„Kann immer was schiefgehen“

Corona-Hammer! Wann sind genügend Deutsche geimpft? Jens Spahn korrigiert Prognose plötzlich - und deutlich

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
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Wann sind in Deutschland ausreichend Bürger gegen das Coronavirus geimpft? Der unter Druck geratene Bundesgesundheitsminister Jens Spahn überrascht mit einer neuen Prognose - und kündigt einen zweiten Impfstoff an.

München - Unvermittelte und spektakuläre Wende in der Impf-Prognose und der Covid-19-Politik von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)!

Wie Spahn am Dienstagnachmittag (29. Dezember) bei Bild live erklärte, sei das Ziel, eine „Herdenimmunität bis zur Jahresmitte“ anzubieten. Heißt: „Wir arbeiten daran, dass wir jedem, der sich impfen lassen will, bis Sommer ein solches Angebot machen können“, sagte Spahn und bekräftigte: „Ich bin optimistisch, dass wir allen, die sich impfen lassen wollen, im ersten Halbjahr des kommenden Jahres ein Impf-Angebot machen können.“

Bundesgesundheitsminister: Jens Spahn von der CDU.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Jens Spahn will Herdenimmunität bis Sommer

Voraussetzung sei, erklärte der 40-Jährige, dass wir „ein oder zwei Impfstoffe bis zum Sommer dazu haben werden“. Er setze darauf, dass es in Deutschland schon bald nicht nur einen Impfstoff (Biontech/Pfizer) geben werde, „sondern - wenn es gut läuft - schon ab nächster Woche einen zweiten, nämlich Moderna“.

Spahn baut nach eigenen Angaben ferner auf „zusätzliche Produktionsstätten, etwa in Marburg. Es sieht Stand heute so aus, dass dort ab Februar produziert werden kann“, erzählte der Unions-Politiker bei Bild live weiter: „Durch das Werk in Marburg wird es deutlich schneller zu Auslieferungen kommen können.“ Und zwar von Impfstoffdosen des deutsch-amerikanischen Herstellers Biontech/Pfizer.

Corona-Impfungen in Deutschland: Jens Spahn korrigiert Prognose zu Herdenimmunität deutlich

„Stand heute bin ich sehr optimistisch, dass es spätestens im Sommer Massenimpfungen geben wird“, hatte Spahn noch Anfang Dezember dem Nachrichtenportal t-online.de gesagt und prognostiziert, dass „wir im Sommer auch flächendeckend in den Arztpraxen impfen können“. Jetzt soll es also schneller gehen!

Der Bundesgesundheitsminister verteidigte indes die Entscheidung, trotz startklarer Impfzentren in Deutschland statt am 26. Dezember erst am 27. Dezember mit dem Impfen begonnen zu haben. „Wir wollen nicht nur in den nächsten Monaten in der Pandemie gemeinsam gut durchkommen, sondern in den nächsten Jahrzehnten“, sagte er mit Verweis auf die Europäische Union.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Jens Spahn verteidigt gemeinsamen Impf-Start der EU

Sämtliche Mitgliedstaaten der EU hatten ihre umfangreichen Impfungen gegen das heimtückische Coronavirus am 27. Dezember gemeinsam begonnen, was angesichts der Dringlichkeit der Lage auch auf Kritik gestoßen war. (pm)

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