1. Startseite
  2. Welt

Lauterbach hocherfreut über „wichtige Studie“ zur Impfstoff-Wirkung gegen Delta-Variante

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marcus Giebel

Kommentare

Karl Lauterbach steht vor er Kamera und greift mit seiner linken Hand in sein Sakko
Ihm entgeht während der Corona-Krise kaum eine Studie: Karl Lauterbach präsentiert sich seit anderthalb Jahren enorm meinungsstark. © Kay Nietfeld/dpa

Was können die Corona-Impfstoffe gegen die Delta-Variante ausrichten? Diese Frage bewegt die Welt. Die Antwort liefert nun ein Team aus Singapur. Karl Lauterbach ist hocherfreut.

München - Daumen hoch von Karl Lauterbach! Der SPD-Gesundheitsexperte hat eine neue Studie zur Wirksamkeit bestimmter Impfstoffe auf die neue Delta-Variante von SARS-CoV-2 unter die Lupe genommen und für gut befunden. Die Arbeit aus Singapur unterstützt auch die These, dass Impfungen nach Infektionen mit dem Coronavirus vor schweren Covid-19-Erkrankungen schützen. Es gibt jedoch Einschränkungen.

Die Forscher haben zwischen dem 1. April und dem 14. Juni insgesamt 218 Erwachsene unter die Lupe genommen, die sich mit der zunächst in Indien entdeckten Mutation angesteckt haben und anschließend in Singapur in einem Krankenhaus gelandet sind. Das Durchschnittsalter der Probanden betrug 56 Jahre.

Studie zu Impfstoffen gegen Delta: Nur ein Drittel der Probanden war schon immunisiert

84 von ihnen war ein mRNA-Impfstoff - hierzu zählen etwa Biontech und Moderna, nicht aber Astrazeneca und Johnson & Johnson - verabreicht worden. Von diesen waren 71 bereits immunisiert. 130 untersuchte Personen waren nicht geimpft, die übrigen vier außerhalb Singapurs mit einem Nicht-mRNA-Impfstoff.

Den Wissenschaftlern fiel beim Vergleich auf, dass bei Immunisierten der Krankheitsverlauf häufiger - nämlich zu 28,2 Prozent - asymptomatisch war oder sie weniger Symptome aufwiesen. Bei Ungepiksten trat häufiger eine Lungenentzündung auf, in dieser Gruppe musste häufiger zusätzlicher Sauerstoff verabreicht werden und auch die Aufnahme auf die Intensivstation war häufiger.

Studie zu Impfstoffen gegen Delta: Viruslast nimmt bei Immunisierung schneller ab

Das Alter der immunisierten Erkrankten lag signifikant höher, was wohl mit der Impfpriorisierung in Singapur zusammenhing. Dennoch war deren Risiko signifikant geringer, dass eine schwere Covid-19-Erkrankung eine zusätzliche Sauerstoffzufuhr nötig machte.

Das wichtigste Resultat der Studie war aber dieses: Die Schwellenwerte des Virus waren bei beiden Gruppen ähnlich, aber bei den Geimpften nahm die Viruslast schneller ab. Grund: Die Antikörper reagieren schnell auf die Infektion.

Demnach sind mRNA-Impfstoffe hochwirksam bei der Vorbeugung von symptomatischen und schweren Covid-19-Erkrankungen mit der Delta-Variante. Die Forscher betonen: „Die Impfung bleibt eine Schlüsselstrategie bei der Bekämpfung der Pandemie.“

Video: Die Delta-Variante ist so ansteckend wie Windpocken

Studie zu Impfstoffen gegen Delta: Lauterbach lässt Freude auf Twitter freien Lauf

Auch Lauterbach jubiliert auf Twitter mit Blick auf die „wichtige Studie aus Singapur“: „Daher wird sich Virus unter Geimpften nicht verbreiten.“ Die asiatischen Forscher ihrerseits erklärten, ihr Befund bestätige Daten aus Großbritannien. Es bestehe die Hoffnung auf vermehrt leichte Krankheitsverläufe im Falle eines erfolgreichen Impfprogramms.

Zudem regen die Wissenschaftler an, die Quarantäne-Dauer für Geimpfte zu verkürzen, da die Infektiösität ja kürzer anhalte. Allerdings wollen sie ihre Ergebnisse auch nicht überinterpretiert sehen.

Studie zu Impfstoffen gegen Delta: Forscher schränken ihre Ergebnisse selbst ein

Daher verweisen sie darauf, dass keine infizierten Geimpften unter die Lupe genommen wurden, bei denen keine schwere Covid-19-Erkrankung ausbrach. Also könne nicht sicher gesagt werden, wie die Impfstoffe auf asymptomatische Infektionen reagieren.

Zudem habe nicht untersucht werden können, inwiefern die Vakzine Sekundärübertragungen - also die indirekte Weitergabe durch etwa das Anfassen derselben Türklinke - eindämmen könnten. Und vor allem gelte die Untersuchung ausschließlich für mRNA-Impfstoffe. Da bleibt also auch für die Forscher in anderen Teilen der Welt noch etwas Arbeit übrig. (mg)

Auch interessant

Kommentare