Gäste mit Rücken zur Kamera auf Stühlen auf Café-Terrasse
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Gäste sitzen in der Außengastronomie eines Cafés: Modellprojekt soll es wieder möglich machen.

Bürgermeister voller Hoffnung

Trotz 200er-Inzidenz Läden öffnen? Modellprojekt in Sachsen könnte wegweisend werden - für ganz Deutschland

  • Kathrin Reikowski
    vonKathrin Reikowski
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In einer sächsischen Stadt könnte demnächst ein Modellversuch starten, der einen Weg aus dem Lockdown zeigen soll. Mit Barcode, Corona-Test und Handy.

Augustusburg - In ganz Deutschland stehen die Zeichen wieder auf einer Rücknahme von Öffnungen. Vor dem Corona-Gipfel am Montag spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) davon, von der „Notbremse“ Gebrauch machen zu müssen. Ein kleiner Ort in Sachsen aber will öffnen - und das trotz einer Inzidenz von über 200. Mit dem Modellversuch will Bürgermeister Dirk Neubauer (SPD) sogar zum Vorbild für den Rest des Landes werden, wie er dem Spiegel erzählte.

Noch ist alles offen, erst in den kommenden Tagen soll über den Modellversuch entschieden werden. Der Bürgermeister hat trotzdem große Hoffnungen: „Im Idealfall zeigen wir, wie man verantwortungsvoll mit dem Coronarisiko umgeht und wieder ein bisschen Normalität ermöglicht“, erklärt Neubauer.

Öffnung statt Lockdown: Wie Augustusburg in Sachsen mit Schnelltests Gastronomie und Kunst öffnen will

Vorgesehen wären Neubauer zufolge folgende Schritte:

  • Man registriert sich online und erhält einen Barcode.
  • Mit diesem geht man in ein Testzentrum zum Test. Nach 15 Minuten erhält man das Ergebnis aufs Handy.
  • Mit einem negativen Test kann man ab da drei Tage lang alle teilnehmenden Einrichtungen besuchen: Geschäfte, Restaurants, Sportvereine und Kultureinrichtungen.
  • Der Barcode dient als Eintrittskarte und wird an der Tür eingescannt.

Ganz ähnlich funktioniert ein Modellversuch in Tübingen, wo - bei einer allerdings weitaus geringeren Inzidenz - seit 14. März das Konzept „Öffnen mit Sicherheit“ gilt. Mit einem negativen Schnelltest sind dort Besuche in Läden, beim Friseur oder in Museen möglich. Von etwa 4000 Schnelltests waren vier positiv ausgefallen.

Bürgermeister aus Sachsen will öffnen: Auch Tagestouristen gefährden die Pläne nicht

Augustusburg ist weit über die Region hinaus bekannt für ein malerisch gelegenes Jagdschloss. Damit könnte es auch zum Anziehungspunkt für Touristen werden, so die Befürchtung von Kritikern der Öffnungspläne.

Doch auch das hat der Bürgermeister mit kalkuliert. „Wir können bis zu 300 Menschen testen - pro Stunde“, sagt er. Zumindest in den ersten Tagen gebe es aber eine Beschränkung für die Gästezahlen. Er ist sich sicher, dass das Konzept auch in anderen Städten funktionieren würde. Aus Leipzig und Dresden habe er bereits Anfragen bekommen. (kat)

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