Ab 15. Dezember

Spahn-Plan: Kostenlose FFP2-Masken für 27 Millionen Menschen - Wer hat einen Anspruch auf den Corona-Schutz?

  • Michelle Brey
    vonMichelle Brey
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Ab Mittwoch befindet sich Deutschland im harten Lockdown. Einen Tag zuvor können rund 27 Millionen Deutsche aus Risikogruppen kostenlose FFP2-Masken erhalten.

  • Ab 15. Dezember sind in Deutschland kostenlose Corona-Masken erhältlich.
  • Einen Anspruch haben Menschen, die über 60 Jahre alt sind, und Risikogruppen.
  • Die Masken werden in Apotheken erhältlich sein.

München/Berlin - „Die Lage ist schon sehr dramatisch. Sehr viele Kliniken haben kaum mehr Kapazitäten“, sagte SPD-Gesundheitspolitiker am Montag gegenüber n-tv.de. Gegenüber welt.de raubte Lauterbach die Illusion, dass die Corona-Krise bald überstanden sein könnte. Ab Mittwoch befindet sich Deutschland im harten Lockdown. Das hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen mit dem Länder-Chefs am Sonntag verkündet. Sicher ist: Weihnachten wird dieses Jahr für viele ein wenig anders ablaufen, weil die Zahl der Kontakte beschränkt ist. Doch Corona-Risikogruppen können zumindest auf eine kleine Erleichterung hoffen.

Kostenlose FFP2-Masken: Rund 27 Millionen Menschen aus Risikogruppen sollen sie erhalten

Rund 27 Millionen Deutsche aus Risikogruppen können ab Dienstag die ersten kostenlosen FFP2-Masken erhalten. Eine entsprechende Verordnung des Bundesgesundheitsministerium (BMG) soll dazu am Dienstag in Kraft treten. Das sagte ein Ministeriumssprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Ausgabe der Schutzmasken erfolgt in einem stufenweisen Verfahren. Vorab hatte bild.de darüber berichtet.

Coronavirus: Wer erhält die kostenlosen FFP2-Masken?

In einem ersten Schritt sollen ab Dienstag über 60-Jährige und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen drei Masken gratis in der Apotheke holen können. Zum Abholen ist Zeit bis zum 6. Januar. Laut Gesundheitsminister Jens Spahn und Informationen des Ministeriums genügt dazu die Vorlage des Personalausweises „oder die nachvollziehbare Eigenauskunft über die Zugehörigkeit zu einer der Risikogruppen“. Zur Abholung könne auch eine andere Person bevollmächtigt werden.

Folgende Risikofaktoren sind von Bedeutung:

  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung oder Asthma bronchiale
  • Chronische Herzinsuffizienz
  • Chronische Niereninsuffizienz (Stadium größer oder gleich vier)
  • Demenz oder Schlaganfall
  • Diabetes millitus Typ 2
  • Aktive, fortschreitende oder metastasierte Krebserkrankung oder stattfindende Chemo- oder Radiotherapie, welche die Immunabwehr beeinträchtigen kann
  • Stattgefundene Organ- oder Stammzellentransplantation
  • Trisomie 21
  • Risikoschwangerschaft

Im zweiten Schritt können diese Menschen ab 1. Januar weitere zwölf Masken erhalten. Dafür sollen sie von der Krankenkasse Coupons für zweimal je sechs FFP2-Masken bekommen - vorgesehen ist dafür dann ein Eigenanteil von jeweils 2 Euro für je sechs Corona-Masken.

Den Bund kostet die Aktion insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro. FFP2-Masken filtern Partikel besonders wirksam aus der ein- oder ausgeatmeten Atemluft, sie bieten allerdings auch keinen 100-prozentigen Schutz. Das hatte auch Jens Spahn in der Vorwoche auf einer Pressekonferenz gesagt. Masken seien „kein Freifahrtschein dafür, unachtsam zu sein.“ Dennoch würden sie die Gefahr einer Ansteckung erheblich senken. „Und diejenigen in der Gesellschaft damit zu versorgen, die besonders von dieser Pandemie betroffen sind - das sollte es uns allen Wert sein“, so der Gesundheitsminister. (mbr/dpa)

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

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