Corona in Großbritannien: Ein roter Bus fährt durch London
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Corona in Großbritannien: Londoner Busse werden als Corona-Krankenwagen eingesetzt (Symbolfoto).

Provisorischer Patienten-Transport

Britische Corona-Misere: Londoner Busse werden Krankenwagen - vier Patienten passen rein

  • Martina Lippl
    vonMartina Lippl
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In Großbritannien müssen die Corona-Infektionszahlen runter. Das Gesundheitssystem ist seit Wochen am Limit. In London sollen jetzt die typischen roten Busse zu Krankenwagen umgebaut werden.

  • In Großbritannien ist London mit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen.
  • Die Kliniken stehen kurz vor dem Kollaps.
  • Ein provisorischer Transport für Corona-Patienten soll das NHS entlasten.

London - Mehr als vier Millionen Briten sind inzwischen gegen Corona geimpft. Sie haben zumindest die erste Dosis erhalten. In der nächsten Woche sollen es fast fünf Millionen sein. Das sind eigentlich gute Nachrichten für Großbritannien. Doch die Fallzahlen sind auf der Insel weiter extrem hoch. Die neue Coronavirus-Variante B1.1.7. breitet sich in hohem Tempo aus. Am Mittwoch wurden knapp 40.000 Neuinfektionen gemeldet. Ende Dezember und Anfang Januar waren es über 50.000 täglich. Die Virus-Variante wird nach ersten Einschätzungen von Wissenschaftlern schneller übertragen. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Der Erfolg des dritten Lockdowns - in Kraft seit dem 9. Januar - lässt auf sich warten.

Corona in Großbritannien - Covid-Chaos in London

Der britische Nationale Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) steht enorm unter Druck, besonders in der Hauptstadt. Seit Weihnachten trifft die zweite Corona-Welle London mit voller Wucht. Die Zahl der Einweisungen in die Kliniken ist höher als in der ersten Welle im Frühjahr. Über „kriegsähnliche Zustände“ in den Krankenhäusern klagten Anfang des Jahres Ärzt:innen und medizinisches Personal. Die Kliniken stehen vor dem Kollaps.

London baut Busse in Corona-Krankenwagen um

Londoner Busse werden jetzt zu Corona-Krankenwagen umgebaut. Diese provisorischen Krankenbusse sollen die Kliniken und den Londoner Rettungsdienst entlasten, berichtet der britische The Guardian. Es sei ein weiteres Zeichen, wie heftig Covid das Gesundheitswesen trifft.

Die Sitze in den Bussen wurden entfernt, um vier Patienten befördern zu können. An Bord haben die Busse wichtiges medizinisches Gerät, wie Infusionspumpen und Monitore. Alles sei vorhanden um Corona-Patienten zu stabilisieren und ihren Zustand zu beobachten. Falls nötig, können Patienten auch mit Sauerstoff beatmet werden.

NHS-Mitarbeiter bereiten sich auf den Transport von Patienten in zwei Bussen vor, berichtet das britische Nachrichtenmagazin. Dazu gehörten Intensivmediziner und NHS-Personal. Die Corona-Busse stammen von der Londoner Busgesellschaft Go-Ahead. Das Unternehmen stelle vier Fahrer zur Verfügung. Alle seien schon gegen Corona geimpft worden.

Großbritannien am Limit - Londoner Busse für Corona-Patienten im Einsatz

Die ersten Patienten sollen in den nächsten Tagen in den Bussen transportiert werden. Wahrscheinlich, um Corona-Patienten in Notfall-Lazarette zu verlegen. Vor dem King‘s College in London wurde beispielsweise eigens eine Haltestelle für die Corona-Busse eingerichtet, heißt es weiter.

Ob diese Corona-Busse es schaffen die Kliniken und den Rettungsdienst zu entlasten, wird sich zeigen. Vielleicht sind die Busse nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ein Ende des Lockdowns in Großbritannien deutetet sich jedenfalls nicht an. „Ich glaube bis Ostern können wir uns sicherlich auf eine ganz, ganz andere Welt in diesem Land freuen“, prophezeite Premier Boris Johnson vergangene Woche. Wissenschaftler dagegen sind von der aktuellen Lage alarmiert. (ml) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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