Eine Arzthelferin zieht eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von BioNTech Pfizer auf
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Eine Arzthelferin zieht eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von BioNTech Pfizer auf

Erkaufter Impfstoff?

Erschleichen sich österreichische Politiker Corona-Impfungen? „Ich habe mich weder vorgedrängt noch ...“

In sechs österreichischen Bundesländern sind Politiker bei der Impfung gegen den Coronavirus-Erreger SARS-CoV-2 negativ aufgefallen.

  • Österreicher Politiker drängelten sich bei der Corona-Impfung vor.
  • Mitarbeiter in Pflegeheimen beschweren sich über die Ausreden der Politiker.
  • Es gibt Impfstoff-Priorisierungslisten, an die sich die Menschen halten sollen.

Österreich - Eine Impfung gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 ist seit Ende 2020 auf den Markt. Viele Bürger und Bürgerinnen in den Ländern fragen sich aktuell, wann und wo sie sich impfen lassen können. Risiko-Gruppen wird empfohlen, sich zuerst impfen zu lassen - danach sollten die Nicht-Risiko-Gruppe an die Reihe kommen. Trotz dieser Bitte, haben sich österreichische Politiker offenbar vorgedrängelt, in dem sie sich in den Pflegeheimen ihres Ortes haben eintragen lassen. Dieses Handeln ist mittlerweile sogar ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Doch wie kam es zu diesem Vorfall - wie kamen sie an den Impfstoff?

Corona-Impfungen: Österreichische Politiker erschleichen sich die Spritze - in Pflegeheimen

In den österreichischen Bundesländern Vorarlberg, Tirol, Kärnten, Oberösterreich, Niederösterreich und Wien, gab es Vorfälle, bei denen sich Politiker die Impfungen vorab eingeholt haben. Wolfgang Matt, Bürgermeister von Feldkirch, bekam die Impfung in einem Pflegeheim. Der 65-Jährige sah seine Impfung als gerechtfertigt an.

Eine Ärztin des Pflegeheims verweigerte dem Bürgermeister erstmal die Coronavirus-Impfung. Wolfgang Matt erhielt schließlich aber noch die letzte Dosis des Biontech-Pfizer-Impfstoffes die in dem Pflegeheim vorrätig war, wie das Online-Portal oe24.a berichtet. „Es sind noch so viele Leute draußen gestanden, die eine Impfung dringender benötigt hätten“, so die Ärztin in den Vorarlberger Nachrichten. Der Bürgermeister erklärte in einer veröffentlichten Stellungnahme, dass er sich schon vor einiger Zeit - „als eine große Skepsis in Sachen Covid-Schutzimpfung in der Gesellschaft erkennbar war“ - auf eine Liste der „Seniorenbetreuung Feldkirch“ habe setzen lassen. Er habe angemerkt, dass er sich jederzeit impfen lasse, sollten bei einer Impfaktion einzelne Dosen nicht verwertet werden können, berichtet kleinezeitung.at.

Bürgermeister Wolfgang Matt bezieht Stellung auf Impf-Vorwurf

„Am Ende war eine einzelne allerletzte Dosis übrig, die Stadtrat Guntram Rederer mir überlassen hat“, so der 65-Jährige Bürgermeister. Eine Ansammlung von weiteren Menschen, die sich hätten impfen lassen wollen, hätte es zu diesem Zeitpunkt nicht gegeben. „Ich habe mich also weder vorgedrängt noch jemanden um die ihm laut Priorisierung zustehende Impfung gebracht“, Matt in einer Stellungnahme. Ein weiterer Fall wurde nun auch aus Vorarlberg bekannt. Bürgermeisterin Katharina Wöss-Krall in Rankweil, ließ sich in einem Altersheim gegen Corona impfen. Sie rechtfertigte sich ebenfalls damit, dass sie eine übrig gebliebene Impfdosis erhalten habe.

Erich Wahl, Bürgermeister von St. Georgen an der Gusen, hat ebenfalls die erste Corona-Impfung hinter sich. Die Gemeinde ist Betreiber des Seniorenheims und Wahl der Dienstvorgesetzter der Mitarbeiter. Das Gesundheits-Personal käme schließlich in der ersten Impf-Phase dran und könne bevorzugt werden. „Ich bin häufig im Heim. Bestellt habe nicht ich, sondern die Pflegeleitung“, so Erich Wahl. Falls bei einer Impf-Aktion einzelne Dosen übrig blieben, sollen diese an die Risiko- und Zielgruppen verimpft werden, macht Landeshauptmann Markus Wallner deutlich klar. Er kündigt ebenfalls an, dass man auch die internen Priorisierungslisten der Seniorenheime beachten solle. Schließlich gebe es einen Impfplan, an den man sich auch halten muss.

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