Viele Menschen kaufen in einem lokalen Supermarkt ein, aus Angst vor strengeren Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung des Coronavirus.
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Viele Menschen im Libanon drängten in die Supermärkte, um sich vor dem verschärften Corona-Lockdown einzudecken.

Vollständige Ausgangssperre

Stark betroffene Nation verschärft Corona-Lockdown drastisch - sogar Supermärkte geschlossen

  • Patrick Huljina
    vonPatrick Huljina
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Über Weihnachten und Silvester hat die Regierung des Libanon die Corona-Maßnahmen gelockert. Nun verschärft das Land den Lockdown - sogar Supermärkte müssen schließen.

  • Der Libanon ist schwer von der Corona-Pandemie betroffen.
  • Die Regierung rief nun den Gesundheitsnotstand aus.
  • Ab Donnerstag gilt eine weitere Verschärfung des Lockdowns, inklusive elftägiger vollständiger Ausgangssperre.

Beirut - Erst am vergangenen Donnerstag (7. Januar) trat im Libanon aufgrund der stark steigenden Corona-Infektionszahlen ein harter Lockdown mit einer Ausgangssperre nach Anbruch der Dunkelheit in Kraft. Bereits einen Tag später meldete das Gesundheitsministerium in Beirut allerdings einen neuen Höchstwert mit 5440 neuen Fällen innerhalb eines Tages. Im Hinblick auf die Einwohnerzahl von rund sechs Millionen entspräche das etwa 70.000 Corona-Fällen in Deutschland.

Corona im Libanon: Regierung verschärft harten Lockdown - sogar Supermärkte geschlossen

Daher rief der Libanon am Montag den Gesundheitsnotstand aus und beschloss eine weitere Verschärfung des ohnehin harten Corona-Lockdowns. Nach Angaben der Regierung in Beirut soll ab Donnerstag eine elftägige vollständige Ausgangssperre beginnen. Sogar Supermärkte sollen dann geschlossen werden. Sie dürfen lediglich tagsüber einen Lieferdienst anbieten. In vielen Geschäften kam es bereits am Montag zu großem Andrang und teilweise Chaos, weil sich die Menschen mit Lebensmitteln eindecken wollten.

Libanons Gesundheitsminister Hamad Hassan erklärte, die Corona-Pandemie habe ein gefährliches Ausmaß erreicht. Über Weihnachten und Neujahr hatte die Regierung die Corona-Beschränkungen noch gelockert. So durften beispielsweise Restaurants und Bars wieder öffnen. Nun klagen allerdings die Krankenhäuser im Libanon über einen Mangel an freien Betten auf den Intensivstationen. Vor den Kliniken müssen Patienten teilweise lange auf eine Behandlung warten.

Corona im Libanon: Lokale Medien sprechen von Versagen der Regierung

Der amtierende Regierungschef Hassan Diab sagte laut Medienberichten, die Libanesen müssten nun wegen der Leichtfertigkeit vieler Menschen vor sich selbst geschützt werden. Lokale Medien sprechen hingegen von einem Versagen der Regierung im Umgang mit der Corona-Pandemie.

Nach ihrem Rücktritt in Folge der Explosion im Hafen von Beirut Anfang August mit mehr als 190 Toten, ist die aktuelle Regierung nur noch geschäftsführend im Amt. Die Bildung eines neuen Kabinetts stockt. Der Libanon erlebt zudem seit Monaten eine der schwersten Wirtschaftskrisen seiner Geschichte. Viele Menschen sind in die Armut abgerutscht. (ph/dpa)

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