Pandemie in dem Mittelmeerland

Zahl der Corona-Toten in Italien verdoppelt sich innerhalb 7 Tagen - massive Ausschreitungen bei Protesten

  • Lisa Fischer
    vonLisa Fischer
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In Italien gibt es weiterhin Proteste aufgrund der jüngsten Corona-Maßnahmen - und erschreckende Zahlen zur Pandemie. Auch in Frankreich sind die Zahlen weiterhin hoch. Alle News im Ticker.

  • Ab Freitag, 30. Oktober, gilt der zweite Lockdown für Frankreich. Schulen bleiben geöffnet, Ausgangsbescheinigungen sind jedoch wieder Pflicht.
  • In Italien halten die Proteste gegen die verschärften Corona-Maßnahmen weiter an. Die Regierung kündigte ein Nothilfe-Finanzpaket an (Update vom 30. Oktober, 7.57 Uhr).
  • Aktuelle Entwicklungen der Corona*-Pandemie in Italien und Frankreich im News-Ticker.
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 2. November, 7.13 Uhr: Nach den Protesten von französischen Bürgermeistern und Präsidenten großer städtischer Ballungsräume gegen die neuen Corona-Regeln müssen Supermärkte und Einkaufszentren ihre Abteilungen für nicht „lebenswichtige“ Produkte schließen. Premierminister Jean Castex sagte am Sonntagabend gegenüber dem Fernsehsender TF1, es sei jetzt nicht der Zeitpunkt, um angekündigte Maßnahmen zurück zu ziehen.

Am vergangenen Freitag wurde die Corona-Regel der Schließung von Läden mit nicht lebenswichtigen Produkten verhängt. Zahlreiche Politiker kritisierten die dadurch entstandene Ungleichheit. Daher dürften ab Dienstag die Produkte, deren Verkauf aktuell in kleinen Geschäften verboten sei, auch in Einkaufszentren und Supermärkten nicht mehr angeboten werden, erklärte Castex. Zu den nicht lebensnotwendigen Geschäften gehören unter anderem Buch- und Kleiderläden. Weinhändler, Baumärkte und Gartengeschäfte gelten hingegen als lebensnotwendig. Viele Bürgermeister fürchten um die Existenz von kleineren Geschäften, die gegen die Konkurrenz großer Einkaufszentren kämpfen.

Coronavirus: Erneute Ausschreitungen in Italien

Update vom 1. November, 10.30 Uhr: In Italien ist es erneut zu Ausschreitungen gekommen. Seit Montag (26. Oktober) gelten im südeuropäischen Land verschärfte Corona-Maßnahmen (Erstmeldung). Unter anderem in der Hauptstadt Rom versammelten sich daher am Samstagabend erneut mehrere hundert Menschen auf dem Campo de‘ Fiori im Stadtzentrum und protestierten gegen die Corona-Maßnahmen. Als Flaschen und Feuerwerkskörper flogen, löste die Polizei die Demonstrationen mit Schlagstöcken auf. Eine zweite Demonstration in der Stadt endete ähnlich. Auch Rechtsextreme und Hooligans sollen sich unter die Demonstrierenden gemischt haben, so die italienische Innenministerin Luciana Lamorgese laut tagesschau.de.

Coronavirus: Frankreich im Lockdown - Zahlen unter Rekordwert

Update vom 1. November, 09.10 Uhr: Seit Freitag gilt in Frankreich ein erneuter Lockdown. Und die weiterhin hohen Zahlen scheinen die Maßnahme zu bestätigen. Innerhalb der letzten 24 Stunden verzeichnete das Land knapp 35.641 Neuinfektionen. 224 Personen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit steigt die Zahl der Toten insgesamt auf einen Wert von 36.788. Ein Rekordhoch hatte Frankreich jedoch bereits vergangenen Sonntag erlebt, als die Behörden einen Anstieg von 52.000 Neuinfektionen meldeten.

Coronavirus in Italien: Trump verhöhnt „drakonischen Lockdown“ - „Jetzt fängt es wieder von vorne an.“

Update vom 31. Oktober, 21.35 Uhr: US-Präsident Donald Trump* wird nicht gerade für gutes Corona-Krisenmanagement in seinem eigenen Land gerühmt - teilt aber wenige Tage vor der US-Wahl 2020* in der Hinsicht gegen europäische Regierungen aus.: „Die explodierenden Fälle in Europa haben gezeigt, dass drakonische Lockdowns - das sind sie, drakonisch - das Virus nicht aufhalten“, sagte der Republikaner am Samstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Newton im Bundesstaat Pennsylvania. „Italien war so im Lockdown - und jetzt fängt es wieder von vorne an.“

Coronvirus in Italien: Zahl der Toten mit Sars-CoV-2 steigt deutlich an

Update vom 31. Oktober, 19.28 Uhr: Die Zahl der täglichen Corona-Toten in Italien ist innerhalb einer Woche von 151 auf fast 300 gestiegen. Die Behörden in dem Mittelmeerland mit rund 60 Millionen Einwohnern registrierten fast 300 neue Todesopfer mit oder durch das Virus. Am Vortag lag diese Zahl bei knapp unter 200 Toten.

Auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle hatten die Behörden am 27. März knapp 1000 Todesopfer an einem Tag verzeichnet. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen wurde am Samstag in dem Land mit 31.758 erfasst. Dieser Wert lag nur leicht höher als am Freitag.

Ein Covid-19-Patient wird auf der Intensivstation im italienischen Varese künstlich beatmet: Das Land ist von der Corona-Pandemie schwer getroffen.

Corona: Italien von Corona erneut schwer getroffen - Land knackt unheimliche Marke

Update vom 30. Oktober, 18.36 Uhr: In Italien schnellt die Anzahl der Corona-Neuinfektionen weiter in die Höhe. Am Freitag übertraf das Land erstmals die 30.000er-Marke.

Innerhalb eines Tages wurden nach Behördenangaben 31.084 neue Corona-Fälle registriert. Somit verdoppelte sich der Wert in einer knappen Woche.

Update vom 30. Oktober, 12.30 Uhr: Wie schon Österreich, wurde auch Italien nahezu komplett vom Auswärtigen Amt als Risikogebiet eingestuft. Kalabrien, das im Süden des Landes liegt, ist nun die einzige italienische Region, die aus deutscher Sicht „risikofrei“ ist.

Am Donnerstag wurden ganze 26.831 Neuansteckungen gemeldet. Allerdings wurden laut stol.it auch eine Rekordzahl von  201.452 Testungen innerhalb 24 Stunden durchgeführt. Regierungschef Guiseppe Conte rief das Volk daher zu Zusammenhalt auf: „Dies ist die Zeit, in der wir geschlossen bleiben müssen“, verteidigt er seine Corona-Maßnahmen. Zuletzt wurde landesweit gegen seinen abgeschwächten Lockdown protestiert.

Frankreich von Corona befallen: Macron mit scharfem Lockdown - Bürger dürfen noch eine Stunde raus

Update vom 30. Oktober, 7.57 Uhr: In Frankreich hat sich die Zahl der Corona-Toten nach offiziellen Angaben auf mehr als 36.000 erhöht. 250 weitere Menschen seien in den vergangenen 24 Stunden in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben, teilten die Gesundheitsbehörden in Paris am Donnerstag mit. Die Zahl der Corona-Patienten, die auf einer Intensivstation behandelt werden müssen, stieg den Angaben zufolge auf 3147. Ein Anstieg von 395 im Vergleich zum Vortag.

In der Nacht zum Freitag trat in Frankreich erneut ein landesweiter Lockdown in Kraft. Die Bürger des Landes dürfen sich nicht mehr ohne Weiteres frei bewegen. Menschen können auf die Straße gehen, um zur Arbeit zu gehen, wichtige Einkäufe zu erledigen, einen Arzt aufzusuchen oder frische Luft zu schnappen. Allerdings müssen sie dafür eine Bescheinigung ausfüllen. Das Sporttreiben ist für eine Stunde pro Tag erlaubt, jedoch nur in einem Umkreis von einem Kilometer vom Wohnort.

Corona in Frankreich: Präsident Macron verkündet erneuten Lockdown

Erstmeldung vom 29. Oktober: München - Im Nachbarland Frankreich wird ab Freitag, 30. Oktober, erneut ein Lockdown herrschen. Das verkündete der französische Präsident Emmanuel Macron in einer Fernsehansprache am Mittwoch, 28. Oktober. Gleichzeitig wurden die Ausgangsbeschränkungen im Nachbarland verschärft.

Der erste Lockdown aufgrund der Corona*-Krise ist erst ein knappes halbes Jahr her. Er dauerte von Mitte März bis Mitte Mai. Der französische Regierungschef Jean Castex will einen Tag vor dem geplanten zweiten Lockdown den neuen Maßnahmen-Katalog vor beiden Kammern des Parlaments erläutern. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, sei auch eine Abstimmung geplant.

Corona in Frankreich: Gastronomie und Freizeiteinrichtungen geschlossen

„Bleiben Sie so weit wie möglich zu Hause. Respektieren Sie die Regeln“, appellierte Präsident Macron in seiner Fernsehansprache an die Bürger. Der Lockdown in Frankreich ähnelt dem deutschen „Lockdown light“, wie ihn Bund und Länder am Mittwoch, 28. Oktober, beschlossen* haben. So sollen in Frankreich, anders als im Frühjahr, Schulen weiter geöffnet bleiben. Bars, Restaurants und „nicht unentbehrliche Geschäfte“ müssen allerdings schließen.

Was in Frankreich jedoch wieder wie im Frühjahr sein wird, ist, dass die Bürger sich nicht mehr ohne Weiteres frei bewegen können. Ausgangsbescheinigungen sollen wieder eingeführt werden. Reisen in andere Regionen des Landes sind nicht ohne Weiteres möglich. Die Maßnahmen seien vorerst bis zum 1. Dezember befristet. Wegen der steigenden Zahlen wandte sich die Regierung der französischen Region Elsass mit einer flehenden Bitte an den deutschen Nachbarn Baden-Württemberg.

Corona in Italien und Frankreich: Frankreichs Präsident verkündet Lockdown - Maskenpflicht für Kinder ab sechs Jahren

Die französische Regierung rief zudem eine Maskenpflicht für Kinder ab sechs Jahren aus. Bislang mussten nur Kinder ab elf Jahren eine Maske tragen. Angesichts der plötzlichen zweiten Welle* sei diese Maßnahme notwendig, sagte der französische Premierminister Jean Castex. Außerdem sollen Arbeitnehmer die ganze Woche im Homeoffice arbeiten, wenn das möglich ist.

In Europa ist Frankreich eines der am stärksten betroffenen Länder. Laut der Johns Hopkins Universität verzeichnet das Land bisher 1.280.215 Corona-Fälle (Stand 29. Oktober, 16.27 Uhr). 35.823 Menschen sind in Frankreich an der Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

Corona in Italien und Frankreich: Ausschreitungen in Italien gehen weiter - Regierung schürt Finanzpaket in Höhe von fünf Milliarden Euro

In Italien sind bisher 589.766 Personen mit dem Coronavirus infiziert (Quelle: Johns Hopkins Universität, Stand 29. Oktober). 37.905 Menschen starben an der Erkrankung, 275.404 gelten als genesen.

Die seit Anfang der Woche verschärften Corona-Maßnahmen sorgen in Italien weiterhin für Demonstrationen. Seit Montag, 26. Oktober, muss die Gastronomie um 18 Uhr schließen. Kinos, Theater, Fitnessstudios und Bäder dürfen nicht mehr öffnen. Am Mittwoch demonstrierten laut der Nachrichtenagentur dpa Unternehmer und Angestellte aus Restaurants, Bars und anderen Lokalen. In Städten wie Mailand, Triest, Florenz und Neapel gingen die Bürger auf die Straße. Die Regierung will mit einem schnellen Nothilfe-Paket von über fünf Milliarden Euro die Folgen der jüngsten Maßnahmen abfedern.

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Rubriklistenbild: © Claudio Furlan/LaPresse via ZUMA Press/dpa

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