem gilt nach allem, was wir bisher an Erkenntnissen haben, dass Booster-Impfungen einen guten Schutz liefern“, schrieb er am Mittwoch auf Twitter.

Sandra Ciesek veröffentlichte am Mittwoch auf Twitter zudem, dass der Schutz der ersten und zweiten Biontech-Impfung gegen Omikron relativ schnell abbaut. Auch nach der dritten Impfung scheint der Schutz gegen Omikron ihren Studien-Ergebnissen zufolge deutlich geringer als gegen die Delta-Variante auszufallen. Melanie Brinkmann, Virologin an der Technischen Universität Braunschweig, zieht aus den Erkenntnissen folgendes Fazit: „Daraus ergibt sich weiterhin die klare Empfehlung, die dritte Impfung so schnell wie möglich wahrzunehmen.“

Sollte ich auf Impfstoffe warten, die konkret vor der Omikron-Variante schützen?

Sowohl ein sehr guter Schutz des Boosters vor Erkrankungen mit der weit verbreiteten Delta-Variante, als auch ein leichter Schutz vor Omikron-Infektionen sprechen dafür, nicht länger zu warten. „Es wird noch eine Weile dauern, bis die angepassten Impfstoffe in ausreichender Menge verfügbar sind“, bringt es Melanie Brinkmann auf den Punkt. Die Hersteller Biontech und Pfizer erklärten, dass sie damit rechnen, im März 2022 einen Wirkstoff, der direkt auf die Omikron-Variante zielt, bereitstellen zu können. Auch der Impfstoff-Entwickler Moderna rechnet laut Chef des Pharmakonzerns, Paul Burton damit, Anfang 2022 mit der Herstellung zu beginnen. (lb) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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