Kampf gegen das Coronavirus: eine Intensivstation in der Covid-19-Krise. (Symbolbild)
+
Kampf gegen das Coronavirus: eine Intensivstation in der Covid-19-Krise. (Symbolbild)

13 Todesfälle wurden untersucht

Todesfälle nach Corona-Impfungen: Gesundheitsbehörde stellt wichtigen Punkt klar - und rät zu Abwägung

  • Patrick Mayer
    vonPatrick Mayer
    schließen

Ganz vereinzelt gibt es Todesfälle nach Impfungen gegen das Coronavirus. Die Anzeichen mehren sich, dass die Toten hohen Alters und aus Pflegeheimen sind. Eine Behörde spricht sich für Abwägung aus.

München/Oslo - Es ist eine Nachricht, die Impf-Skeptiker in der Coronavirus-Pandemie mutmaßlich hellhörig macht. In Norwegen wurden zuletzt laut tagesschau.de 13 Todesopfer untersucht, die kurz nach einer Impfung gegen die heimtückische Lungenkrankheit Covid-19 verstorben sind.

Coronavirus-Impfungen: In Norwegen wurden 13 Todesfälle untersucht

Aber: Wie das norwegische Portal Faktisk berichtet, hat die norwegische Arzneimittelbehörde keinen Zusammenhang zwischen den Todesfällen und den verabreichten Impfstoffen feststellen können.

Insgesamt sind in dem skandinavischen Land bisher 33 Todesfälle (Stand 20. Januar) nach Impfungen gegen Corona bekannt.

Die norwegische Arzneimittelbehörde schreibt laut Faktisk dazu: „Bei mehreren dieser Todesfälle gibt die Person, die sie gemeldet hat, an, dass sie keinen Zusammenhang mit dem Impfstoff vermutet und dass die Ursache eine Grunderkrankung war, aber dass sie den Tod nur für den Fall gemeldet hat.“

Tote nach Coronavirus-Impfungen: Alle untersuchten Todesopfer waren aus Pflegeheimen und über 80

Unabhängig davon könne man nicht ausschließen, dass häufige Nebenwirkungen zu schwerwiegenden Folgen für gebrechliche Patienten beigetragen haben könnten, heißt es im Bericht der norwegischen Arzneimittelbehörde. In Norwegen werden - wie in vielen anderen Ländern auch - zuerst die Über-80-Jährigen sowie das Gesundheitspersonal geimpft. Die Impfstoffe brauchen teils mehrere Wochen und eine Auffrischung, um ihre Wirkung zu entfalten.

Wie Faktisk weiter schreibt, ereigneten sich alle der untersuchten 13 Todesfälle in Pflegeheimen und die Todesopfer waren über 80 oder sogar über 90 Jahre alt. „Sie litten an schweren Grunderkrankungen und ‚schwerer Gebrechlichkeit‘“, heißt es in dem Bericht.

Corona-Risikogruppen: Nebenwirkungen bei Coronavirus-Impfungen werden nicht ausgeschlossen

In Deutschland hatte der Todesfall einer 90-jährigen Seniorin aus Weyhe bei Bremen nach einer Corona-Impfung für Aufsehen gesorgt. Die Staatsanwaltschaft Verden ließ daraufhin eigens eine Obduktion durchführen - bei der ebenfalls kein Zusammenhang mit der Impfung gegen das Virus festgestellt wurde.

In Norwegen hat das Institut für Gesundheit (Folkehelseinstituttet) medizinisches Personal laut tagesschau.de nun nochmal explizit darauf hingewiesen, „dass für extrem gebrechliche Menschen und Schwerstkranke schon kleine Nebenwirkungen wie eine allergische Reaktion ernsthafte Konsequenzen haben könnten“.

Mit Blick auf Patienten mit geringer Lebenserwartung auf Intensivstationen werde dazu geraten, eine Abwägung zu treffen, ob geimpft werden soll oder nicht. (pm)

Auch interessant

Kommentare