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Corona-Studie in Italien gibt erstaunliches Ergebnis: Riesiger Bevölkerungs-Anteil an Hotspot schon infiziert?

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Von: Christoph Klaucke

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 Ein Mann mit Mundschutzmaske sitzt auf einer Bank vor einer Grabmalwand.
Die Region Val Seriana hat die Corona-Pandemie hart getroffen. © Claudio Furlan/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Eine Antikörper-Studie in Italien liefert ein drastisches Ergebnis. Mehr als ein Drittel der Menschen in einem Hotspot war mit dem Coronavirus infiziert.

Rom - In einer im Frühjahr von der Corona-Pandemie* besonders hart getroffenen Region in der italienischen Provinz Bergamo haben sich mehr als 42 Prozent der Bevölkerung mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt. Das ergab eine Antikörper-Studie* mit fast 21.500 Menschen aus der Region Val Seriana - mehr als ein Drittel der dortigen erwachsenen Bevölkerung, wie die örtlichen Gesundheitsbehörden mitteilten.

Bei etwa 9000 Menschen ließ sich die Infektion demnach im Blut nachweisen. Bei den allermeisten davon war sie zum Untersuchungszeitpunkt im Juli bereits abgeklungen, bei 154 Personen ließ sich das Virus noch im Nasen-Rachen-Abstrich nachweisen.

Italien wurde hart von Corona getroffen - jetzt geht es dem Land viel besser

Italien erlebte im Frühjahr schon kurz nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie eine seiner dunkelsten Stunden. Das Land wurde wesentlich härter getroffen als die meisten anderen europäischen Nachbarn. Fast 36.000 Tote waren die Folge. Zum Vergleich: In Deutschland sind es „nur“ knapp 10.000. Zu Hochzeiten kollabierte das Gesundheitssystem im reichen Norden und in den Krankenhäusern mangelte es an Beatmungsgeräten für die vielen Viruskranken. An den schlimmsten Tagen wurden in 24 Stunden knapp 1000 Covid-19-Opfer gezählt.

Italien geht es bei den Infektionszahlen mittlerweile deutlich besser als vielen anderen europäischen Ländern. Unglaublich, aber wahr: Die Weltgesundheitsorganisation WHO verbreitete sogar einen Videofilm mit einer Bilanz, was die Welt von Italien lernen kann - etwa striktes Regierungshandeln mit hartem Lockdown, offene Kommunikation und die Kooperation mit der Wissenschaft. Regierungschef Giuseppe Conte postete den Beitrag stolz auf Facebook.

Italiener leben sehr diszipliniert in Corona-Zeiten

Da die erste Welle* das Land dermaßen hart getroffen hat, sind die Italiener besonders diszipliniert. Italien hat zudem im Vergleich zu Spanien sehr strenge Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen früher umgesetzt und diese auch erst später und deutlich langsamer wieder gelockert. Diskotheken sind geschlossen, Tanzveranstaltungen verboten, private Feiern dürfen nur im kleinen Kreis abgehalten werden.

Außerdem testet das Land sehr niedrigschwellig, wodurch viele Infektionen schon früh erkannt werden und eine intensive Nachverfolgung der Kontaktpersonen beginnen kann. Viele Italiener tragen den Mund-Nasen-Schutz sogar auch im Freien, wo es keine Pflicht ist. In Deutschland steht schon bald eine zweite Welle bevor. (ck/dpa) Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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