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Corona: Acht Faktoren erhöhen das Risiko für einen „schweren Impfdurchbruch“

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Von: Christina Denk

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Immer wieder infizieren sich auch geimpfte Personen mit Corona. Die Verläufe sind meist mild. Bestimmte Faktoren können aber einen schweren Impfdurchbruch begünstigen.

Druid Hills - Eine Infektion mit dem Coronavirus trotz Impfung? Das ist möglich und passiert seit der Ausbreitung der Omikron-Variante häufiger. Die Vakzine schützen vor allem vor einem schweren Verlauf, nicht aber zwangsläufig vor einer Ansteckung mit Corona. Dennoch gibt es vereinzelt geimpfte Personen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen - die Rede ist dann von „schweren Impfdurchbrüchen“. Eine Studie aus den USA hat nun die Risikofaktoren ermittelt, die dazu beitragen können.

Immer mehr Impfdurchbrüche in Deutschland: Kein Zeichen für eine geringere Impfwirkung?

Mit Omikron steige die Zahl der Impfdurchbrüche an, meldete das Ärzteblatt im Dezember. Insgesamt wurden in Deutschland seit Februar 2021 etwa 600.000 Impfdurchbrüche erkannt, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilt. Diese sind laut dem Institut allerdings kein Zeichen für einen schlechten Impfschutz. „Je mehr Personen in einer Bevölkerung geimpft sind (hohe Impfquote), umso mehr Impfdurchbrüche beobachtet man“, informiert es in seinem Wochenbericht. Denn: Keiner der Impfstoffe, die aktuell in der EU zugelassen sind, habe einen Infektionsschutz von 100 Prozent.

Bei einer Impfquote von aktuell 72,5 Prozent (Zweitimpfung, Stand: 14. Januar) ist eine höhere Zahl an Impfdurchbrüchen also erwartbar. Und eine hohe Impfquote hilft: „Auf die gesamte Bevölkerung bezogen werden bei einer hohen Impfquote weniger Personen erkranken als bei einer niedrigen Impfquote“, so das RKI.

Schwerer Impfdurchbruch: Studie ermittelt, wer besonders betroffen ist

Woran liegt es also, dass manche Menschen trotz Impfung mit Covid-Symptomen im Krankenhaus landen? Dieser Frage sind Forscher des Centers for Disease Control and Prevention in den USA nachgegangen. In ihrer Studie ermittelten sie acht Faktoren, die das Risiko für einen schweren Impfdurchbruch erhöhen.

Trotz Impfung landen immer wieder einige wenige Patienten auf der Intensivstation. Eine Studie hat nun Risikofaktoren ermittelt.
Trotz Impfung landen immer wieder einige wenige Patienten auf der Intensivstation. Eine Studie hat nun Risikofaktoren ermittelt. © Peter Kovalev/Imago

Insgesamt analysierten die Forscher dabei Daten von über 1,2 Millionen Menschen, die im Zeitraum von Dezember 2020 bis Oktober 2021 gegen das Coronavirus grundimmunisiert wurden - also vor Omikron. Die Personen erhielten entweder zwei Dosen von Biontech oder Moderna oder eine Dose des Johnson und Johnson Impfstoffes.

Nur 2246 Personen der geimpften Personen steckten sich in der Studie mit dem Coronavirus an. Das sind laut den Angaben der Forscher 0,02 Prozent. 327 davon wurden im Krankenhaus behandelt, 189 zeigten einen schweren Verlauf. Diese gingen mit Atemnot, nicht invasiver und invasiver Beatmung und der Aufnahme auf der Intensivstation einher.

Corona: Schwerer Impfdurchbruch - Das sind die Risikofaktoren

Alle 189 schwer erkrankten Geimpften in der Studie hatten eine Gemeinsamkeit. Sie besaßen mindestens einen Risikofaktor. Anhand der analysierten Daten ermittelten die Forscher acht dieser Risikofaktoren, die zu schweren Verläufen bei Geimpften führten.

Unter den untersuchten geimpften Coronapatienten waren außerdem 36 Personen, die mit dem Virus starben. Etwa 78 Prozent davon hatten vier oder mehr der oben genannten Risikofaktoren. Das Geschlecht oder der verwendete Impfstoff spielten keine Rolle bei einer schweren Erkrankung oder einem Sterbefall. Die Studie bezieht sich auf die Delta-Variante und andere Mutationen zuvor, betonen die Forscher. Ob sich das gleiche Muster bei Omikron zeigt, sei nicht bestätigt.

Schwerer Impfdurchbruch: Experten empfehlen Booster-Impfung

Wie die Forscher erklären, ist „die Impfung gegen Sars-Cov-2 hochwirksam bei der Verhinderung von Krankenhausaufenthalten und Todesfällen im Zusammenhang mit COVID-19“, so die Studie. Auch eine Booster-Impfung nach der Grundimmunisierung habe sich als wirksam erwiesen, um das Risiko einer Ansteckung zu verringern.

Ähnliche Empfehlungen kamen zuletzt von der STIKO (Ständigen Impfkommission). Diese hatte die Booster-Impfung ab 12 Jahren empfohlen. Vor allem gegen die Omikron-Variante erhöhe sie den Schutz noch einmal. Und auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warb erst kürzlich für die Booster-Impfung als wirksames Mittel gegen einen schweren Verlauf. „Die Booster-Impfung verhindert selbst für Ältere den schweren Verlauf zuverlässig. Das muss unser Ziel sein“, schrieb er auf Twitter und verwies auf Daten aus Großbritannien. Kommt also auch ein vierter Pieks? Daten aus Israel verpassten entsprechenden Erwartungen zuletzt einen Dämpfer. (chd) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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