1. Startseite
  2. Welt

Start der Corona-Impfungen - doch diese Nebenwirkungen haben die Impfstoffe

Erstellt:

Kommentare

Schwellung, Schmerzen, Fieber – Corona-Impfstoffe können Nebenwirkungen haben. Das ist zwar unangenehm, in den allermeisten Fällen aber kein Grund zur Sorge.

München - Am Ende ging es doch deutlich schneller als gedacht. In Deutschland werden schon seit Ende Dezember Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Die Vakzine sollen die Menschen Schritt für Schritt gegen die Krankheit immunisieren. Verwendet wird aber zunächst nur de Wirkstoff der Firmen Biontech und Pfizer. Er hat von Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) eine reguläre Zulassung erhalten und wurde vom Paul-Ehrlich-Institut, einem offiziellen Kontrolllabor, freigegeben. In den USA hat indessen auch das Präparat von Moderna schon eine Notzulassung erhalten.

Mit diesem hohen Tempo fühlen sich viele Menschen aber nicht richtig wohl, dauert es doch sonst deutlich länger bis solche Medikamente zugelassen werden. Besondere Angst haben viele vor den Nebenwirkungen. Womit muss man also direkt nach der Impfung rechnen?

Biontech & Moderna: Darum ist die Wirkweise der Impfstoffe ungefährlich

Bei beiden Impfstoffen handelt es sich um sogenannte mRNA-Vakzine. Das Wirkungsprinzip stammt aus der Krebsforschung, wo solche Mechanismen seit vielen Jahren untersucht werden. Vereinfacht erklärt: Durch den Impfstoff wird bestimmten Zellen im Körper die Erbinformation des Virus als RNA „mitgeteilt“. Diese Erbinformation kann als Bauplan für einzelne Virusproteine verstanden werden. Die Immunzellen kommen mit diesem Bauplan in Kontakt und beginnen zunächst damit ihn selbst nachzubilden, stufen ihn dann als feindlich und gefährlich ein. Sie vermehren sich dann schlagartig, um ihn abzuwehren und speichern ihn für die Zukunft ab. Bei diesem Vorgang wird kein echter Krankheitserreger injiziert, der Bauplan für sich ist ungefährlich.

Corona-Impstoff in Deutschland: Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Nebenwirkungen können natürlich wie bei jedem Medikament dennoch auftreten. In klinischen Studien wurden bisher bei keinem der beiden Impfstoffe schwere Nebenwirkungen festgestellt. Konkret wurde in Deutschland bisher nur das Präparat von Biontech/Pfizer bewertet. Dabei unterscheidet das Robert Koch-Institut (RKI) zwischen lokalen Reaktionen an der Einstichstelle und systemischen Reaktionen des Körpers.

So können an der Injektionsstelle am Arm Rötungen und Schwellungen auftreten. In der klinischen Testphase berichteten laut RKI außerdem 83 Prozent der Geimpften von lokalen Schmerzen. Juckreiz sowie Schmerzen in den Gliedmaßen kommen jedoch äußerst selten vor, berichtet ruhr24.de*. Generische Reaktionen des Körpers waren außerdem häufig Abgeschlagenheit sowie Kopf- und Muskelschmerzen. Manche berichteten auch von leichtem Fieber und Schüttelfrost. Einige Nebenwirkungen könnten allerdings auch noch unbekannt sein, gibt 24hamburg.de zu Bedenken.

Lokale Reaktionen an der EinstichstelleSystemische Reaktionen des Körpers
RötungenAbgeschlagenheit
SchmerzenKopf- und Muskelschmerzen
SchwellungenFieber
Schüttelfrost

Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe: Sind sie gefährlich?

Alle oben aufgeführten Reaktionen sind laut RKI und Paul-Ehrlich-Institut aber bei Impfungen durchaus üblich. Der Körper zeige so, dass er die neuen Informationen verarbeite und für den Ernstfall übe. Im Grunde reagiert das Immunsystem also richtig und wehrt die „Eindringlinge“ ab. Im Allgemeinen klingen diese Symptome nach ein bis zwei Tagen wieder ab. Das RKI räumt aber ein, dass unter Umständen sehr seltene Nebenwirkungen erst im Verlauf der Impfungen erfasst werden. Das war aber trotz des jetzt vereinfachten Verfahrens auch bei anderen Impfstoffen bereits der Fall. Die Sicherheit des Impfstoffs bleibe oberste Priorität.

So gab es bei den Corona-Impfstoffen in den USA und in Großbritannien einzelne Fälle von ungewöhnlichen Reaktionen. So zeigten schnell nach dem Impfstart vier Menschen eine schwere allergische Reaktion auf ihnen verabreichte Impfstoffe. Zwei Menschen im Vereinigten Königreich sowie zwei Mitarbeiter eines Krankenhauses in Alaska reagierten sehr schlecht auf die Impfstoffe. Bei ersteren beiden Fällen handelte es sich um Allergiker, die bereits eine entsprechende medizinische Vorgeschichte aufwiesen. Bei den anderen beiden war dies nicht der Fall.

Schwere Nebenwirkungen bei Allergien: Sind die Impfstoffe auch für Allergiker sicher?

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC sprach nun nach vermehrten Berichten über allergische Reaktionen neue Empfehlungen für Allergiker aus, wie Spiegel berichtet. Menschen mit entsprechenden Vorerkrankungen sollen vor der Impfung einen Arzt konsultieren. Allgemein ausgeschlossen sei es aber nicht, dass auch Personen mit Allergien sich impfen lassen können.

Auch der Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen, Ludger Klimek, macht Mut. Allergische Reaktionen auf Impfstoffe
seien nicht ungewöhnlich und kämen sehr selten vor. „Nur sehr wenige Personen werden wohl aufgrund des Allergie-Risikos von einer Impfung ausgeschlossen werden müssen“, sagt der Medizinprofessor. *ruhr24.de und 24hamburg.de sind Teil des Ippen-Redaktionsnetzwerks.(mam mit dpa-Material)

Auch interessant

Kommentare