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Corona: Neue Masken-Studie zeigt starke Wirkung und bisher ungeahnten Effekt auf Covid-19

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Von: Veronika Arnold

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Eine neue Studie hat die Wirksamkeit von Masken im Kampf gegen die Corona-Pandemie untersucht. Die Ergebnisse legen einen bisher ungeahnten, aber enorm wichtigen Effekt auf Covid-19 nahe.

Rostock - Seit April 2020, also seit rund neun Monaten, gilt in Deutschland die Maskenpflicht. So müssen Menschen beim Einkaufen, im öffentlichen Nahverkehr oder bei Arztbesuchen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Anfangs war der Nutzen von sogenannten Alltagsmasken selbst unter Experten noch umstritten. Eine Empfehlung der WHO etwa gab es erst Monate nach Beginn der Corona-Pandemie.

Inzwischen gilt der Nutzen der Masken im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus unter Experten und Politikern als unbestritten. Die Maskenpflicht wurde sogar ausgeweitet: In Geschäften und in Bus und Bahn müssen nun medizinische Masken getragen werden. Durch sie soll nicht nur der Fremdschutz gewährleistet, sondern auch der Selbstschutz verstärken werden.

Corona-Studie: Forschungsergebnisse zeigen wahre Wirkung von Masken

Eine Studie von Prof. Emil Reisinger, Tropenmediziner der Universitätsmedizin Rostock, hat nun die Wirkung von Masken erneut unter die Lupe genommen und bestätigt: „Die Modellrechnungen bestätigen, dass durch die Verwendung von Masken, vor allem in Verbindung mit anderen nichtmedizinischen Maßnahmen (zum Beispiel Einhaltung eines Mindestabstands), die Ausbreitung von SARS-CoV-2 stark verlangsamt und die Infektionsgefahr vermindert wird“, heißt es dort etwa.

Masken-Studie: Bisher ungeahnter Schutz bei Covid-19 nachgewiesen

Und noch einen weiteren, womöglich noch wichtigeren Nutzen legen die Ergebnisse der im Ärzteblatt veröffentlichten Studie nahe: Offenbar kann ein Mund-Nasen-Schutz im Falle einer Infektion auch zu einem milderen Krankheitsverlauf beitragen. „Weitere Beobachtungen sprechen ebenfalls dafür, dass das Risiko, nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 Krankheitssymptome zu entwickeln, stark von der Infektionsdosis abhängt“, so die Begründung. Somit schützen Masken vermutlich nicht nur das Umfeld des Trägers, sondern auch den Träger selbst vor COVID-19, schlussfolgert Reisinger. Grund für diesen positiven Effekt könnte demnach die geringere Viruslast sein, die Personen durch einen Mund-Nasen-Schutz einatmen.

Reisinger konnte sogar einen Effekt auf die Sterblichkeit ausmachen: „Auch lassen die bisherigen Erfahrungen vermuten, dass in Ländern, in denen von Anfang an ein hoher Bevölkerungsanteil Masken getragen hat, die COVID-19-Pandemie deutlich weniger Menschenleben fordert, als in Ländern, in denen das nicht der Fall ist .“

Masken-Studie: Beobachtungen aus Schweizer Armee untermauern Ergebnisse

Auch Erkenntnisse aus Einheiten schweizerischer Streitkräfte würden diese Beobachtung untermauern. Dort wurden bei zwei gemeinsam untergebrachten Kompanien erst neun Tage nach dem ersten Infektionsfall Masken und Mindestabstände angeordnet. 30 Prozent der Soldaten seien an Covid-19 erkrankt, bei 62 Prozent der asymptomatischen Soldaten seien Antikörper nachgewiesen worden. In einer anderen Kompanie, in der bereits vor dem ersten Infektionsfall Masken getragen wurden, sei kein einziger erkrankt. Antikörper seien bei nur 15 Prozent nachgewiesen worden.

Corona: Studie zur Wirksamkeit von Masken - Fazit der Ergebnisse

Als Fazit fasst die Studie die Ergebnisse wie folgt zusammen: „Die zitierten Daten legen in ihrer Gesamtheit nahe, dass das Tragen von Gesichtsmasken in öffentlichen Räumen zur Verminderung der Ausbreitung von SARS-CoV-2 entscheidend beitragen kann. Auch dort, wo die Infektion nicht vermieden wird, werden durch Reduktion der Infektionsdosis wahrscheinlich symptomatische Erkrankungen verhindert oder die Schwere der Erkrankungen reduziert“.

Inwieweit die vorliegenden Daten auf das Infektionsgeschehen mit mutierten SARS-CoV-2 übertragbar sind, ist laut Reisinger unklar. (va)

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