Chaos vor Italien

Coronavirus auf Kreuzfahrtschiff: 7000 Menschen festgehalten - Passagiere wütend: „Wissen nicht, ob jemand ...“

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    Naima Wolfsperger
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Stundenlang sind 7000 Menschen auf einem Kreuzfahrtschiff an der Küste Italiens festgesessen. Jetzt ist Italien einen drastischen Schritt gegangen.

  • Rund 7000 Menschen haben am Donnerstag um ihre Gesundheit gebangt. Der Grund: Auf dem Kreuzfahrtschiff „Costa Smeralda“ ist ein Coronavirus-Verdacht gemeldet worden. 
  • Ersten Medienberichten zufolge ist eine Touristin an Bord des Kreuzfahrtschiffes isoliert und medizinisch betreut worden. 
  • Die italienischen Behörden haben das Schiff zwar anlegen, die Menschen aber vorerst nicht von Bord gelassen.

Update vom 1. Februar, 19.59 Uhr: Inzwischen ist auch ein weiterer Infektionsfall des Coronavirus in Deutschland bestätigt. Wie es heißt, soll es sich bei dem Erkrankten um einen Mitarbeiter der Firma Webasto handeln, der in München wohnhaft ist.

Update, 14.23 Uhr: Die Anzahl der in Deutschland Infizierten steigt weiter an. Nun wurde das erste infizierte Kind bestätigt*. 

Update vom 31. Januar 2019, 8.35 Uhr: Am Abend konnten die Urlauber aufatmen. Bei dem Verdachtsfall an Bord handelte es sich um eine „normale Grippe“, wie die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere erklärte. Die erkrankte Frau und ihr Mann waren laut Medien am 25. Januar am Flughafen in Mailand angekommen. Bei dem Mann sei kein Fieber festgestellt worden, die 54-jährige Frau habe leichte Beschwerden gehabt.

Das Schiff werde am Freitagabend in Richtung Savona in Ligurien weiterfahren und den Hafen La Spezia überspringen. Danach soll die Reise wie geplant weitergehen. An Bord waren auch deutsche Touristen, wie eine Sprecherin des Unternehmens sagte. Eine genaue Zahl konnte sie nicht nennen.

Das Schiff war gegen 8.00 Uhr in den Hafen von Civitavecchia in der Nähe von Rom eingelaufen. Die örtlichen Behörden ordneten nach dem Verdachtsfall an, dass die Passagiere nicht an Land gehen durften.

Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete von Ärger und Wut über fehlende Informationen. „Wir essen alle zusammen in den Gemeinschaftsräumen und wir wissen nicht, ob irgendjemand infiziert ist“, zitierte Ansa einen Reisenden aus Apulien. Costa Crociere erklärte, die „außerordentliche Situation“ sei jederzeit unter Kontrolle gewesen und die Lage an Bord ruhig.

Zwischenzeitlich gab es zudem Verwirrung, ob die ersten Passagiere schon aussteigen dürften. Mehr als 1000 Menschen, die ihre Reise in Civitavecchia ohnehin beenden wollten, erhielten von den Gesundheitsbehörden im Hafen nach Medienberichten die Erlaubnis. Doch dann untersagte das der Bürgermeister der Stadt, Ernesto Tedesco, wieder. „Ich bin ein Bürgermeister und ich muss die Bürger meiner Stadt schützen“, sagte er.

Coronavirus auf Kreuzfahrtschiff: 7000 Menschen festgehalten - Passagiere wütend: „Wissen nicht, ob jemand ...“

Update, 22.54 Uhr: Nach zwei bestätigten Coronavirus-Fällen hat Italien den Flugverkehr mit China ausgesetzt. Das erklärte Ministerpräsident Giuseppe Conte in Rom. Conte rief die Menschen dazu auf, Ruhe zu bewahren. Man habe die Lage unter Kontrolle.

Update 21.16 Uhr: Das Gesundheitsministerium in Rom hat mitgeteilt, dass sich der Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion auf dem Kreuzfahrtschiff nicht bestätigt hat. Die Tests der beiden betroffenen Personen seien negativ.

Jens Spahn und der Arzt Johannes Wimmer diskutierten bei Maybrit Illner über das Coronavirus. Besorgniserregende Aussagen des Arztes trafen bei Spahn einen Nerv.

Italien: Coronavirus-Chaos auf Kreuzfahrtschiff: Urlauber sitzen immer noch fest

Update 20.01 Uhr: Die knapp 6000 Urlauber und 1000 Crew-Mitglieder auf der „Costa Smeralda“ sitzen immer noch fest. Einzelne Fotos von Bord kursieren in den sozialen Medien. Darauf sind die Passagiere zu sehen, wie sie sich im Inneren des Schiffes die Zeit vertreiben. Offenbar herrscht keine Panik an Bord des Kreuzfahrtschiffes.

Update 18.40 Uhr: Die Passagiere liegt weiter am Hafen, während italienische Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden die Passagiere untersuchen. 
Währenddessen haben die Gesellschaften MSC und Costa Cruises vorerst alle Kreuzfahrten, die in chinesischen Häfen starten sollten, gestrichen, wie Focus Online berichtet. Weiter heißt es, dass MSC am Donnerstag zunächst drei Touren des Schiffs „Splendida“ mit 6880 Plätzen strich. Betroffen sind demnach Anfang Februar geplante Fahrten nach Japan. 

Update 15.54 Uhr: Trotz des Verdachts auf eine Coronavirus-Infektion sind die rund 6000 Urlauber und 1000 Crew-Mitglieder an Bord der „Costa Smeralda“ ruhig geblieben. Die örtlichen Gesundheitsbehörden entsandten ein Ärzteteam an Bord, nachdem sie über eine chinesische Passagierin mit starkem Husten und Fieber informiert wurden. Die 54-jährige Frau aus der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau und ihr Mann wurden auf der Krankenstation des Schiffes isoliert und untersucht. Nachdem die rund 7000 Menschen auf dem Kreuzfahrtschiff das Boot vorerst nicht verlassen durften, können sie jetzt aufatmen. Ersten Analysen zufolge scheint sich der Fall nicht bestätigt zu haben. Das meldet Stern.de.

Etwa 750 der Touristen an Bord des Kreuzfahrtschiffes ihnen kamen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge aus China.

Coronavirus: Schlimmer Verdacht - 7000 Menschen auf Kreuzfahrtschiff festgehalten

Erstmeldung vom 30. Januar 2020: 

Civitavecchia - Wegen des Verdachts auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus* sitzen derzeit rund 7000 Menschen auf einem Kreuzfahrtschiff im Hafen der italienischen Stadt Civitavecchia in Italien fest. An Bord der „Costa Smeralda“ sitzen demnach fast ebensoviele Menschen fest, wie es weltweit Infektionen gibt. Aktuell melden die Behörden weltweit mehr als 7700 Infizierte.

Durch das Coronavirus werden auch Kreuzfahrten derzeit stark beeinträchtigt. Viele Kreuzfahrten werden abgesagt. Andere Linien weigern sich dagegen. Es ist, „als würden wir auf Selbstmordmission gehen“ berichtet ein Crew-Mitglied. 

Coronavirus: An der italienischen Küste sitzen Tausende Menschen auf einem Kreuzfahrtschiff fest

Scheinbar zeigt eine Touristin aus der chinesischen Sonderverwaltungszone Macao an Bord der „Costa Smeralda“ die Symptome der neuen Lungenerkrankung, die derzeit die ganze Welt in Atem zu halten scheint. Die Frau habe die verdächtigen Anzeichen wie Fieber und Atemprobleme aufgewiesen, berichtet Focus.de. Die Touristin und ihr Mann sollen am 25. Januar mit dem Flugzeug in Mailand gelandet sein. Die Kreuzfahrt startete das Paar dann in Savona, Ligurien - rund 178 Kilometer von Mailand entfernt. 

Der Dampfer hielt in den folgenden Tagen in Marseille, Barcelona und Palma de Mallorca in Spanien. Erst dann brach das Kreuzfahrtschiff in Richtung Civitavecchia auf, wo es derzeit nicht anlegen darf. 

Coronavirus: 7000 Menschen sitzen auf Kreuzfahrtschiff fest 

Auf dem Kreuzfahrtschiff sei die Frau aktuell isoliert, werde aber weiterhin medizinisch versorgt. Die Ergebnisse des Virustests werden am Donnerstagnachmittag erwartet. Der Mann der Betroffenen soll aber bisher keine Symptome gezeigt haben. 

Kreuzfahrtschiff "Costa Smeralda"

Bereits mehr als 170 Menschen sind in China an dem Coronavirus gestorben. Mehr als 7000 infiziert. Ein besonders schweres Problem an der akkuraten Identifikation der infizierten, ist, dass viele Infizierte keinerlei oder kaum Symptome aufweisen. Auch die lange Inkubationszeit (rund zwei Wochen) erschwert die Lage. Auch in Deutschland mehren sich die Verdachtsfälle  und Erkrankungen. Das Coronavirus wird von Mensch zu Mensch übertragen*. In Deutschland* ist man dank der gut entwickelten Forschung und dank aktueller Testverfahren* aber gut vorbereitet. In Deutschland kaufen sich besorgte Bürger vielerorts Mundschutzmasken. Wie gut die Masken vor dem Coronavirus schützen, und wer einen Mundschutz tragen sollte.

nai

Video: Wie ansteckend ist das Coronavirus?

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa / Andrew Medichini

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