Ein Mann mit einem Kind auf dem Arm und einem an der Hand wirft einen Schatten auf eine mit bunten Handabdrücken bemalte Wand einer Kindertagesstätte.
+
Länger wird der Lockdown, er wird strenger und er trifft vor allem Kinder und ihre Eltern hart. (Symbolbild)

Lockdown ab Januar

Corona-Regeln für Kinder gelten: Gerade die ganz Kleinen haben einen entscheidenden Nachteil

  • Kathrin Reikowski
    vonKathrin Reikowski
    schließen

Kinder und die Corona-Regeln: Ab diesem Wochenende gelten - je nach Bundesland - neue Regeln für Kinder. Besonders kleine Kinder haben einen entscheidenden Nachteil.

München - Kinder mussten während der Pandemie lernen, dass man Oma und Opa nicht einfach so umarmen darf. Sie haben gelernt, wann man eine Maske aufsetzen muss und wann wieder absetzen, wie man Abstand zu Mitschülern hält und - bestenfalls - auch richtiges Händewaschen. Auch, dass man Freunde besser nicht zum Übernachten, nicht in großen Gruppen und normalerweise draußen trifft, ist inzwischen Kinderalltag.

Nun müssen die Kleinen erneut umdenken: Demnächst können sie - laut eines allgemeinen Beschlusses des Bund-Länder-Gipfels - ihre Freunde nur ohne Eltern treffen. Denn: Jedem Bürger ist nur noch eine Kontaktperson erlaubt, Ausnahmen für Kinder fallen weg. Wer zu klein ist, um Freunde alleine zu treffen, geht damit wieder zurück in den Frühjahrslockdown. Und das ist nicht immer leicht zu erklären.

Lockdown-Regeln für Kinder in den Bundesländern: Sachsen, Bremen, Baden-Württemberg und Co mit Sonderregeln

Sachsen, Bremen und Baden-Württemberg rücken jetzt wieder von der neuen Regel ab: Kinder zählen nicht in die maximale Personenzahl. Damit dürfen sich zum Beispiel zwei Mütter wieder mit ihren kleinen Kindern treffen. In Berlin gilt: Kinder von Alleinerziehenden werden aus der Regel ausgenommen, in Nordrhein-Westfalen zahlen „zu betreuende Kinder“ nicht auf die Kontaktbeschränkungen ein, in Bayern alle Kinder unter drei Jahren.

Bayern und Baden-Württemberg nehmen die Betreuungssituation nochmal besonders in den Blick: Familien dürfen hier Gemeinschaften mit jeweils einer anderen Familie bilden. Nicht leicht fielen beide Ausnahmen offensichtlich dem Ministerpräsidenten Baden-Württembergs. „Das ist schon sehr gewagt“, sagte Winfried Kretschmann (Grüne).

Schleswig-Holstein und das Saarland machen für die Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen eine Ausnahme. Das heißt, dass dort zum Beispiel Vater und Tochter eine bettlägrige Oma gemeinsam besuchen dürfen. In Niedersachsen gelten Sonderregeln für Menschen mit Behinderung und Kinder von getrennt lebenden Eltern.

Ausnahmen zu den Lockdown-Regeln: Sonderweg auch bei der 15-Kilometer-Regel

Spannend wird es für Kinder auch in Bremen: Hier wird die Schulpflicht ausgesetzt - die Eltern entscheiden, wer zur Schule geht. Wer Kinder nicht zu Hause betreuen kann, soll in Mecklenburg-Vorpommern alle bis zur 6. Klasse in die grundsätzlich geöffnet bleibenden Schulen und Kitas schicken können. Auch die Abschlussklassen sollen von Montag an wieder zur Schule gehen dürfen.

Viel diskutiert wurde auch der 15-Kilometer-Radius für Landkreise mit Inzidenzwerten* über 200. Hier schert Baden-Württemberg aus: Es soll keine entsprechende Regel geben. Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen wollen Kommunen darüber
entscheiden lassen, Thüringen nur eine entsprechende Empfehlung geben. Die nächtliche Ausgangsbeschränkung gilt zum Beispiel nicht mehr in Brandenburg.

Und dann gibt es noch einen weiteren wichtigen Unterschied zwischen den einzelnen Ländern: Die Neuregelungen treten in Hamburg ab Freitag, in Berlin, Niedersachsen und Thüringen ab Sonntag in Kraft. Alle anderen ziehen voraussichtlich am Montag nach. (dpa/kat) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare